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U-Bahn Schläger: Mit allen Tricks

Die Videoaufnahmen und der Umstand, dass die Brutalität der Tat durch ihre Veröffentlichung einer breiten Öffentlichkeit bewusst geworden ist, geben dem Prozess gegen die U-Bahn Schläger von München besondere Bedeutung. Anders als in vergleichbaren Fällen üblich, kann die Schwere des Verbrechens von Justiz und Medien nicht herunter geredet werden. Das wissen auch die Täter und ziehen alle Register orientalischer Basareloquenz, um der Strafe zu entgehen. Besonders geschickt gehen sie dabei nicht vor.

Der Focus berichtet [1] über die Anstrengung von Angeklagten und Verteidigung, die Forderung der Staatsanaltschaft nach 12 bzw 9 Jahren Haft abzuwehren:

Serkan A. hat zwei Verteidiger. Anwalt Oliver Schmitt plädiert auf Körperverletzung und bittet das Gericht, seinen Mandanten nur zu zwei Jahren und sechs Monaten zu verurteilen. Sein Kollege Florian Wurtinger erklärt: „In der Familie war alles kaputt, was kaputt sein kann. Die Tat sei eine „Riesensauerei“ gewesen, dafür müsse er hart bestraft werden. Serkan A. möchte sich gern nach der Haftentlassung um seine Freundin und das etwa einjährige Kind kümmern. Aber daraus werde wohl nichts, meint der Anwalt. Denn nach der Haftverbüßung werde die Stadt München ihn vermutlich in die Türkei abschieben. Er fordert ein Urteil „nicht über vier Jahren“.

„Mein Mandant wollte den Lehrer in keinster Weise verletzen“, sagt Verteidiger Wolfgang Kreuzer über Spyridon L. Es habe kein Vorsatz zu dieser Tat vorgelegen. Das Opfer habe in der barschen Art eines Oberlehrers daraufhin gewiesen, dass in der U-Bahn Rauchverbot gelte. Sein Mandant sei betrunken gewesen und ausgerastet. Nach Meinung von Verteidiger Kreuzer würde die Öffentlichkeit beide Täter zum Münchner Marienplatz führen und sie dort öffentlich aufhängen. Betretenes Schweigen im Gerichtssaal B 177. Anwalt Kreuzer redet schnell weiter und fordert ein „angemessenes Urteil“. Für wie viele Jahre sein Mandant büßen soll, sagt er nicht.

Bevor die Plädoyers gehalten werden, gibt Franz Joseph Freisleder, Jugendpsychiater und Leiter der psychiatrischen Heckscher-Klinik in München sein Gutachten ab. Über Serkan A. sagt er, eine krankhafte seelische Störung läge nicht vor. Sein IQ betrage lediglich 67. Dass durch eine Therapie eine Besserung eintreten würde, sei nicht sehr wahrscheinlich. In diesem Moment tippt sich Serkan A. an den Kopf, zeigte ihm einen Vogel.

Zum Schluss gibt der Richter den beiden Angeklagten das Wort. Spyridon L. fleht das Gericht an, ihn nicht in einen Jugendknast zu stecken. Dort gebe es nur Gewalt und Schlägereien. „Wenn mich jemand angreift, wehre ich mich“, sagt Spyridon. „Dann komm ich nie mehr raus. Stecken sie mich zu den Erwachsenen. Ich will Deutsch lernen und eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker machen. Aber kein Jugendknast. Ich bereue, was ich Herrn N. angetan habe.“

Auch Serkan A. bereut im Schlusswort seine Tat. „Ich will mich bei allen hier entschuldigen, die das mit ansehen müssen. Ich will meine Zeit nutzen.“

Nahe der hinteren Tür des Gerichtssaales verfolgt die Mutter von Serkan A. den Prozess. Seit einem Schlaganfall sitzt sie im Rollstuhl. Serkan A. behauptet, sie sei sogar querschnittgelähmt. Als der Prozesstag am Freitagabend beendet und alle weg waren, stand die Mutter auf und ging ganz normal allein zur Toilette.

Auch Mutter Serkan, die mit dem alten Trick der Behinderung offenbar beim Gericht Mitleid schinden will, scheint nicht über den höchsten IQ zu verfügen….

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