Kirche und Diakonie lehnen Zuwendungen von AfD ab

Von STRESEMANN | Der 1995 von Kasachstan nach Deutschland gekommene AfD-Bundestagsabgeordente Anton Friesen spendete einer Diakonie-Tafel im thüringischen Sonneberg kürzlich einen Betrag von 100 Euro. Dieser sei, so berichtet Epoch Times, dankend wieder zurückgeschickt worden mit dem Hinweis, das „Menschenbild“ der AfD sei mit dem von Diakonie und Kirchen „nicht vereinbar“ (siehe Brief unten).

Sind besagte Einrichtungen nicht traditionell den Idealen der Nächstenliebe und Wohltätigkeit verschrieben?

Sind vermeintlich gemeinnützige Einrichtungen nicht entsprechend ihres Selbstverständnisses am besten damit beraten, die Entsprechung der eigenen Ideale in den Mittelpunkt des eigenen Tuns und Wirkens zu stellen?

Oder sind selbige Akteure in diesem vorweihnachtlichen Kasperletheater tatsächlich mehr um den eigenen sozial-medialen Status besorgt als um die eigene Klientel der sozial Schwachen und Verarmten, deren Umsorgung man für sich zu beanspruchen getraut?

In einem Akt der pseudomoralischen Selbstaufopferung inszeniert man sich als tapferer Neinsager und Widerständler gegen einen Politiker einer Partei mit einem angeblich unchristlichen Menschenbild.

Stellt sich die „Christlichkeit“ von Kirchen und Diakonie in Frage, stellt man doch die Sorge um das eigene mediale Ansehen über die Bedürftigkeit der Endgruppe, denen die Spenden zugute kommen sollen. Der Ausgehungerte und Gebeutelte unterscheidet nicht zwischen dem guten und dem bösen Euro, er ist von der finanziellen Gesundheit der wohltätigen Einrichtungen abhängig.

Versteht die Welt nicht mehr: Anton Friesen (AfD-MdB).

Mit ihrer medialen Eitelkeit und ihrem moralischen Narzissmus führt die Diakonie um einer albernen Abgrenzungssymbolik wegen ihre Selbstfunktion als Hilfsorganisation konsequent ad absurdum.

Darüber hinaus fällt das Urteilsvermögen, wessen Spende „gut“ und wessen „schlecht“ ist, auch nicht den Spendenempfängern zu, sondern dem Geldgeber, der die Spende leistet. Die Diakonie ist den Gläubigern gegenüber verpflichtet, eine effiziente und sachgerichtete Verwendung der gespendeten Summen vorzunehmen.

Angesichts der Arroganz der Empfänger Diakonie im Speziellen und Kirche im Allgemeinen, eine Typisierung der Spender in „legitim“ und „illegitim“ vorzunehmen, dürfte sich manch anderer Spender, der nach Eigeneinschätzung selbst potentiell der Kategorie „illegitim“ zufällt, zukünftig zweimal überlegen, ob er seine Spende besagten Einrichtungen zukommen lässt oder sich lieber an andere Einrichtungen wendet, die jeden Euro dankend annehmen, um dem Zweck der Wohltätigkeit tatsächlich gerecht zu werden. Einigen dürfte die Freude an der Wohltätigkeit angesichts dieser Überheblichkeit der Diakonie wohl vollständig vergehen.

Der Brief von Superintendent Wolfgang Krauß an den AfD-Mann Anton Friesen (zum Vergrößern aufs Bild klicken).

All jenen, denen mangels größerer Kapazitäten bei Eiseskälte die Tür zur Suppenküche vor der Nase zugeschlagen wird, werden ihren Versorgern für dieses starke Zeichen gegen die AfD dankbar sein.

Kontakt:

Wolfgang Krauß.
Diakoniewerk der Superintendenturen
Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld e.V.

Superintendent Wolfgang Krauß
Coburger Allee 40
96515 Sonneberg
Tel.: 03675/7530011
info@suptur-sonneberg.de