Was folgt auf Notre-Dame?

Der Pariser Brand als Vorzeichen von Unheil

Von WOLFGANG HÜBNER | Vorweg: Es hat überhaupt nichts mit Panikmache oder rechten Verschwörungsfantasien zu tun, als Grund für den Brand der Pariser Kathedrale auch politisch motivierte Brandstiftung für möglich zu halten. Wieso auch sollte das ausgeschlossen werden nach all den vergangenen mörderischen terroristischen Ereignissen in der französischen Hauptstadt? Dass diese Möglichkeit in den journalistisch und ideologisch kastrierten deutschen Medien vollkommen tabuisiert wird, spricht nur gegen diese Medien, nicht aber gegen Brandstiftung als Ursache der Katastrophe.

Und dass die Macron-Regierung nicht das geringste Interesse hat, kurz vor der EU-Wahl eine terroristische Aktion auch nur für möglich zu halten, kann niemanden verwundern. Es wird aber in Frankreich sicherlich noch kritische Medien und Menschen genug geben, um sich nicht mit vorschnellen Erklärungen der Brandursache abspeisen zu lassen. Tatsächlich scheint einiges auf menschlich-technisches Versagen bei den Sanierungsarbeiten mit dramatischen Folgen hinzuweisen. Vorerst jedoch bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen von Polizei und Feuerwehr ergeben werden.

Doch ob nun Unfall oder Verbrechen: der Pariser Brand kann als Vorzeichen für größeres Unheil in Europa, vielleicht sogar der ganzen Welt verstanden werden. Es sei daran erinnert, dass es zwei besonders symbolträchtige Katastrophen – beide zweifelsfrei nicht terroristischen Ursprungs – waren, die 1911 und 1937 die beiden großen Unheilereignisse des 20. Jahrhunderts gleichsam signalisierten: In der Nacht vom 14. auf 15. April 1911 sank der als unsinkbar geltende Ozeanriese „Titanic“ nach der Kollision mit einem Eisberg. 1514 Menschen starben dabei.

Drei Jahre später, 1914, begann die „Urkatastrophe“ des Ersten Weltkriegs. Dieser wurde übrigens nach heutigen Erkenntnissen keineswegs vom damaligen deutschen Kaiserreich verschuldet.

Im Mai 1937 geriet das deutsche Luftschiff „Hindenburg“ kurz vor der Landung in New York in Flammen und stürzte ab, 36 Menschen fanden den Tod. Zweieinhalb Jahre später begann mit dem Krieg des von den Nationalsozialisten beherrschten Großdeutschen Reichs gegen Polen der Zweite Weltkrieg, dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen. Damals erklärten Großbritannien und Frankreich dem Großdeutschen Reich den Krieg, der erst 1945 mit den amerikanischen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki sowie der anschließenden Kapitulation Japans beendet wurde.

Gewiss ist es spekulativ, in dem Pariser Brand ein Vorzeichen neuen großen Unheils zu vermuten. Doch wie vor 1914 und 1939 haben sich international und auch im Innern der wichtigsten Staaten Europas und der Welt Probleme mit hoher Explosionsgefahr angestaut. Gerade Frankreich, aber auch Deutschland, haben – um es vorsichtig auszudrücken – eine jeden Tag labiler werdende Bevölkerungsstruktur.

Selbst eine nur mittelschwere Wirtschaftskrise kann in diesen Kernstaaten der EU ganz schnell zum Brandbeschleuniger werden. Bekanntlich verzögert nur die abenteuerliche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt den Zusammenbruch des Euro-Systems. Selbst EZB-Chef Draghi weiß nicht, wie lange das alles noch gut geht. Aber er geht bald in Pension, bis dahin wird es wohl noch reichen.

Der Protest der Gelbwesten in Frankreich hat gezeigt, wie brüchig die ökonomische und politische Stabilität im Nachbarland ist. Es erscheint deshalb lächerlich, wie der politisch-mediale Komplex sowohl im Nachbarland als auch besonders penetrant in Deutschland nun in dem Brand der christlichen Kathedrale eine Chance zu Versöhnung sozialer Unterschiede und Aufbruch zu neuer nationaler Einheit beschwört.

Es ist geradezu provokativ, die Spendenbereitschaft von Milliardären als Beweis dafür zu interpretieren, wie Frankreich, ja ganz Europa in Solidarität vereint sei. Die Gelbwesten werden jedenfalls sehr genau registriert haben, von wem für die angekündigten Millionenspenden das Geld kommt, das vielen Franzosen Monat für Monat für ein besseres Auskommen fehlt.

Ob der Pariser Brand einst als Vorzeichen großen Unheils angesehen wird, kann nur die Zukunft weisen. Und hoffentlich wird das nicht der Fall sein. Doch wer sich nichts vormacht oder vormachen lässt, kann in dieser Katastrophe eines Symbols europäischer Kultur, Kunst und christlicher Religion ein düsteres Signal kommender schwerer Kämpfe in den Kernstaaten Europas erkennen. Der Brand in Paris ist gelöscht, der innere Brand in Frankreich und Deutschland aber schwelt weiterhin. An möglichen Brandbeschleunigern herrscht kein Mangel.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.