Berufsverbrecher nach 21 Jahren abgeschoben

Er dealte, attackierte Passanten und Polizisten mit dem Messer, schlug Konkurrenten zusammen, saß jahrelang im Gefängnis und dennoch durfte Mustafa Ö. weiterhin in der Rheinmetropole bleiben, obwohl er längst hätte ausreisen müssen. Die Gefahrenanalyse für die Zielperson zeigte eine hohe Risikostufe: Der Mann schien hochgradig aggressiv zu sein. Die Kriminalakte über Mustafa Ö., 42, türkischer Staatsbürger, wies Dutzende Einträge wegen Drogenhandels bis hin zum versuchten Totschlag auf. Nach FOCUS-Informationen machte der Dealer seit 21 Jahren durch seine Rauschgift- und Gewaltexzesse von sich reden.

[Am 17. Januar] stürmte dann ein Spezialeinsatzkommando der Kölner Polizei seine Wohnung im Stadtteil Neuehrenfeld und nahm ihn fest. Kurz nach acht Uhr am Morgen wurde der Berufskriminelle in einen Flieger gesetzt und in seine türkische Heimat abgeschoben. Die Causa des Mustafa Ö. dokumentiert nach FOCUS-Recherchen einmal mehr den hilflosen Umgang der hiesigen Behörden mit ausländischen Serientätern. Wie im Fall des Berliner Attentäters Anis Amri mussten die staatlichen Stellen auch bei dem 42-jährigen Türken offenbar jahrelang tatenlos zusehen, wie er seine kriminelle Karriere vorantrieb, ohne ihn abzuschieben zu können.

(Die ganze Erfolgsgeschichte kann bei Focus-online nachgelesen werden)

Interessant wäre hier zu erfahren, warum die Abschiebung der Fachkraft in die Türkei geklappt hat. Bei anderen Berufskriminellen wie den sogenannten „Mardin-Kurden“, die ebenfalls türkische Staatsbürger sind, erklärte die Türkei einfacherweise die Reisepässe für ungültig, so dass diese inzwischen ganze deutsche Stadtviertel terrorisieren:

Dabei handelt es sich laut Polizeibericht vor allem um „Mardin-Kurden“, im Polizeijargon auch „Schein-Libanesen“ genannt, die zwischen 1975 und 1990 aus der Türkei ins Ruhrgebiet kamen. Dem Staat gelang es nie, sie abzuschieben, obwohl ihre Asylanträge regelmäßig abgelehnt wurden. Die Abschiebungen scheiterten, so steht es in dem Polizeibericht, an für ungültig erklärten Reisepässen.

Im Juli 2016 hatte die Türkei einem deutschen Flugzeug mit 40 abzuschiebenden türkischen Kriminellen keine Landeerlaubnis erteilt, so dass diese weiterhin Deutschland mit ihrer Anwesenheit „bereichern“.

Eine weitere interessante Zahl zum Thema Abschiebungen möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

Im vergangenen Jahr hat Deutschland fast 4000 Flüchtlinge wieder in andere Länder zurückgeschickt, wo jetzt über deren Asylantrag entschieden wird. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Zahlen aus dem Bundesinnenministerium. Die meisten Asylbewerber aus Deutschland zurück nahmen demnach Italien mit 916 und Polen mit 884.

Zeitgleich jedoch nahm Deutschland selbst mehr als 12.000 Asylbewerber aus anderen Staaten zurück. Das sind dreimal so viele wie Deutschland in andere Länder zurückschickte. Laut Ministerium nahm Deutschland die meisten dieser 12.000 Flüchtlinge wieder zurück, weil sie hierzulande bereits einen Asylantrag gestellt hatten, aber das Verfahren anschließend nicht abwarteten und in andere Länder weiterzogen. Zudem übernehme Deutschland Antragssteller, deren Ehepartner oder Kinder in der Bundesrepublik entweder Asyl begehren oder denen bereits Schutz gewährt wird. (Auszug aus einem Artikel von Focus-online)