Ist Umwelt-Greta schuld?

Niedersachsen: Mathe-Abitur zu schwer – aber Schule schwänzen OK

Von REALSATIRE | Immer wieder freitags dürfen Niedersachsens Schüler mit dem Wohlwollen von Ministerpräsident Stefan Weil und Bildungsminister Grant Tonne (beide SPD) ungestraft die Schule schwänzen – der „Umwelt zuliebe“. Naheliegend, dass sich angehende Abiturienten unter ihnen deshalb nicht hinreichend auf die Mathe-Abi-Klausur vorbereiten konnten, die am letzten Freitag geschrieben wurde.

Die Prüfungsaufgaben seien zu schwer gewesen, beklagen sich jetzt Schüler und fordern in einer Online-Petition – wohl noch ganz im Greta-Rausch – „Gerechtigkeit“. Peinlich nur: Es scheint, dass auch die Deutsch-Klausuren in die Hose gehen werden, denn der Petitions-Text strotzt nur so vor Fehlern.

Die von einer gewissen Sahar Gholam initiierte Petition besteht aus nur neun Sätzen, verzeichnet aber acht Fehler in Orthographie, Interpunktion und Grammatik. Vom schwurbelig formulierten Inhalt mal abgesehen. Deutsche Sprache, schwere Sprache. Fürs Studium an einer deutschen Hochschule wird es wohl reichen.

Auch in Deutsch hat Niedersachsens künftige Elite noch Schwierigkeiten

Die Petition an das Kultusministerium hat trotz Fehlermarge in wenigen Stunden das Quorum von 5000 Unterstützern erreicht. Was zeigt, dass  Leistungsvermögen und Anspruchshaltung von Niedersachsens künftiger Elite noch nicht ganz reziprok zueinander stehen. Zahl und Schwere der Mathe-Abitur-Aufgaben seien zu hoch und „nicht schülergerecht“ gewesen, heißt es. Deshalb fordern die Unterzeichner „verbesserte und sinnvollere Arbeitsaufgaben“, was wohl leichtere Aufgaben meint. Inklusive einer „gerechten Lösung“ und „sofortigen Stellungnahme“. Schließlich sei „unsere Zukunft von großer Bedeutung!“

Die Petition von Sahar Gholam ist vollgespickt mit Rechtschreibe- und Orthografiefehlern.
Die Petition ist vollgespickt mit Rechtschreibe- und Orthographiefehlern.

Logisch, dass SPD-Tonne stramm steht, wenn Gretas Schulschwänzer etwas fordern. Noch am Sonnabend sagte das Kultusministerium laut NDR zu, sich in der kommenden Woche eindringlich mit dem Fall zu befassen. Dort habe man bereits Erfahrung mit „zu schweren“ Mathe-Abiturprüfungen. Schon vor drei Jahren hatten sich Schüler nach den Prüfungen über den Schwierigkeitsgrad und die Anzahl der gestellten Aufgaben beschwert – mit Erfolg. Das Kultusministerium hatte umgehend auf die Proteste reagiert und die Benotung im Nachhinein entsprechend angepasst.