Verrat oder Plan?

Die christlichen Kirchen und der Islam – ein Gedankenexperiment

Von RENATE | Es war 2016, als die zwei Kirchenfürsten, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm auf dem Tempelberg in Jerusalem ihre Kreuze wegen der Forderung ihrer islamischen Gastgeber abgelegt haben (PI-NEWS berichtete). Anschließend hatte Bedford-Strohm in einem Interview erklärt, dass sie sowohl von muslimischen als auch von jüdischen Begleitern gebeten worden seien, ihre Kreuze abzunehmen, um nicht zu „provozieren“. 

Diese Behauptung war seinerzeit aber vom israelischen Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar als unwahr zurückgewiesen worden, der es „fraglich genug“ nannte, „warum Sie vor den radikal-arabisch-muslimischen Gastgebern auf dem Felsendom eingeknickt sind“. Noch mehr empörte ihn jedoch, „noch zu behaupten, dass aus ‚Sicherheitsgründen‘ ähnliche Forderungen von den jüdischen Gastgebern geäußert wurden“.

Ein Sprecher der EKD bezeichnete Shalicars Äußerungen als eine Eskalation, woraufhin dieser erneut bestätigte, dass von jüdischer Seite von den beiden Kirchenvertretern nicht verlangt worden sei, „ihre religiösen Symbole zu verstecken“; Shalicar entschuldigte sich jedoch auch mit der Erklärung: „Ich will mich als Vertreter des Militärs nicht in interreligiöse Beziehungen einmischen.“ Die deutschen Kirchenfürsten und der Islam. Das ist in der Tat eine interreligiöse Beziehung, in die man sich nur mit äußerster Vorsicht einmischen sollte.

Kardinal Marx jedenfalls findet es „entsetzlich„, „den Islam insgesamt und alle Muslime als Bedrohung darzustellen.“ Und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten sagt: „Wenn ich mein Bild vom Islam nur aus dem Fernsehen beziehen würde, wo Berichte dominieren über IS-Kämpfer, die Menschen ermorden und sich dabei auf Gott berufen, dann hätte ich auch Angst vor dem Islam.“

Blick in die Vergangenheit

Eine finstere Nation, die auf Eroberung aus war, erhob sich im Nahen Osten. Ihr Kriegsruf gegen alle anderen Völker lautete: „Unterwerft euch, oder ihr werdet vernichtet.“

Und diese finstere Nation zerstörte andere Nationen und versklavte tausende und abertausende Menschen, nachdem sie die restlichen brutal gefoltert und ermordet hatte. Sie köpfte Menschen und schnitt Füße und Hände ab, um ihre völlige Ergebenheit und Unterwerfung unter ihre Gottheit zu zeigen. Eine Gottheit, deren Ursprünge auf die alten Mond- und Sonnengötter zurückging.

Viele Menschen der anderen Völker hassten die Assyrer. Ja, es geht hier um die Assyrer. Was dachten Sie?

Aber Gott hatte Erbarmen und wollte die Assyrer zur Umkehr rufen. Doch als der Prophet Jonah den Auftrag erhielt, den Assyrern in Ninive Gottes drohendes Gericht anzukündigen, da floh Jonah in die entgegengesetzte Richtung.

Denn Jonah hasste die Assyrer, und er hoffte inständig, dass Gott sie vernichten würde. Jonah wollte auf keinen Fall, diesen grausamen Menschen eine Chance zur Umkehr und Buße geben. Er wollte nicht, dass Gott diesen Menschen vergeben würde. Früher oder später, so dachte Jonah, würde Gott die Assyrer vernichten müssen. Das war Jonahs Hoffnung und daher entschloß er sich, ihnen die Wahrheit von Gottes Wort vorzuenthalten. Jonah zeigte seinen Haß, indem er die Assyrer nicht vor Gottes Gericht wegen ihres falschen Gottes Assur, wegen ihres Götzendienstes, wegen ihrer Grausamkeit und Machtgier warnen wollte. Aus diesem Grund rannte Jonah in die entgegengesetzte Richtung fort, er rannte Richtung Küste, wo er das nächste Schiff nahm, das ihn weit fortbringen sollte.

Bekanntlich hatte Gott andere Pläne für Jonah. Zuletzt ging Jonah doch nach Ninive, und predigte dort Gottes Urteil — und die Assyrer kehrten um und taten Buße. Und was war Jonahs Reaktion:

Jona aber ärgerte sich sehr darüber, voller Zorn betete er: „Ach, Herr, habe ich das nicht gleich geahnt, als ich noch zu Hause war? Darum wollte ich ja auch so rasch wie möglich nach Tarsis fliehen! Ich wusste es doch: Du bist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deine Geduld ist groß, deine Liebe kennt kein Ende. Du lässt dich umstimmen und strafst dann doch nicht.“ [Buch Jonah, Bibel]

Heute?

Aber wie würde sich Jonah sich heute, im digitalen Zeitalter verhalten, mit dem gleichen ihm innewohnenden Hass gegen die grausamen und hochmütigen Täter, wenn er deren Vernichtung anstrebte, weil sie Menschen anderen Glaubens, alle jene, die nicht an ihre Gottheit glauben, wie z.B. Juden und Christen verfolgen und ermorden.

Vielleicht würde Jonah wie folgt vorgehen: Anstelle die sie zur Buße und Umkehr zum einzigen wahren Gott der Bibel und zu seinen Anweisungen zu rufen, würde er sie belügen und ihnen sagen: Auch eure Religion führt zu Gott.

Ja, er könnte sie beruhigen, indem er ihnen sagt, dass ihre Taten und ihre Religion gar nicht so schlimm seien. Er könnte öffentlich verkünden, dass es entsetzlich sei, dass die ihre Religion insgesamt und alle Gläubigen als Bedrohung dargestellt würden. Er könnte sagen, dass wir offen sein müssen für die Begegnung mit ihnen, und er könnte sagen, dass wir die guten Seiten ihrer Religion sehen müssten.

In TV-Interviews könnte Jonah sagen: „Wenn ich mein Bild von den „Assyrern“ nur aus dem Fernsehen beziehen würde, wo Berichte dominieren über Kämpfer, die Menschen grausam ermorden und verstümmeln und sich dabei auf ihren Gott berufen, dann hätte ich auch Angst vor den ‚Assyrern‘.“ Weiter könnte er sagen, dass das Entscheidende sei, dass Menschen sich begegnen, weil ohne Begegnung und ohne Offenheit Misstrauen, Angst und Gewalt entstehe. Jonah würde anregen, „noch mehr auf die „Assyrer“ zuzugehen. Oder umgekehrt, sie auch zu uns einzuladen, so dass Begegnung immer wieder möglich wird.“

Jonah würde all das tun, in dem Wissen, dass die „Assyrer“ auf diese Weise niemals auf die Idee kämen, umzukehren. Sie würden niemals erkennen, dass sie auf dem falschen Weg sind und früher oder später würde Gottes Gericht sie treffen. Wie es Jonahs Wunsch war. Denn er wusste, würden die Assyrer abkehren von ihrem Stolz, vom Morden und den Grausamkeiten im Dienst ihres falschen Gottes, dann würde Gott ihnen vergeben.