Alte gegen Junge: Die Corona-Spaltung der Deutschen

Von WOLFGANG HÜBNER | Mit Umfragen wird bekanntlich Politik gemacht. Grundsätzliches Misstrauen ist daher geboten. Doch die jüngste Umfrage des ARD-„Morgenmagazins“ dürfte schon deshalb den Stimmungswechsel im Corona-Geschehen widerspiegeln, weil selbst in der CDU/CSU-Fraktion der Ruf nach einem Ende der Lockdown-Maßnahmen immer lauter wird. Denn Bundestagsabgeordnete werden in ihren Wahlkreisen mit den verheerenden Konsequenzen der Merkel-Politik viel konkreter konfrontiert als die Kanzlerin in Berlin. Der Umfrage zufolge fühlen sich erstmals 49 Prozent, also fast die Hälfte, stark oder sehr stark von den Einschränkungen belastet. Und nur neun Prozent glauben überhaupt nicht belastet zu sein.

Das Ergebnis der Umfrage ist für kritische Zeitgenossen keine Überraschung. Denn immer mehr Menschen erkennen die Hilflosigkeit und Ratlosigkeit der für den langwöchigen Lockdown verantwortlichen Politiker. Geschlossene Kinos, Friseursalons, Fitnessstudios oder Schulen haben schließlich das Sterben in den Alten- und Pflegeheimen nicht verhindern können, aber die Lebensqualität von vielen Millionen drastisch reduziert bzw. zerstört, viele wirtschaftliche Existenzen sind bereits auf der Kippe oder schon vernichtet, von den seelischen Schäden bei unzähligen Menschen ganz abgesehen.

Ein Aspekt der Umfrage ist von besonderer Brisanz: Die unterschiedliche Reaktion zwischen jungen und alten Menschen. Bei den unter 40-Jährigen sprechen der Umfrage zufolge sechs von zehn Befragten (59 Prozent) von starken bis sehr starken Belastungen. Bei den über 65-Jährigen sind es knapp vier von zehn (37 Prozent). Diese Zahlen geben den Alten kein gutes Zeugnis. Denn sie können ihre Renten und Pensionen nur deshalb allmonatlich beziehen, weil die Jüngeren arbeiten und Sozialbeiträge abführen müssen.

Diesen Zusammenhang ignorieren offenbar gerade diejenigen, die in einer Gesellschaft  aufgewachsen sind, in der es noch nicht das eklatante gegenwärtige und künftige Missverhältnis zwischen immer mehr Alten und immer weniger Jungen gab. Die guten Umfragewerte für die Unionsparteien beruhen vorrangig darauf, dass Merkel und Söder ihre Corona-Politik in staatspolitisch verantwortungsloser, aber parteistrategisch hochprofitabler Weise auf die Gewinnung der Älteren und Alten ausgerichtet haben. Damit wird bewusst die Ruinierung der Lebens- und Zukunftschancen jüngerer Generationen für kurzfristige Machtvorteile in Kauf genommen.

Allerdings geschieht das in der bislang von der Realität auch bestätigten Einschätzung, dass die jungen und jüngeren Deutschen ihr Schicksal relativ widerstandslos hinnehmen. Das muss nicht immer so bleiben. Entscheidend wird jedoch sein, ob und wann die erwerbstätigen Altersgruppen von 40 bis 65 Jahren endlich die Sorgen um ihre Existenz und Altersversorgung ernster nehmen werden als die multimedial geschürte Angst vor einer Virusgefahr, die viel geringer ist als viele andere gesundheitlichen Bedrohungen. Es gibt immerhin Anzeichen für diese Entwicklung.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.