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Bilanz einer Niederlage: „Hundsfott“

In Köln feiern die Türken die Genehmigung der größten Moschee Europas. Bei einer Umfrage der Welt halten 90% von über 2.000 Lesern die Entscheidung des Kölner Rates für falsch. Pro-Köln zeigt sich entschlossen, weiter zu kämpfen und Ralph Giordano nennt in BILD die, die Islamkritiker zu Nazis abstempeln „Hundsfott“. In vielen Medien erhält er nochmals Gelegenheit, seine Position darzulegen. Zum letzten Mal, das ist wohl die Hoffnung der ängstlich vor dem Islam kuschenden Qualitätsjournalisten, die sogar ihre Gesichter auf Bildern von moscheekritischen Pressekonferenzen schwärzen lassen. Denn die eigentlichen Verlierer der bisherigen Auseinandersetzung sind die linken Islamkritiker um Giordano.

Für die erfolgsgewohnten Linken, die dem emanzipatorischen Anspruch ihrer Weltsicht treu geblieben sind, und demzufolge die Islamisierung Europas heftigst ablehnen, muss es eine neue Erfahrung sein, wenn alle Mühen, Konferenzen und Medienauftritte in Sachen Kölner Großmoschee nichts bewirkt haben. Während die immer noch kleine rechte Bürgerbewegung Pro-Köln eine sensationelle Wahrnehmung in ganz Deutschland und darüber hinaus erlangt hat, und sich einer Verdoppelung ihres Wahlergebnisses in den zweistelligen Bereich beinahe sicher sein kann, ist die Bilanz der linken Moscheebaugegner ernüchternd.

Aus Angst vor den Rechtspopulisten stimmte die CDU im Rat der Stadt gegen den eigenen Oberbürgermeister – und gegen  die eigene jahrelang oft gegen die eigenen Mitglieder durchgepeitschte Politik. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums, dort also, wo die Stimmen von Giordano, den Exmuslimen um Mina Ahadi oder der Atheisten um Michael Schmidt-Salomon hätten Gehör finden sollen, stand unbeeindruckt die Einheitsfront der demonstrativen Moscheehelfer. Die traurige Bilanz: Trotz kritischer Islamkonferenz und anderen spektakulären Auftritten mit teilweise brillanter Argumentation war die Bilanz der Kampagne von Links gleich null. Es ist der „Giordano-Gruppe“ nicht gelungen, auch nur einen einzigen Abgeordneten von SPD, Grünen, Linkspartei oder FDP zu einem „Nein zur Großmoschee“ zu bewegen.

Für linke Islamkritiker muss dieses Ergebnis ernüchternd sein. Seit 68 ist man gewohnt, dem eigenen politischen Willen kraft Diskurs Geltung zu verschaffen. Aber anders als dem „Adenauerstaat“, der eben nur in der Einbildung der Linken ein faschistoider war, sieht man sich jetzt erstmals einer echten faschistischen Ideologie in Form des Islam gegenüber. Und der lässt sich nicht einfach wegdiskutieren, wie einst die bürgerliche Gesellschaft der 60er Jahre. Die Zeiten, da man in sicherer Erwartung des gesellschaftlichen Sieges den größten Teil seiner Kraft darauf verwandte, den Alleinvertretungsanspruch auf die legitime Gesellschaftskritik gegen die Mitbewerber zu verteidigen, sind vorbei.

Als letzte Woche ein rechter Ratsherr auf offener Straße von Muslimen ins Krankenhaus geprügelt wurde, rangen wenigstens CDU und SPD sich einen mühsamen Protest gegen die politische Gewalt gegen den politischen Gegner ab. Die linken Islamkritiker haben geschwiegen. Leider.

(Dank an zahlreiche Spürnasen!)