„Nordschleswiger“ spekuliert über „gewaltaffine Bevölkerungsgruppe“

Bei der Berichterstattung zum Falle des in Flensburg ermordeten Jonas N. fragte PI-NEWS im ersten Beitrag dazu nach Hintergründen zum mutmaßlichen Täter. PI-NEWS fragte, weil diese Angaben weder durch Presse noch durch die Polizei gemacht wurden. Dabei ließen wir uns durch folgende Auffassung leiten, die wir im 2. Beitrag explizit so formulierten:

Für die Wahrheit gehören alle Tatsachen auf den Tisch. Nur so kann man Spekulationen und Vorurteilen vorbeugen, nicht durch das Verschweigen der Tatsachen. Und nur so kann man aus Gegebenheiten Schlüsse ziehen und auf eine Besserung von Verhältnissen hinarbeiten.

Aus diesem Bemühen um Aufklärung der Wahrheit machte eine Zeitung im Norden, „Der Nordschleswiger“, eine Verbreitung von „Hass“ und „Falschmeldungen“ sowie die Verbreitung „rechtspopulistischer Propaganda“.  Die erste deutschsprachige Zeitung in Westeuropa (deutsche Minderheit in Dänemark) nach dem Zweiten Weltkrieg bemerkte wörtlich:

Ein bitterer Beigeschmack mischt sich in die Trauer um den Jugendlichen. Offenbar wird Jonas tragischer Tod genutzt, um ihn für rechtspopulistische Propaganda zu missbrauchen. So kam es in sozialen Medien sowie auf dem populistischen Portal „PI-News“ nach der Tat zu Spekulationen und Vorverurteilungen über die Herkunft des Täters – einziger Anhaltspunkt dafür: Es wurde keine Nationalität in der Polizeimeldung genannt.

Ohne nähere Erkenntnisse zu haben, wurden diverse Falschmeldungen verbreitet: „Es gibt mindestens eine seelisch kaputte Bevölkerungsgruppe in unserem Lande, die durch eine gewaltaffine Religion und deren sozialpsychologische Ausprägungen sozialisiert wurde und weiter wird“, urteilt PI-News. „Jeder weiß, dass hier nicht Dänen, Irländer oder Vietnamesen gemeint sind.“

So ist es tatsächlich. In Frage kämen nach unserer Beschreibung einer „gewaltaffinen Religion“ theoretisch folgende Bevölkerungsgruppen in unserem Lande:

Deutsche Juden, deutsche Taoisten, deutsche Hindus, deutsche Buddhisten, deutsche Katholiken, deutsche evangelisch-lutherische Christen oder deutsche Muslime. Die Frage ist nun:

Welche dieser Religionen ist a) gewaltaffin und b) stark genug um ihre Anhänger maßgeblich in dieser Richtung zu sozialisieren?

Welche dieser Religionen würde zum Beispiel nach Veröffentlichung von Karikaturen über ihren jeweiligen Gott oder Propheten die Redaktion der entsprechenden Zeitung überfallen und die Zeichner grausam ermorden?

Welche der Religionen würde einen Lehrer enthaupten der kritische Karikaturen eben jener Religion im Unterricht als Zeichen der freien Meinungsäußerung vorstellt?

Welche Religion passt hier, die wir nicht genannt haben und nur mit dem Attribut „gewaltaffin“ versehen haben? Die Antwort der Zeitung lautet:

Ohne dies ausdrücklich zu benennen, wird hier Hass gegen muslimische Menschen geschürt.

Offensichtlich scheint hier der Islam einen besonders hohen Wiedererkennungswert zu besitzen – nach Meinung des „Nordschleswiger“. Wir lassen das mal so stehen und kommentieren das nicht weiter. Wir werden nicht verraten, an welche Religion wir gedacht haben, die brutal, unduldsam, intolerant und vor allem gewaltbereit und grausam in der Welt auftritt und ihre Kinder in diesem Sinne sozialisiert. Die Spekulation mag Sache der genannten Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark bleiben, wir beteiligen uns nicht daran. Wir wissen sehr genau, um welche Religion es sich hier handelt, auch ohne es auszusprechen. Jeder weiß, welche Religion gemeint ist.