Durch Terror zur Weltherrschaft des Islams

Agenda 2020: Der 20-Jahres-Plan von Al-Qaida

Von MICHAEL STÜRZENBERGER | Der 20-Jahres-Plan von Al-Qaida trägt den Titel „Wie wir den Dschihad sehen und wollen“. Bis heute kursiert er in der Szene von radikalen Moslems. Dieses Strategie-Papier beschreibt Sieben Phasen, die sich über zwei Jahrzehnte von 2000 bis 2020 erstrecken. Am Ende sollte die gesamte Welt vom Islam beherrscht sein. Um die totalitäre Gedankenwelt des Politischen Islams zu verstehen, ist es wichtig, sich dieses Strategie-Papier genauer anzusehen. Der apokalyptische Terror-Anschlag vom 11. September 2001, dem die Bürgerbewegung Pax Europa am Freitag mit einer Kundgebung in München gedachte, war in eine langfristige Planung eingebunden.

Phase 1 heißt „Das Aufwachen“ und geht von den Vorbereitungen der Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington bis zum Fall Bagdads 2003. Der Terror von 9/11 wird in diesem Pamphlet als ein „machtvoller Schlag gegen den Kopf der Schlange in New York“ angekündigt.

Ziel der Anschläge sollte sein, die USA zu Kriegen in der islamischen Welt zu provozieren, um Moslems weltweit „aufzuwecken“. Das Schlachtfeld sollte ausgeweitet werden, damit die Amerikaner und ihre Verbündeten zu einem einfacher zu treffenden und näherem Ziel werden. Die Botschaften von Al-Qaida sollten durch spektakuläre Anschläge zudem an jedem Ort hörbar gemacht werden.

Die zweite Phase, „das Augenöffnen“, läuft bis 2006. In dieser Zeit werde sich die „islamische Gemeinschaft“ der westlichen Gegnerschaft bewusst. Al-Qaida wollte sich in dieser Phase von einer Organisation zu einer Bewegung entwickeln, dem sich viele junge Männer anschließen werden. Der Irak sollte zudem zur Operationsbasis von globaler Bedeutung ausgebaut werden, um dort eine „Armee“ aufzustellen. Außerdem war geplant, Stützpunkte in anderen arabischen Staaten zu errichten.

Die dritte Phase, „Das Aufstehen und Auf-zwei-Beine-Stellen“ umfasst den Zeitraum von 2007 bis 2010. Hierbei werde es eine Konzentration auf Syrien geben. Die kämpfenden Kader stünden bereit und hielten sich zum Teil im Irak auf. Auch Anschläge in der Türkei und gegen Israel wurden für diese Jahre geplant. Das Angriffsziel Israel sollte aus Al-Qaida eine in der islamischen Welt allseits anerkannte Organisation machen. Auch eine Ausweitung der Anschläge in den Nachbarländern des Irak, beispielsweise in Jordanien, wurde ins Auge gefasst.

In der vierten Phase zwischen 2010 und 2013 wollte Al-Qaida den Sturz der verhassten arabischen Regierungen erreichen. Der schleichende Machtverlust der Regime sollte zu einem stetigen Kräfte-Zuwachs bei Al-Qaida führen. Parallel sollten Angriffe gegen Ölförderanlagen durchgeführt und die US-Wirtschaft durch Cyberterrorismus geschwächt werden.

In der fünften Phase zwischen 2013 und 2016 sollte es gelingen, einen Islamischen Staat und in Form eines Kalifats auszurufen. Der Einfluss des Westens in der islamischen Welt werde dann nach Prognosen von Al-Qaida bereits massiv zurückgegangen sein. Auch Israel sei derart geschwächt, dass keine Gegenwehr gefürchtet werden müsse. Der islamische Staat werde eine neue Weltordnung hervorbringen.

Die sechste Phase sieht ab 2016 die totale Konfrontation vor. Unmittelbar nach Ausrufung des Kalifats werde die islamische Armee die von Osama Bin Laden oft vorhergesagte „Schlacht zwischen Glauben und Unglauben“ anzetteln.

Die siebte Phase nennt sich „endgültiger Sieg“. Das Kalifat werde Bestand haben, weil die restliche Welt angesichts der Kampfbereitschaft von anderthalb Milliarden Moslems klein beigeben werde. Im Jahr 2020 sollte diese Phase abgeschlossen sein, wobei die Al-Qaida-Strategen davon ausgingen, dass der Krieg nicht länger als zwei Jahre dauere.

Dieses Strategie-Papier wurde 2005 vom jordanischen Journalisten Fuad Hussein in einem Buch veröffentlicht. Der Spiegel berichtete am 12. August 2005 ausführlich. Hussein hatte in seiner Zeit als politischer Gefangener in Jordanien viele Gespräche mit anderen Häftlingen geführt, die zur Führungsetage von Al-Qaida gehören. Beispielsweise mit dem Jordanier Mohammed al-Makdisi, einem der prominentesten Ideologen von Al-Qaida, dem Ägypter Seif al-Adl, der an den Terroranschlägen gegen die US-Botschaften in Daressalam und Nairobi 1998 beteiligt gewesen sein soll, und dem Top-Terroristen Abu Musab al-Zarqawi, der später von 2002 bis zu seinem Tod 2006 Chef von Al-Qaida im Irak war.

Hussein hatte sich das Vertrauen dieser Gefangenen erworben, indem er unter anderem die Freilassung von Al-Sarkawi aus der Einzelhaft mit der Gefängnisleitung verhandelt hatte. Hussein hatte auch den Film „Al-Sarkawi – die zweite Generation der Qaida“ produziert, der auf Al-Qaida-nahen Internetseiten gepostet wurde.

Vieles aus den Planungen dieser Agenda 2020 von Al-Qaida hat sich tatsächlich so ereignet, auch wenn sich die Terror-Organisation die Situation im Jahr 2020 deutlich positiver für sich vorgestellt hatte. Das Ziel bleibt in jedem Fall für die Anhänger des Politischen Islams gleich: Die Erringung der Weltherrschaft.

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Michael Stürzenberger
Michael Stürzenberger

PI-NEWS-Autor Michael Stürzenberger arbeitete als Journalist u.a. für das Bayern Journal, dessen Chef Ralph Burkei beim islamischen Terroranschlag in Mumbai starb. 2003/2004 war er Pressesprecher der CSU München bei der Franz Josef Strauß-Tochter Monika Hohlmeier und von 2014 bis 2016 Bundesvorsitzender der Partei „Die Freiheit“. Seine fundamentale Kritik am Politischen Islam muss er seit 2013 in vielen Prozessen vor Gericht verteidigen. Unterstützung hierfür ist über diese Bankverbindung möglich: Michael Stürzenberger, IBAN: HU70117753795954288500000000, BIC: OTPVHUHB. Oder bei Patreon.