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Gutmensch werden, ist nicht schwer …

Wie es aussieht, wenn bekennende Gutmenschen von Bessermenschen im Gutsein überholt werden, kann man in der Sendung „Kontraste“ beim Rundfunk Berlin-Brandenburg anschauen und lesen. Konkret geht es um das „Versagen“ der Gut-Regierung von Rot-Grün. Unter anderem muss die selbsternannte Menschenrechtsspezialistin und Empörungsbeauftragte der Nation, Claudia Roth, sich unangenehmen Fragen zu Herzchen Kurnaz‘ Aufenthalt in Guantanamo und die Passivität der damaligen Regierung stellen lassen. Bekanntlich rettete ja Kanzlerin Merkel Kurnaz das Leben.

Wir machen darauf aufmerksam, dass der mit öffentlichen Mitteln finanzierte Beitrag des GEZ-Senders rbb sensible Leser emotional stark bewegen könnte. So viel US-Hass findet man auch in den Öffentlich-Rechtlichen nicht oft. Untermalt ist der Beitrag von schauerlichen Klängen, die das Grauen des Murat Kurnaz in Guantanamo noch realistischer erscheinen lassen. Daher empfehlen wir, ausreichend Taschentücher für die Tränchen bereit zu legen.

Viereinhalb Jahre war der Bremer Murat Kurnaz im US-Lager Guantanamo als Terrorverdächtiger in Haft. Rechtstaatliche Regeln waren außer Kraft gesetzt. Die Haftbedingungen waren unmenschlich. Sogar gefoltert wurde Kurnaz. Eigentlich ein klassischer Fall für den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung. Vier verschiedene Politiker waren während der Haftzeit im Amt – und keiner von ihnen hat etwas für Murat Kurnaz getan.

Wir sind untröstlich. Können wir wkirklich sagen, wir hätten nichts gewusst? Vielleicht:

Vom Datenschutz-Beauftragten hat man ja schon mal etwas gehört, bestimmt auch von der Stasi-Beauftragten. Aber wussten Sie, dass es einen Beauftragten für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe gibt?! Vor knapp zehn Jahren wurde diese Stelle geschaffen von der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Schröder. Rot-Grün hatte sich die Menschenrechte auf ihre Fahnen geschrieben. Seitdem wurde der Posten immer wieder neu besetzt. Beauftragter für Menschenrechte, das klingt gut. Doch was macht so ein Beauftragter eigentlich wirklich, wenn es darauf ankommt?

Puh, Glück gehabt, wir können uns rausreden. Es folgen einige hohle Aussagen der Inhaber dieses edlen Amtes, „die sich alle in diesem Amt abwechselten, während er, der Bremer Murat Kurnaz, im Foltergefängnis Guantanamo saß.“ Und Schwupps wird aus dem Türken ein Bremer, mit dem man kräftig auf die Tränendrüsen drückt.

Viereinhalb Jahre war der junge Mann unschuldig in der Gewalt der Amerikaner. Schutzlos ausgeliefert. Erst im August 2006 kam er endlich wieder frei.

Schutzlos den Amis ausgeliefert – grauenvoll, schlimmer geht’s nimmer! Und nun geht’s auch den hartgesottenen Lesern an’s Gemüt:

Murat Kurnaz
„Ich bin immer wieder kurz vorm Sterben gewesen. Sollte man mich damals gefragt haben, ich bin kurz vor dem Tod gewesen. Ich habe zwar noch geatmet, aber sonst bin ich fast gar nicht mehr da gewesen.“

Na ja, essen ging offensichtlich auch noch ganz gut, oder wurde Kurnaz als Teil der amerikanischen Folter gar mit Pommes Frites und Burger bis zur Bewusstlosigkeit zwangsernährt? Das muss man angesichts dieser Zustände wohl befürchten:

Das US-Gefangenenlager Guantanamo-Bay auf Kuba, ein schwarzes Loch für die Menschenrechte. Ein brutales Verhörzentrum für so genannte „Feindliche Kämpfer“. Die US-Regierung missachtet im „Krieg gegen den Terror“ internationale Schutzrechte – darunter leidet auch der Bremer Murat Kurnaz.

Es folgt eine Anklage von Kurnaz‘ Anwalt gegen die Bundesregierung, die einfach nicht geholfen hat.

„Die Verletzung der Rechte von Murat Kurnaz geht durch die gesamte Menschenrechtscharta. Das Recht auf Freiheit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit, eben Folter, das Recht auf ein faires Verfahren im Falle der Inhaftierung, auf einen Richter, auf einen Anwalt.“

Aber bei Kurnaz – schluchz – war das ja egal! Schlimmer noch, die Bundesregierung kooperierte sogar mit den Amerikanern! Das ist wirklich ekelhaft! Und dann dürfen alle ehemaligen Menschenrechtsbeauftragten sich rechtfertigen, um anschließend in der Luft zerrissen zu werden. Claudia Roth zum Beispiel:

„Ich bin nie offiziell damit befasst worden und sie können mir glauben, wenn ich nur einen Bruchteil gewusst hätte von dem, was jetzt an Informationen auf dem Tisch liegt oder immer mehr rauskommt, dass wir natürlich alles getan hätten um Murat Kurnaz aus Guantanamo rauszuholen.“

Nee, nee, Claudia, so nicht:

Andere Informationen hätte aber es gar nicht bedurft: Es gab dutzende Zeitungsartikel, Nachrichten, Meldungen. Von Anfang an ist klar, Guantanamo ist ein Ort der Rechtlosigkeit und Kurnaz sitzt dort. Claudia Roth hätte von sich aus handeln müssen – und können.

Tja, Claudia, was nun? Die Kurnaz-Brühe müsst Ihr Gutis ganz alleine auslöffeln und wir schauen nicht ohne Häme zu, wie Euch das quält.

(Spürnase: Huerlaender)