Zunehmende Aggression bei Lebensmittelausgabe für Bedürftige

Kein Essen in Essen – Verteilungskämpfe bei der „Tafel“

Von DAVID DEIMER | Das „historisch einzigartige Experiment“ von einer mono-kulturellen zu einer „multi-ethnischen Demokratie“ (ARD-Tagesthemen vom 20.02.) ist zumindest bei der Essener Tafel vorerst gescheitert: Diese nimmt ab jetzt nur noch nachweislich deutsche Hilfsbedürftige auf: 4.500 der insgesamt 6.000 „Bedürftigen“ der Tafel seien zuletzt „Flüchtlinge und Migranten“ gewesen – deshalb habe man sich zu diesem drastischen Schritt gezwungen gesehen, erklärte der Hilfsverein „Essener Tafel“. Auch immer mehr Tafeln, die ehrenamtlich kostenlose Lebensmittel verteilen, sehen in den rapide zunehmenden Verteilungskämpfen zwischen deutschen Bedürftigen und aggressiv fordernden Asylanten ein grundsätzliches Problem – einige Tafeln mussten in letzter Zeit deshalb auch bereits ihren Betrieb einstellen.

„Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt“, erklärte Jörg Sator, der Vorsitzende des Vereins, den nun vielfach monierten „ausländerfeindlichen Schritt“. Gerade ältere Kundinnen hätten sich in letzter Zeit von den fremdsprachigen jungen Männern, die immer häufiger gekommen seien, abgeschreckt gefühlt.

Verdrängungsprozess: „Geschubse“ und Aggressivität gegen Frauen und Ältere

„Wenn wir morgens die Tür aufgeschlossen haben, gab es Geschubse und Gedrängel ohne Rücksicht auf die Oma in der Schlange.“ In den vergangenen zwei Jahren seien die älteren Tafel-Nutzerinnen sowie alleinerziehende Mütter offenbar „einem schleichenden Verdrängungsprozess zum Opfer“ gefallen. Die Herkunftsländer der Destinatäre wurden aus statistischen Gründen in der Mitgliedsdatei erfasst.

Vor 2015 habe der Anteil nicht-deutscher Kunden bei 35 Prozent gelegen. Darunter seien viele gewesen, die Jahrzehnte in Deutschland leben, aber keinen deutschen Pass haben, so Jörg Sartor. Geändert habe sich die Lage an der Tafel, als viele der Flüchtlinge anerkannt wurden und Sozialleistungen erhielten, vor allem viele „Syrer“. Solange sie noch in den städtischen Unterkünften gelebt hätten, seien sie vollumfänglich versorgt gewesen.

„Die haben wir aufgenommen wie alle anderen auch“, betonte Sartor. Denn wer Hartz IV, Wohngeld oder Grundsicherung erhalte, werde als Tafel-Kunde aufgenommen. Die Essener Tafel gibt insgesamt 1800 Nutzerkarten aus, die nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von ganzen Familien verwendet werden. 61 Prozent der Karteninhaber seien zuletzt Nicht-Deutsche gewesen, das entspreche einem Anteil von 75 Prozent aller 6000 Nutzer.

Man wisse, dass so ein Aufnahmestopp bei einer Sozialeinrichtung wie einer Tafel ein „heißes Eisen“ sei, so Jörg Sartor. Nachfragen haben aber ergeben, dass sich gerade ältere Nutzerinnen von der Vielzahl junger, fremdsprachiger Männer an den Ausgabestellen abgeschreckt gefühlt hätten. Nach Sartors Ansicht liegt das auch am „mangelnden Respekt gegenüber Frauen“ einiger der Männer.

Viele Senioren hätten sich daher abgemeldet. „Dabei ist die Altersarmut ja nicht plötzlich verschwunden.“ Also beschloss der Vorstand im Dezember, „zurzeit nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen“. Man habe den Essener Sozialdezernenten Peter Renzel über die neue Praxis informiert und diese auch gegenüber Beratungsstellen bestätigt, die irritiert nachfragten, wieso ihre Schützlinge abgewiesen wurden.

Lebensmittel fliegen in den Müll – Rassismusvorwurf

Die erste deutsche Tafel wurde heute vor 25 Jahren von der Initiative Berliner Frauen e.V. gegründet, um zunächst die Lage Obdachloser zu verbessern. In Deutschland gibt es mittlerweile knapp 1.000 Tafeln, die Lebensmittel an Bedürftige verteilen. Vor allem die Mitglieder von Serviceclubs wie „Rotary International“ oder „Lions International“ engagieren sich in ihrer Freizeit nach dem Motto „Service above Self“ für die Hilfsbedürftigen.

Aber auch sie wurden in den letzten zwei Jahren zunehmend bei der Ausübung ihres Zivilengagements von angriffslustigen Merkel-Orks attackiert – so dass sich nun viele Hilfsbereite aus der Oberschicht mit Blessuren an Körper und am humanitären Menschenbild aus diesem Engagement wieder zurückziehen.

Die Lebensmittel „erbetteln“ die Ehrenamtlichen der Tafeln von Supermärkten, Restaurants oder aus anderen Spenden, sie organisieren und finanzieren auch Logistik und Verteilung in ihrer Freizeit. Aktuell werden knapp 500.000 „Asylsuchende und Migranten“ in Deutschland durch die Tafeln kostenfrei unterstützt.

Angriffe auf Ehrenamtliche  – „unreine Frauen“ verteilen kostenlose Lebensmittel

Doch Konflikte bei den Verteilungen treten langsam überall hervor: Eine Tafel in Müllheim im Schwarzwald hatte für Flüchtlinge und die einheimische Bevölkerung unterschiedliche Öffnungszeiten ausgewiesen. Immer wieder sollen sich Flüchtlinge vorgedrängelt haben, hieß es. Der örtliche „Friedensrat“ hatte den freiwilligen Betreibern danach „unterschwelligen Rassismus“ vorgeworfen.

Bei vielen der 1.000 deutschen Tafeln herrschen mittlerweile katastrophale Zustände bei der Lebensmittelausgabe. Die ehrenamtlich arbeitenden Frauen würden zunehmend von den männlichen Asylbewerbern und Familienvätern nicht anerkannt und respektiert, berichtete beispielsweise die Leiterin der thüringischen Ilmenauer Tafel, Christel Satzke. Sie sei auch selbst bereits Opfer eines Angriffs durch Asylbewerber geworden, sagte Satzke.

So wollten sich einzelne muslimische Männer bei kostenlosen Tafeln in Nordrhein-Westfalen bei der Lebensmittelausgabe von Helferinnen nicht bedienen lassen – weil sie „unreine Frauen“ waren. Der Bundesverband der Tafel dazu: „Generell könnten Notsituationen, Existenzängste, Traumatisierungen und Sprachbarrieren Konflikte unter den verschiedenen Nutzergruppen schüren“.

Besonders zur Ausgabe der Nahrungsmittel an Montagen und Freitagen sei die Situation angespannt. Obwohl man den Asylbewerbern die Lebensmittel vorher zeige, die ihnen auf Wunsch eingepackt werden, würden sie anschließend in die Mülltonnen vor der Tür geworfen. Wegen der Asylkrise mußten viele Tafeln in Deutschland zwischenzeitlich einen Aufnahmestop verhängen.

„Willst Du froh und glücklich leben, so lass kein Ehrenamt dir geben!“