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Unser dummes Staatsverständnis

DeutschlandWir haben die – historisch gewachsene – Vorstellung, dass die Macht an den Flächenstaat gebunden ist, die Macht grundsätzlich über Gesetze geregelt und in Strukturen festgelegt ist. Im Islam hingegen gibt es den Flächenstaat nicht. Es gibt nur die Menge der Muslime. Daher auch die Art, erst mal Gesetze zu akzeptieren, wo man hinkommt und diese als jene des dortigen Regierenden zu verstehen.

Mit dem Anwachsen der Menge der Muslime, die sich als separate Gruppe versteht, werden dann allmählich mehr Forderungen an die Umgebung gestellt, und – wenn sie mehr sind – auch der Machtanspruch gestellt.

Man kann in Berichten aus Stadtteilen, die einen hohen Muslimanteil haben, immer wieder lesen „das ist unser Gebiet“, ob der Bericht nun aus Arhus oder Berlin oder Paris kommt, und man liest in Diskussionen die Bemerkung „wir sind mehr“ oder „bald sind wir mehr, ihr müsst euch jetzt mit uns arrangieren“.

Dahinter steckt das völlig andere, mit unserer Organisation des Staates nicht verträgliche Verständnis, dass eine Gruppe auf Grund ihrer Menge die Macht übernehmen könne. Unsere Vorstellung ist diejenige des gemeinsamen Interesses an einer gut organisierten Wirtschaft und Gemeinschaft, in der jeder rechtlich geregelt seinem Lebensunterhalt und seinen Vergnügungen nachgehen kann.

Die islamische Vorstellung hingegen ist so, dass die größere oder stärkere Bande der kleineren oder schwächeren Bande sagt, wo es lang geht.

So gesehen ist eine Moschee und ein Minarett auch tatsächlich ein Zeichen der Präsenz und der lokalen Dominanz oder mindestens des Willens zur Dominanz: Wenn wir mehr sind, gelten unsere Regeln, heißt die Botschaft. Die Regeln der Gesellschaft und des Staates werden nicht als solche wahrgenommen, sondern nur als die Regeln der Gesellschaft, die halt im Moment noch mächtiger, nach Möglichkeit aber bald überwunden und durch den Islam ersetzt ist.

Eine Vorstellung, die völlig quer in der Landschaft des modernen Staates steht. Und dafür stehen die Moscheen und Minarette: Für eine völlig verquere Vorstellung, wie ein Gebiet – ich sage bewusst nicht Staat – organisiert sein soll, und wer das Sagen haben soll.

Im Staat unseres Verständnisses ist überall das von den Bürgern verabschiedete Gesetz gültig und die gemeinsam vereinbarte Organisation. Im Gebiet, wo Moslems sind, gilt ab einer bestimmten Dichte einfach das, was die Moslems wollen, auf Grund ihres Islams – oder genauer: auf Grund der Größe ihrer Rotte.

Der Machtanspruch ist also gar nicht mit unseren Kategorien denkbar: Es geht nicht darum, dass eine zugezogene Gruppe die Macht übernehmen will in unserem Staat – unser Staat existiert in deren Vorstellung gar nicht. Es hat hier einfach ein paar Eingeborene, die sich Deutsche oder Kölner oder Europäer nennen, und wenn die Moslems dann mal mehr sind, dann haben eben die Moslems das Sagen.

Den Zeitpunkt erkennt der geneigte Moslem, indem er die Moscheen oder einfacher noch, die Minarette zählt.

» Buchtipp: Die Siedler Geschichte Europas von Heinz Schilling. Die neue Zeit, wo das Entstehen unseres modernen Staatsbegriffes beschrieben wird. Seiten 382 ff oder für ein besseres Verständnis bereits ab Seite 345.

(Gastbeitrag von FreeSpeech)