Alexander der Große: Gauland!

Berlin: Der Volkstribun, der wie Kai aus der Youtube-Kiste kam!

Von PETER BARTELS | JA, es war ein Sommermärchen, das die AfD Sonntag in Berlin wahr werden ließ. Und NEIN, da war kein “Volkstribun” zu hören, der die 10.000 Menschen mitriss. Jedenfalls nicht in dieser katastrophalen “Live-Übertragung”… Erst wer sich später You-Tube anhörte, wurde geradezu elektrisiert. Der Volkstribun der AfD heißt: Alexander Gauland …

Natürlich waren es gute Reden, die Herren Meuthen, Pazderski, Gottschalk, Glaser, die hübsche Studentin, auch Beatrix von Storch da vor dem Brandenburger Tor hielten, wenngleich die Oldenburger Prinzessin immer das Problem ihrer Stimme haben wird. Aber das haben andere kluge Frauen auch. Doch all diese geschliffenen Reden waren was für den “Senat”, hätte Cicero, der größte römische Redner ever einst gesagt, leider nicht für’s “Forum”, nicht für vox populi. Oder, wie es ein Fast-AfD-Abgeordneter auf Messenger wunderbar traf: Zu viele Salden, zu wenig für’s Herz … Doch, Herr Kollege, es gibt einen. Alexander der Grosse, Youtube, leicht redigierte Auszüge zum Aufheben für die Ewigkeit:

“Liebe Freunde, es ist ein herrliches Bild von hier oben. Es ist ein herrliches Bild, das uns zeigt: Wir stehen hier, weil wir dieses Land lieben. Weil es unser Land ist und weil wir es nicht abgeben werden… Wir stehen hier für unsere Kinder, unsere Zukunft … Es ist das Land unserer Väter und unserer Mütter … Und wir wollen es behalten … Und das sagen wir allen von CDU und Grünen: Wir werden dieses Land behalten … Wir wollen es so an unsere Enkel übergeben, wie unsere Großväter und Väter das für uns getan haben … Denn das ist der Unterschied zu den anderen Parteien, die lieben unser Land nicht. Sie wollen es verändern, oder wie Frau Göring-Eckart sagt: “Diese Menschen sind ein Geschenk für uns …”

Dann rief Gauland ins schwarz-rot-goldene Fahnenmeer: „Dieses Geschenk können sie behalten. Sie lieben dieses Land nicht. Sie lieben nicht das deutsche Volk und sie lieben nicht seine Kultur und Geschichte … SIE lieben die Fremden, nicht uns, NICHT DIE DEUTSCHEN, denen dieses Land gehört. Ja, zu Gästen sind wir höflich. Aber wie im Privatleben – Gäste haben dieses Land auch wieder zu verlassen. Und was würden SIE, liebe Freunde, machen, wenn sich Gäste, die SIE für eine kurze Zeit aufgenommen haben, sich breit machen und auf alle Zeiten bleiben wollen? Auf IHRE Kosten?? Sie würden sie vor die Tür setzen. ‚Abschieben‘ nennt man das!“

Und aus dem schwarz-rot-goldenem Meer schallte Vox Populi im Chor: “Ab-schie-ben! Ab-schie-ben!! Ab-schie-ben!!!” Alexander Gauland, der schon mit “Gauland”-Sprechchören begrüßt wurde, weiter:

„Den anderen liegt das Wohlergehen der Fremden mehr am Herzen, als unser Wohlergehen, als das Wohlergehen von IHNEN allen. Der amerikanische Präsident Trump sagt: “Amerika first!” Und der französische Präsident Macron sagt: “La douce France”, zuerst Frankreich! Und die Briten sagen zurecht: “Zuerst die Königin und wir!” NUR unsere “Elite” sagt: Zuerst Europa … und dann die Welt … Und wenn wir dann noch einen Groschen übrig haben, dann sind die Deutschen dran. Das ist heute die Politik! Und das wollen wir ändern – auch wir kommen zuerst und nicht zuletzt!!“

