Merkels Masche

Corona: Hat die Kanzlerin die Krise nur verschlafen?

Von MARTIN | Oder lässt sie die Krankheit in Deutschland bewusst eskalieren, um sich am Ende wieder als große „Krisenmanagerin“ inszenieren zu können? Dass Merkel ganze drei Monate Vorwarnzeit ungenutzt verstreichen ließ, Deutschland deshalb bald so viele Kranke hat wie China, kann natürlich an Faulheit und politischer Dummheit liegen. Man kann dahinter aber auch eine gewollte Vernachlässigung der medizinischen Grundversorgung vermuten, um wieder einmal Retter in der selbst geschaffenen Not zu spielen.

Alle Merkel-Krisen folgen bekanntlich dem gleichen Muster: Eine Krise kündigt sich an, Merkel duckt sich weg, die Regierung bleibt auffällig lange passiv, bis das Wasser schon am Hals steht. Dann taucht Merkel aus der Versenkung auf, wie Oskar aus der Mülltonne, verkündet eine radikale, „alternativlose“ Maßnahme, die im Volk notgedrungen hingenommen wird und lässt sich im letzten Akt des Theaters von der Presse als größte Kanzlerin aller Zeiten feiern.

Diese Merkel-Masche haben wir bereits im Rahmen der verschiedenen Eurokrisen erlebt: Monatelang hat man die Griechen hingehalten, bis sie endlich pleite waren und Merkel sich dann mit ihrem hysterischen Geschwätz „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ jene Billionensummen deutscher Steuergelder verschaffen konnte, die die politische Elite brauchte, um ihr Prestigeprojekt „Euro“ am Leben zu halten. Die Presse jubelte, Merkel sonnte sich im Glanz der „Rettung“, die deutschen Sparer zahlten die Zeche. Man hätte natürlich auch gleich den Anfängen wehren können: Hätte man die Griechen 2010 schnell aus dem Euro entlassen, wären sie längst wieder drin. Aber wo wäre dann Merkels Glanz?

Beim Einmarsch jugendlicher Herumtreiber aus aller Welt 2015 (sogenannte „Flüchtlingskrise“) hat sich Merkel wieder genauso verhalten: Diese Invasion kündigte sich bereits Monate zuvor an, man wusste über die Schlepperrouten schon seit Jahren Bescheid. Aber statt sofort auf das Grundgesetz zu verweisen, wonach das deutsche Asylrecht nicht bei Einreisen aus Österreich und anderen EU-Ländern gilt, ging Merkel monatelang auf Tauchstation, bis die Massen in Salzburg an der Grenze standen, und dann „waren sie halt da“. Die Presse jubelte wieder, und Merkel ließ als allmächtige „Flüchtlingskanzlerin“ politisch alles platt machen, was nicht ihrer Meinung entsprach.

Man sollte Verschwörungsheorien nicht auf den Leim gehen, aber wo Rauch ist, ist bekanntlich auch Feuer. Die seltsame Passivität der Regierung im Fall des Coronavirus, den die Bundesregierung drei Monate lang ohne nennenswerte Vorkehrungen hat herankommen lassen, zeigt allzu auffällig erneut die typisch Merkelschen Krisenmuster: nichtstun, wegducken, eskalieren und am Ende als Retterin in Erscheinung treten.

Von Dezember bis Februar wurde im Bundeskanzleramt rein gar nichts in die Wege geleitet – und im Gesundheitsministerium genauso nichts –, es wurden keine Masken besorgt, keine Schutzanzüge für die Ärzte, keine Desinfektionsmittel, keine Beatmungsgeräte, und auch sonst wurde nichts vorbereitet. Merkel hockte noch Anfang Februar in aller Seelenruhe vor dem Fernseher, guckte sich die Bilder aus Wuhan an, wie die Menschen dort wie Fliegen starben, und freute sich vermutlich schon auf die gleichen Aufnahmen aus Hamburg und Berlin: Auch diese Krise würde sie wieder bis zum letzten ausschlachten.

Entsprechend lief in den folgenden Wochen alles nach Merkels üblichem Krisendrehbuch: Anfang März, als sich in Italien schon die Leichen türmten, wurde in Merkelland immer noch nichts getan. Im Kanzleramt drehte sie weiter gemütlich Däumchen, denn nur eine große Krise ist eine gute Krise. Was hätte es Merkel auch persönlich gebracht, wenn man schon Anfang März die Grenzen geschlossen und Ausgangsbeschränkungen verhängt hätte? Es hätte weniger Kranke gegeben und weniger Tote in Deutschland, aber wäre die Not schon groß genug gewesen, damit das Volk in seiner Verzweiflung nach der Gottkanzlerin rief? Mit frühzeitigen, entschlossenen Maßnahmen, um Menschenleben zu retten, wäre für Merkel persönlich nichts zu gewinnen gewesen.

Also lieber weiter eskalieren lassen: 10.000 Kranke, 20.000 Kranke, 30.000 Kranke. Merkel tauchte in den ersten Wochen der Krise, wie immer, komplett ab und machte sich rar, ein alter Trick, um den eigenen Wert zu steigern. Dann, als die Krankenhäuser sich endlich füllten, erschien sie dem Volk plötzlich als Lichtgestalt per Video und predigte ein paar pastorale Worte, natürlich ohne konkrete Bedeutung. Alles immer vage, alles möglichst lange schleifen lassen, bis die Not am größten ist – so läuft das Spiel dieser Frau.

Wir wissen daher auch jetzt schon, wie das Merkel-Drehbuch in den kommenden Wochen weitergeht, wir kennen sie lange genug. Die Zahl der Kranken in Merkels Reich liegt jetzt bei knapp 40.000, nächste Woche wird das kleine Deutschland die Krankenzahl ganz Chinas locker übertreffen. Aber das wird Merkel immer noch nicht vom Hocker reißen. Aktiv wird die Frau erst werden, wenn auch in deutschen Kliniken Tote und Sterbende wie in Spanien auf den Fluren herumliegen, weil es keine Betten mehr gibt, und auch bei uns die Bundeswehr wie in Italien die Leichen abkarrt.

Erst dann wird wundersamerweise über Nacht alles da sein, was wir eigentlich vom ersten Tag an gebraucht hätten: Schutzmasken, Schutzanzüge, Beatmungsgeräte und echtes, ernsthaftes Krisenmanagement auf Behördenebene. Und dann wird auch Merkel nicht mehr nur per Video zu sehen sein, sondern sich den Menschen leibhaftig zeigen, um die Früchte ihrer selbstgemachten Not höchstpersönlich zu ernten: Aufopfernd wird sie zu den Kranken in die Spitäler eilen, mit ernster Miene den Ärzten lauschen, Selfies mit erschöpften Pflegern und Krankenschwestern machen, Todkranken mütterlich über die Stirn streichen. Denn genau dann, wenn endlich wirklich große Not herrscht, wird Merkels Zeit gekommen sein, um von ihrem Olymp herabzusteigen, und das Volk wird seine geliebte Führerin erneut dankbar in den Himmel heben, die größte Krisenmanagerin aller Zeiten.

Aber wir sollten uns von diesen Spielchen nicht blenden lassen. Stattdessen sollten wir der Frau auch in dieser Merkel-Krise keinen Meter über den Weg trauen und uns statt dessen fragen: Cui bono? Wem nützt es?