ZDF droht Ärger nach Trump/Hitler-Vergleich

Am 24. Januar präsentierte das ZDF-Magazin Frontal 21 einen typischen Lynchpresse-Beitrag in Bezug auf das neue Feindbild aller Linken: den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Es war aber nicht bloß einer der üblichen und schon fast alltäglichen hasserfüllten, kleinkarierten Beiträge, die sich auf die Suche nach einem weiteren Haar in der Suppe, einem falschen Tanzschritt oder einer nicht passenden Krawatte des neuen Mannes im Weißen Haus machte. Nein, diesmal ging der Dressursender noch einen Schritt weiter und vielleicht sogar einen Schritt zu weit. Im Beitrag „Heiland oder Hitler“, den wir offenbar als Satire verstehen sollten, wurde Donald Trump direkt mit Adolf Hitler verglichen.

(Von L.S.Gabriel)

Nun bleibt sogar dem schwarzhumorigsten Briten und auch dem debilsten Fan schwacher Witze nicht nur wegen des insgesamt dummen Beitrags der beiden Autoren Werner Doyé und Andreas Wiemers das Lachen im Halse stecken, sondern auch weil er an Pietätlosigkeit nicht zu überbieten ist. Das sieht auch der Herausgeber der „Jüdischen Rundschau“, Dr. Rafael Korenzecher, so und wandte sich nicht nur in einem Offenen Brief ans ZDF, sondern leitete den Hinweis auf diese Sendung auch gleich weiter an die US-Behörden.

Korenzecher schrieb:

Offener Brief an Herrn Kurt Beck, den Vorsitzenden des Verwaltungsrats des ZDF

Sehr geehrter Herr Beck,

wir erlauben uns Sie auf die ZDF-Sendung „Frontal 21“ vom 24. Januar 2017 und den dortigen, unseres Erachtens überaus diffamierenden Beitrag über den neugewählten US-Präsidenten Donald J. Trump hinzuweisen.

Mit suggestiv zurechtgeschnittenem Filmmaterial und begleitendem Tonbeitrag wird in der genannten Sendung der Präsident unseres wichtigsten Verbündeten und der bedeutendsten westlichen Demokratie in geistige und faktische Nähe zu Adolf Hitler gerückt.

Dies ist nicht nur wahrheitswidrig und überaus diffamierend, es bagatellisiert auch die geschichtliche Bewertung der beispiellosen Verbrechen des deutschen Kriegsverbrechers und Verantwortlichen für den Mord an 6 Millionen europäischen Juden.

Wir bringen Ihnen diesen Vorfall zur Kenntnis, weil wir davon ausgehen, dass Ihnen die Ausstrahlung dieses vorsätzlich falschen Sachverhalts entgangen ist und deshalb keinen Eingang in die Ausübung Ihrer politischen und ethischen Verantwortung zu den Sendeinhalten dieser Anstalt des öffentlichen Rechts gefunden hat.

Bei aller Wertschätzung der für eine Demokratie unverzichtbaren Gewährung von Pressefreiheit, sind wir der Überzeugung, dass die verantwortungslose Verbreitung von geschichtlichen Fehlbezügen und diffamierenden Inhalten nicht Bestandteil von Sendebeiträgen des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF sein kann und darf. Wir erwarten daher Ihre entsprechenden und geeigneten Veranlassungen zur öffentlichen Richtigstellung dieses skandalösen Sachverhalts und zur nachhaltigen Sicherstellung, die Wiederholung derartiger Vorfälle in Zukunft wirksam zu verhindern.

Der guten Ordnung halber weisen wir darauf hin, dass wir dieses empörende Fehlverhalten der „Frontal 21“-Redaktion zur Erwägung rechtlicher Schritte den entsprechenden US-Behörden zur Kenntnis gebracht haben und auch von dieser Seite die Möglichkeiten zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Verantwortlichen überprüfen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Rafael Korenzecher
Herausgeber „Jüdische Rundschau“ und „Evrejskaja Panorama“

Anzumerken sei auch noch, dass bei min. 00.40 die tägliche Dosis staatlicher Fake-News zu finden ist. Denn auch bei diesem Beitrag wurde wieder das im zeitlichen Kontext falsche Bild der Menschenmenge bei der Inauguration Donald Trumps in Vergleich mit jenem bei Obamas Amtseinführung gezeigt (PI berichtete). Beide Aufnahmen sind nicht zum gleichwertigen Zeitpunkt der Veranstaltungen entstanden, was bei so einem Ereignis, und noch dazu bei nicht vergleichbaren Wetterverhältnissen, von Bedeutung ist, um die die ZDF-FakeNews-Redaktion aber mittlerweile wohl weiß.

Grundsätzlich ist zu dem Machwerk zu sagen: Es mag ja so sein, dass Satire alles darf und auch dürfen sollte – aber muss sie auch alles? Dass der neue US-Präsident durch den Kakao gezogen wird, ist für einen Staatssender an sich schon mehr als unpassend. Aber wenn ein Sender, der sonst durch gesinnungsdiktatorischen Nannyjournalismus und Redakteure, für die die Bezeichnung Volksdompteure noch eine nette ist, auffällt, so einen Dreck vom Stapel lässt, so ist doch zu vermuten, dass es mehr als ein Fauxpas, sondern schlicht in der Tat die bewusste Verharmlosung des Holocausts für den Erfolg eines platten Witzes ist.

» zuschauerservice@zdf.de