Und wieder brandete der schwarz rot goldene Jubel auf! Als ein offensichtlich bekifftes Mama-Söhnchen einen Lautsprechermast hoch kletterte, sich am eigenen Stinkefinger festhielt, quittierte Gauland mitleidig: „Liebe Freunde, lassen wir uns nicht von einem Irren von unserer Botschaft abbringen. Es sind die NARREN, die Deutschland nicht lieben … Aber wir sind die Vielen, die Deutschland lieben.“

Dann: „Und, liebe Freunde, weil (auch) unsere Elite so denkt, hat Frau Merkel die Grenzen geöffnet und dieses Land mit Flüchtlingen geflutet. Und weil sie so denkt, und weil unsere Elite so denkt, sollen wir die Schulden Frankreichs und Italiens übernehmen, wie wir sie von Griechenland übernommen haben …“

Der AfD-Fraktionschef, der 40 Jahre in der CDU war (noch bevor Merkel sie zur roten Halbmond-Partei gemacht hatte), sogar Staatssekretär, weiter: „Ja, liebe Freunde, die Elite hat die Grenzen geöffnet, die Grünen weigern sich, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen, der diese ganze Politik versucht aufzuklären. Weil die Grünen, genauso wie Frau Merkel, eine Politik GEGEN das Volk machen … Wir (aber) stehen für eine Politik FÜR dieses Volk … Für uns in der AfD gilt, was dort in den Reichstag gemeißelt steht: Dem Deutschen Volk. Und da steht nicht “Der europäischen Einigung”. Da steht nicht: Der Welt-Flüchtlingsorganisation. Da seht: DEM DEUTSCHEN VOLK!!“

Gauland weiter: „Und wir von der AfD setzen dieses Volk wieder in seine Rechte ein … dass es über sich bestimmen möge. Wie die Franzosen, wie die Briten, wie die Amerikaner, wie die Russen. DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH NICHT AB!! Nicht solange wir den Deutschland-Abschaffern im Nacken sitzen … Hier liebe Freunde, stehen wir vor dem Brandenburger Tor. Es ist ein Symbol deutscher Niederlagen – auch Napoleon ritt hier durch, bevor wir ihn bei Leipzig aus dem Lande gejagt haben. Aber es gab auch deutsche Sieger: Der Fall der Mauer, die Freiheit, die wir wieder errungen haben. Dafür steht dieses Brandenburger Tor. Und (darum) rufe ich an dieser Stelle allen zu: Wir wollen und können denen Einhalt gebieten, die nach den Staatselementen, nach der Staatsgewalt nun auch das Staatsvolk abschaffen wollen … Erst konnte man die Grenze nicht schützen und jetzt kann man die nicht abschieben, die unrechtmässig hier sind.“

Und schließlich: „Liebe Freunde, Herrschaft des Unrechts hat es Horst Seehofer genannt … ER aber dient dieser “Herrschaft” des Unrechts mit jedem Tag, da die Grenze weiter offen bleibt, alles genauso ist, wie 2015. Machen wir dieser CSU und diesem Innenminister Beine. Machen wir ihm Beine, dass er die Herrschaft des Unrechts beendet …“

Es gab schon viele große Reden vor dem Brandenburger Tor. Bürgermeister Ernst Reuter (SPD) rief auf den Trümmern Berlins einer halben Million Berlinern und der Welt zu: “Ihr Völker der Welt, schaut – auf – diese – Stadt!” US-Präsident Ronald Reagan gegen und über die Mauer: „Mr. Gorbatschow, tear down this wall!” (deutsch: „Reißen Sie diese Mauer nieder!“). Sie alle waren “Volkstribune”. Jetzt stand wieder ein Volkstribun vor dem Brandenburger Tor: Alexander Gauland. Ab sofort Alexander der Große!

PS: Adenauer war 73 als er Kanzler wurde. Gauland ist 77. Allerdings: Adenauer hat nie so eine große Rede für Deutschland gehalten …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!