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Bank Run in Madrid? Eine Billion für Berlin?

Diverse Zeitungen behaupten, in Spanien gebe es keinen Bank Run. Wir können das nicht sicher überprüfen, der Autor dieser Zeilen war gestern noch in Galizien und hat auch nichts dergleichen mitbekommen. Trotzdem reißen die schlechten Nachrichten über die europäische Schuldenkrise nicht ab. Eine weitere Stufe abwärts ist erreicht. Die räuberischen Griechen ohne Regierung, das Irrlicht Hollande ohne Plan, Spanier, Portugiesen, Italiener – überall negative Schlagzeilen. Der eine oder andere Leser verliert bestimmt den Überblick. Das müssen Sie aber gar nicht, liebe Leser, die Eurokrise ist ganz, ganz einfach. Egal, was Sie lesen und hören und gesagt bekommen, unter dem Strich steht immer dasselbe: Deutschland zahlt. Laut Hans Werner Sinn (Foto) hängen wir Deutschen derzeit mit einer Billion Euro drin.

In einem Interview nennt Sinn eine realistsche Summe von einer Billion Euro derzeit:

Um den Euro zu retten, sind wir bereits gewaltig ins Risiko gegangen. Wir haften, wenn man einen möglichen Staatskonkurs Italiens, Griechenlands, Spaniens, Portugals und Irlands ins Auge fasst, während der Euro noch überlebt, schon für über 600 Milliarden Euro. Und wenn der Euro zusätzlich zerbrechen sollte, kommen noch einmal gut 300 Milliarden Euro für nicht einbringliche Target-Forderungen hinzu. Insgesamt könnte dann eine knappe Billion Euro weg sein.

Mit jedem neuen Plan, mit jeder neuen Rettungsidee steigt diese Summe für Deutschland. Alle anderen zahlen ja nichts mehr. Simpel, nicht wahr! Und auch wenn Sinn die Kanzlerin schont, sie hat uns da hineingeritten, indem sie die EU-Verträge brach und für die Schulden anderer aufkommen wollte.