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Forum für Ex-RAF-Terroristen Klaus Jünschke

Klaus JünschkeRAF-Fahndungsplakat aus dem Jahre 1970, Zweiter v.l.: Klaus Jünschke.

Der Kölner Stadt-Anzeiger, Kölns größte Zeitung, bot kürzlich einem waschechten Ex-RAF-Terroristen ein Forum für seinen gutmenschlichen Rundumschlag gegen die vielerorts zunehmenden Realismus-Tendenzen in der medialen Darstellung der Jugendkriminalität.

Das Unheilvolle an „Brandmarkung mit Geschichte“ [1] (KStA vom 18.01.2008) ist, dass Klaus Jünschke als x-beliebiger Sozialwissenschaftler auftritt, der offenbar Erkenntnisse aus Gruppenarbeiten mit jungen Gefangenen der JVA Ossendorf weiterzugeben hat. Stutzig macht das offensichtliche Sendungsbewusstsein, mit dem sich der Porträtierte stattdessen in Agitprop-Exkursen ergeht: es gibt keine erhöhte Jugendkriminalität unter Moslems, was sich schon durch die deutsche Schuld im I. und II. Weltkrieg sowie durch Untaten Deutscher in vergangenen Jahrhunderten beweisen lässt. Für die Rest-Exkulpation der Delinquenten sorgt der schon andernorts überstrapazierte, philisterhafte Verweis auf Versäumnisse an den Schulen.

Was für ein APO-OPA sucht hier eifernd das Rampenlicht? Recherchen [2] enthüllen es dann: Gelegenheit zu authentischer Knastforschung hatte Klaus Jünschke überreichlich, brummte er doch elf Jahre wegen gemeinschaftlichen RAF-Bankraubs, bei dem für 134.000 DM Beute ein Polizist sterben musste. Im Prozess schrie er einst: „Für Ulrike [Meinhof], Du Schwein!“ und stieß den Richter zu Boden. – Nun fühlen sich auch andere Ex-RAF’ler heute noch zu einschlägiger Propaganda berufen wie Christian Klar, der sich 2007 wohl seine Begnadigung damit verbockt hat.

Das Fatale ist jedoch nicht nur, dass Jünschke, statt in stiller Sozialbereichs-Kärrnerarbeit seine einstigen Verirrungen aufzuarbeiten, in notorischer moralischer Überlegenheitspose verharrend die Spießbürgergesellschaft belehrt, sondern darüber hinaus, und wesentlich gravierender, dass der altkommunistisch geführte [3] Kölner Stadtanzeiger ihm aus freien Stücken seine Bühne bereitet: ganz unkritisch und ohne jeden Hinweis, um welch beschriebenes Blatt es sich hier eigentlich handelt.

(Gastbeitrag von Jankonrad)

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