„Krasse Entgleisung“

Hart, aber fair: Hitler, Kartoffeln und Kanacken

Von PETER BARTELS | Josef Nyary atmete auf: „Die übliche Plasbergsche Gesinnungskontrolle fällt aus“. Dafür muß der Fernsehkritiker dann die „Gesinnungskontrolle“ seines Schriftleiters bei BILD hinnehmen: „Krasse Entgleisung bei Hart aber Fair: Bloggerin attackiert Özil mit üblem Vergleich“ …

Tatsächlich hatte die schöne deutsche Türkin Tuba Sarica (28), Typ Vicky Leandros in jung, schon im Juni auf ihrem Blog gesagt: „Özil und Gündogan hätten auch Hitler die Hand gegeben“. Nyary ahnte wohl schon beim Schreiben den Gesinnungs-Redigaturstift und fügte vorsorglich nach Schwejkart hinzu: „Echt jetzt?“ Guckst Du, Kollege …

Der Untersuchungsausschuss, den man früher mal Talkshow nannte, hatte diesmal einen elementaren Unterschied: Zum erstenmal konnten die verbliebenen Zuschauer in die Zukunft luschern: vier bunte neudeutsche, ein biodeutscher Gast: Hart aber Vier! Dazu – noch – ein ebenfalls biodeutscher Oberlehrer: Frank Plasberg (61). Sage und Staune: Erbärmliche 7,7 Prozent der Zuschauer (2,16 Millionen) wollten sich das antun. Von den 14- bis 49-jährigen sogar nur alberne 3,2 Prozent (270.000!!). Bundesweit, nicht beim Stadt-TV Berlin!! Zum Glück kommt es weder WDR noch ARD- Mutterschiff auf diese „relevante“ Käufergruppe an; der Zwangs-Rubel rollt und rollt ja trotzdem bis zur feudalen Rente. Und da auch unsereiner den Montag nach gehabter Dauer-Prügel am TV-Pranger längst zum „Barnaby-Abend“ irgendwo im Tastatur-Universum gemacht hat, mußte ich die Wiederholung des Folkwang-Fernsehens am Morgen danach abwarten.

„Hetzjagd auf Ausländer, Netzjagd auf Fußballer“, begann Nyary boulevardesk flockig. Plasberg legte die Pocke auf den Elferpunkt: „Özil und die Folgen – Steckt in jedem von uns ein kleiner Rassist?“ Mehmet Daimagüler (50), ein netter, türkischgewurzelter NSU-Anwalt, der in Harvard und Yale studieren durfte: Als mich neulich ein Kleinlaster auf der Autobahn schnitt, dachte ich „Verdammter Pole!“. Ouups?! Mehmet „hängt trotzdem an diesem Land“. Und barmt: „Leider schweigt die Mehrheit bei Homophobie, Sexismus, Me too …“

Die Klatsch-Komparsen vom WDR schwiegen nicht!!

Die Schauspielerin Shary Reeves (43), Papa Philosophie-Professer aus Kenia, Mama Krankenschwester aus Tansania (die Deutsche Welle war ihr Schicksal) kam in Leo-Jacke. Nach „Sendung mit der Maus“, „Marienhof“, Fußball (Bad Neuenahr) und Trainer/In-Lizen (C-Klasse): „Ich weiß, dass die Mehrheit nicht rassistisch ist. Aber auch ich wurde schon mal gefragt: Sie sprechen aber ein perfektes Deutsch… Oder wenn man „Farbige“ genannt wird; es fängt mit Vorurteilen an und kippt in Rassismus.“ Aber: „Bei Gefahr wechsel ich auch lieber die Straße.“ Trotzdem: „Dein Deutschland ist auch mein Deutschland.“

Plasberg erklärt die Kölner Rheintreppe, zeigt die EXPRESS-Schlagzeile: „Rhein-Boulevard wird zu Rhein-Brutal“. Der übliche Terror der Moslem-Machos. Die „Anwohner fühlten sich nicht mehr heimisch“, hatten „Stress“, plettet Plasberg die Wirklichkeit platt. Erst als Scheinwerfer und Polizei kamen, die Shisha-Pfeifen weg waren, gings wieder. Die schöne Tuba Sarica: „Ich habe da mal gejoggt, ich gehe da nicht mehr hin. Die Moslems haben ein krankhaftes Verhältnis zu Frauen. Wir wissen ja nicht erst seit ‚Silvester‘, daß Liebe und Sex ein Problem für sie sind.“

