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Ausländerrechte in Dubai

Dubai als ein Teil der Vereinigten Arabischen Emirate ist heute ein florierendes Wirtschafts- und Tourismuszentrum und gilt als einer der modernsten arabischen und islamischen Staaten. Der wirtschaftliche Erfolg des Landes führte dazu, dass heute 90% der Bevölkerung nicht aus den Emiraten stammen.

Der 15-jährige Franzose Alexandre Robert hatte den diesjährigen Tag der Bastille (14. Juli) mit einem Klassenkameraden am Strand verbracht. Nach Einbruch der Dunkelheit traf er auf dem Weg zum Abendessen mit seinem Vater einen 17-jährigen emiratischen Mitschüler von der amerikanischen Schule, der im anbot, ihn mit dem Auto mitzunehmen.

Tatsächlich befanden sich in dem Fahrzeug drei emiratische Männer, darunter zwei Strafgefangene, 38 und 18 Jahre alt. Die Männer fuhren jedoch am Haus von Alexandre vorbei und verliessen die Straße, um dann auf einem dunklen Wüstensstreifen anzuhalten.

Die Männer nahmen ihm dann sein Handy weg und drohten ihm mit Messern und Knüppeln, ihn und seine Familie zu töten, sollte er jemals zur Polizei gehen. Danach wurde Alexandre seiner Aussage nach von allen drei Männern auf dem Rücksitz des Fahrzeuges vergewaltigt. Nach der Tat brachten sie ihn zurück in die Stadt und warfen ihn vor einem Luxushotel auf die Straße.

Seine Eltern brachten ihn zur Polizei, wo er untersucht wurde. Der ägyptische Arzt konnte in Alexandre Spermaspuren (DNA) von den drei Männern feststellen, führte jedoch keine weiteren Untersuchungen durch. Gleich nach der Untersuchung, versuchte der Arzt, wohl um den Vorgang schnell abschliessen zu können, Alexandre dazu zu bewegen, doch einzugestehen, dass er homosexuell sei.

Eigene Untersuchungen durch von der Familie beauftragte Ärzte führten jedoch Belege für eine mögliche Verwegewaltigung zutage.

Einer der Verdächtigen, ein 36-Jähriger, wurde bereits im Jahr 2003 HIV positiv getestet. Eine Tatsache, welche die dubaischen Behörden erst unter den Tisch kehren wollten, jedoch Anfang Oktober eingestehen mussten.

Die Brisanz des Falles liegt nicht nur in einer Reihe von unerklärlichen “Pannen” in der Untersuchung des Falles, sondern auch darin, dass die Behörden zum Teil eine offen feindselige Haltung eingenommen haben, die darin gipfelt, dass sich Alexandre seit Oktober in Gefahr sieht, wegen Homosexualitaet angeklagt zu werden. Im Falle einer Verurteilung müsste er mit einem Jahr Gefängnis und anschließender Ausweisung rechnen.

Das emiratische Strafrecht kennt keine homosexuelle Vergewaltigung, sondern nur den Begriff der “erzwungenen Homosexualität“ mit einer Höchststrafe von zwei Jahren.

Die Familie hat inzwischen das Land verlassen und versucht über öffentlichen und diplomatischen Druck – die Beziehungen zwischen Frankreich und Dubai sind inzwischen massiv gestört – eine Untersuchung des Falles zu erwirken, welcher wohl leider keinen Einzelfall darstellt. Sonst sind üblicherweise Arbeitskräfte aus der Dritten Welt (vorwiegend aus Pakistan, Indien und von den Philippinen) die Betroffenenen.

Auf einer Website, auf der auch andere Opfer zu Wort kommen sollen, ist der Fall ausführlich dokumentiert.

(Gastbeitrag von Thomas H. zu diesem Artikel aus der New York Times)