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Redeker – politischer Flüchtling im eigenen Land

Robert RedekerInterviews mit dem französischen Philosophen und Islamkritiker Robert Redeker (Foto) sind seit einiger Zeit sehr selten [1]. Bekanntlich wird Redeker von radikalen Islamisten bedroht, weil er vor etwas mehr als einem Jahr einen Artikel verfasste, in dem er unter anderem den Islam als Religion des Hasses beschrieb.

Jetzt gab er der katalanischen Zeitung Avui ein lesenswertes Interview [2], das PI-Leser Feuervogel für uns übersetzt hat.

Können Sie uns sagen, wie es zu diesem Alptraum kam?

Am 18. September 2006 schrieb ich für Le Figaro einen Artikel, der vielen Islamisten überhaupt nicht gefiel. Ich wurde vom französischen Geheimdienst gewarnt, dass man mich auf der offiziellen Al-Qaida-Website zum Tod verurteilt habe. Dort gab es einen Aufruf an alle Muslime der Welt, mir, sollten sie mir begegnen, die Kehle durchzuschneiden. Darauf wurde mein Name, Foto, Adresse, ein Bild meines Hauses samt Wegbeschreibung, das Foto meiner Frau und meiner Kinder und das meines Arbeitsplatzes veröffentlicht. Eine fertige Anleitung des Verbrechens. Sofort erhielt ich unzählige Drohungen durch das Internet.

Wie hat sich Ihr Leben seitdem geändert?

Ich lebe im Verborgenen. Ich bin ein politischer Flüchtling in meinem eigenen Land und bin gezwungen, ständig meinen Wohnort zu wechseln. Momentan habe ich ein „stabiles“ Haus, aber meine Adresse ist geheim.

Und wie hat Ihnen gegenüber die französische Gesellschaft reagiert?

Viele Intellektuelle haben mich unterstützt. Ich erhielt auch viele Briefe von unbekannten Leuten, von Leuten der Straße, die mir ihre Unterstützung ausdrückten. Aber der ehemalige Bildungsminister hat mich sofort der Maßlosigkeit beschuldigt. Danach habe ich von Nicolas Sarkozy Unterstützung erhalten, er rief mich an und schrieb mir einen Brief und sagte mir, dass er sich persönlich um meine Sicherheit kümmern würde. Auch vom Bürgermeister von Toulouse bekam ich Unterstützung. Hingegen bekam ich keine Unterstützung von der Gewerkschaft des Bildungssektors und auch von einem großen Teil der Linken nicht. Im Gegenteil, ich wurde der Islamophobie beschuldigt. Und ich dachte immer, die Linke sei gegen die Todesstrafe!

Sie sind sehr kritisch, was den Gebrauch des Wortes „Islamophobie“ angeht.

Ja. Islamophobie ist ein Wort voller Paranoia, das die Kritik und die Zurückweisung gewisser Ideen und Verhaltensweisen verhindern soll. Es ist eine semantische Kreation im Dunstkreis des Ayatollah Khomeini zu Beginn des Jahres 1980. Jene, die die Freiheit für die Frauen im Iran einforderten, wurden von Khomeini beschuldigt, sie würden ‚Islamophobie‘ ausüben. Es ist ein Wort, das unsere Freiheit töten soll. In Frankreich und Europa assoziiert man damit etwas anderes: Intoleranz und Rassismus. Aber, wer ist denn eigentlich intolerant?

Einige beschuldigen Sie, die Konfrontation des Islams mit dem Westen anzuheizen.

Es sind die islamischen Terroristen, die sind es doch, die eine Konfrontation zwischen Islam und Westen organisieren. Es handelt sich um kein Zusammenprall der Kulturen, sondern um eine historische Konfrontation. Wir können nicht eine Minderwertigkeit der Frau und die Geschlechterapartheid im Islam akzeptieren. Ja, es muss einen Dialog der Kulturen geben, aber es kann nicht sein, dass der Islam der westlichen Zivilisation und der Demokratie auferlegt wird.

Wenn Sie gewusst hätten, welche Konsequenzen der Artikel im Figaro haben würde, hätten Sie ihn geschrieben?

Ich bereue nicht, ihn geschrieben zu haben. Das, was die Islamisten wollen, ist die Verbreitung von Angst, sie wollen uns zur Selbstzensur erziehen, und dagegen kämpfe ich.

(Hinweis zum Interview gefunden auf eussner.net [3])

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