Das kann Carim Soliman (26), der ZEIT-Jüngling mit dem Ring am Zeigefinger und der hohen, weichen Frauenstimme (Papa Ägypter) natürlich so nicht stehen lassen: „Hat einer die Wasserpfeifen hinterfragt?“ Plasberg antwortet „Jaiiin“ oder so. Der sanfte ZEIT-Zottel mit dem weichen Kuschelkinn: „Aber als Özil 2014 das zweite Tor gegen Algerien schoß, schlug er mit der Hand auf den Adler, hatte Tränen in den Augen.“ Dann haute der ZEIT-Soldat jeden Sozialforscher um: „Die Mehrheitsgesellschaft sitzt immer am Hebel, die Minderheiten sind automatisch im Nachteil.“
Geduld, Süßer, Merkel und Meute ändern das ja gerade mit Macht. Und dann schlägt unter dem Adler bestimmt wieder das moslemische Herz…

Karlheinz Endruschat (67), der einzige Bio-Deutsche in der Runde, SPD-Genosse in Essen, sagte auch was: „In Kitas wird zu 50 Prozent nicht mehr Deutsch gesprochen … Wenn ich mit dem Hund spazierengehe, werde ich als ‚Hund‘ beschimpft … Wenn ich sage, vier Moscheen auf einem halben Quadratkilometer sind zuviel, kommt die Empörungsindustrie: ‚Alles richtig, aber das sagt
man nicht …‘“ Mein Gott, Allah, auch die letzten Sozis – alles Rassisten?!

Plasberg hat den Rassismus an diesem Abend nun mal an der Backe: Kartoffeln und Kanacken. Rassismus ist, wenn jemand fragt: Wo kommst du wirklich her? Oder: Wenn wir gewinnen, bist du Deutscher, wenn wir verlieren, Türke. Oder: Erdowahn darf kritisiert werden, aber nicht mit solchen Foto-Texten: 19 Deutsche und zwei Ziegenficker.

Plasberg fragt die Maus aus der „Maus“: Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen was fehlt in Deutschland? Die Antwort kommt zögerlich: Ja! Bei der Flughafenkontrolle … die (weisse?) Frau vor mir wird angesprochen: Bitte kommen Sie vor! Bei mir kommt nur ein nickendes „Okay!“ Immerhin lächelt sie schnell: „Ich bin ja nur 1,60 Meter groß …“ Alles klar? Deutschland ist ganz okay, nur, der garantierte Sechser im Lotto fehlt noch, Mama Afrika. Wie die Afrika- und Moslem-Quote. Bei den Frauen geht’s doch auch …

Oberlehrer Plasberg macht Bestandsaufnahme in der Schule: Max und Murat haben im Diktat beide 0,3 Fehler. Max kriegt eine 2, Murat nur eine 2 minus. Jetzt schnappatmet sogar der nette Türken-Anwalt: „Natürlich ist das rassistisch … Ausländer kö n n e n ja nicht gut sein! Ausländer kommen ja auch öfter in U-Haft und bekommen höhere Strafen …“ (Darum ist es in Deutschland ja auch nachts kälter als draußen …). Der Anwalt erinnert sich noch heute pikiert: „Als ich damals die Eltern meiner Freundin besuchte, hat von ihrer biodeutschen Verwandtschaft keiner Lambada getanzt“. Nach einem weiteren Klatschmarsch der WDR-Komparsen, räumt er immerhin ein: „Unter Türken gibt’s auch Arschgeigen.“

Der Experte Bandelow liefert die Bio-Sensation des Abends, jeder Mensch hat zwei Gehirne: „Wir haben ein Vernunft- und ein Angst-Gehirn … Man kann es keinem Recht machen … das ist der Grund für die selektive Wahrnehmung der Statistik!“ Immerhin räumt er beiläufig ein: Von den 400 Morden haben 40 Prozent Ausländer verübt … Was sagst Du nun, Gutmensch??

Geben wir der schönen Türkin Tuba den letzten Satz: „Mir blutet seit 16 Jahren das Herz, weil Deutschland vor die Hunde geht … Wir leben in einem wundervollen Land!“ Noch, schönes Mädchen, noch! Denk ich an Chemnitz in der Nacht, hat mich Merkels Meute mal wieder um den Schlaf gebracht …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!