„Überbelegung und schlechte Hygienebedingungen“

Minderjährige und Flüchtlings-Opa klagen gegen Griechenland

Von SARAH GOLDMANN | Was empfindet ein „Flüchtling“, der „Assads Fassbomben“ entkommen ist oder im Sudan politisch verfolgt wurde oder dem islamischen Terror in Afghanistan entronnen ist und – mit dem Aufenthalt in der Türkei unzufrieden – schließlich in einem griechischen Flüchtlingslager gelandet ist? Erleichterung, Dankbarkeit? Nein. Denn dort ist er in einem Zelt untergebracht, muss sich mit vielen hundert anderen Toilette und Dusche teilen, hat zwar zu essen, aber das war’s auch schon.

Es ist zu voll. Und es ist zu unhygienisch. So die Vorwürfe von „zwei unbegleiteten Minderjährigen und einem 80-jährigen Mann“, über die ZEIT online berichtet. Sie fanden nicht das vor, was sie sich erhofft hatten.

Wahrscheinlich hatte der 80-Jährige vor seiner Flucht aus Syrien, aus Afghanistan oder dem Sudan ein Zweibettzimmer in seinem Lehmhütten-Altersheim, das nicht überbelegt und mit einer gut funktionierenden Dusche ausgestattet war.

Die „Minderjährigen“, von denen wir nicht erfahren, ob es Kinder oder Jugendliche sind, hatten vermutlich ebenfalls überschaubare Kita-Gruppen oder Schulklassen, nicht überbelegt und mit dem Zugang zu ordentlichen Gemeinschaftstoiletten. All das vermissten die Kleinen und der Alte nun. Sie klagten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und – bekamen Recht:

Das Gericht verurteilte Griechenland, die drei Migranten zu verlegen oder ihnen durch anderweitige Maßnahmen eine Unterbringung in Übereinstimmung mit der Europäischen Menschenrechtskonvention zu gewährleisten. Diese schließe „eine unmenschliche oder entwürdigende Behandlung“ aus.

Griechenland wurde verurteilt. Schuld ist also die griechische Regierung, dass zu viele nach Europa wollen, wo das Leben schöner ist? Dass nicht nur diejenigen kommen, denen die Bomben um die Ohren fliegen, sondern auch die, die ins Freizeitparadies Deutschland wollen? Und dass es deswegen so viele sind, dass man sie nicht mehr unterbringen kann? Daran ist Griechenland schuld?

Das ist die Logik derjenigen, die andere für ihr schlechtes Leben verantwortlich machen, aber niemals sich selbst. Also die Logik der „Migranten“, die gegen das übervolle Lager geklagt haben. Und es ist die Logik von Richtern, die die Zustände in den Lagern sehen, aber nicht die Hintergründe, die sie auslösten: Deutschlands bestehendes Versprechen von einem paradiesischen Leben ohne Arbeit und Anstrengung, das weiterhin magisch so viele so genannte „Flüchtlinge“ anzieht.

Und es ist die Schuld derjenigen, die sich findig solche Mandanten zunutze machen, junge oder ganz alte, mit denen man Aufmerksamkeit und auch gute Urteile – und jede Menge Geld verdienen kann. Leider fehlen gerade solche Informationen über die vermutlich aktiv im Hintergrund agierenden Anwälte in den Schmierblättern wie ZEIT online, die Eindrücke über die Hintergründe des Geschehens liefern könnten. Allerdings – das ist natürlich auch nicht Sinn und Zweck von linkem Agitprop-Journalismus.