1

Frankfurt: Strafanzeige gegen Flughafen-Chef

Landebahn NordwestJahrelang mussten sich Fluggäste, die am Frankfurter Flughafen umgestiegen sind, über Verspätungen, gar deswegen verpasster Anschlussflüge ärgern. Seit der Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest im Jahre 2011 sind die Verspätungen deutlich zurückgegangen. Jetzt hat ein 71-jähriger Rentner aus Flörsheim eine Strafanzeige wegen versuchter und vollendeter Körperverletzung sowie Luftverunreinigung gegen Flughafen-Chef Dr. Stefan Schulte (Foto) erstattet. Für den Rentner steht fest, dass seine zahlreichen Gesundheitsprobleme auf den Bau der Landebahn Nordwest zurückzuführen sind. Und die Frankfurter Rundschau hat ein neues Opfer moderner Zeiten gefunden, das es zu beklagen gilt.

(Von Peter H., Mönchengladbach)

„Ich bin durch den Fluglärm krank geworden. Nachts werde ich wach, ich habe Schweißausbrüche und mein Herz schlägt unregelmäßig.“

Aussagen des Anzeigenerstatters Erich Zielke, die eine linke Zeitung wie die Frankfurter Rundschau nur allzu begierig zitiert. Und da in Flörsheim angeblich auch Ziegel durch Wirbelschleppen landender Flugzeuge von den Dächern fallen sollen, wirft Zielke dem Flughafen-Chef Schulte auch gleich mal versuchte Körperverletzung vor. Neu sind solche Spinnereien nicht, denn in den vergangenen Jahren haben Flughafengegner immer wieder Anzeigen gegen Schulte und die Betreibergesellschaft Fraport, selbst gegen einzelne Flugkapitäne(!) erstattet. In den meisten Fällen sind Ermittlungen erst gar nicht eingeleitet oder eingestellt worden.

Party-Lärm gilt als Grundrecht

In jener Straße Mönchengladbachs, in welcher der Autor wohnt, ging es früher ruhig und friedlich zu. Auch konnte man nachts normal schlafen. 2005 jedoch eröffnete eine Diskothek, die den eher asozialen Teil der Mönchengladbacher Bevölkerung wie ein Magnet angezogen hat. Seitdem sind nächtliche Hupkonzerte, Schlägereien und Polizeieinsätze genauso normal, wie das Erbrochene und die Scherben, die man am nächsten Morgen in einem zumeist nach Urin riechenden Hauseingang vorfindet. Selbst in den Nächten zwischen Werktagen ist es oftmals bis ca. 5 Uhr morgens zu laut zum Schlafen. Was bei einigen Anwohnern, insbesondere bei älteren Menschen, zur Verschlimmerung bestehender gesundheitlicher Probleme geführt hat. Nicht wenige berufstätige Anwohner sind resigniert weggezogen.

Trotzdem würde unsere linkspolitisch korrekte Lokalpresse niemals auf den Gedanken kommen, Artikel über die gesundheitlichen Probleme von Anwohnern zu veröffentlichen, die vor lauter Party-Lärm nachts nicht mehr normal schlafen können. Denn hier haben wir es mit Freizeit-Lärm zu tun – und alles, was mit Freizeit, Party und Vergnügen zu tun hat, ist im „kollektiven Freizeit-Park Deutschland“ (Helmut Kohl) etwas Heiliges, das weder hinterfragt, schon gar nicht angetastet werden darf. Nach Lesart linker Redakteure ist das Recht auf „Selbstverwirklichung“ ein elementares Grundrecht, hinter dem alle anderen Rechte als nachrangig zu betrachten sind. Auch dann, wenn die Selbstverwirklichung aus Komasaufen und Randalieren besteht. So wird aus dem Grundrecht zur Selbstverwirklichung schnell das Grundrecht auf Asozialität. Und wenn es sich bei betrunkenen Randalierern um Jugendliche mit einem sogenannten Migrationshintergrund handelt, dann sowieso. Dann ist betrunkene Randale, die anderen den Schlaf raubt, eine Form der „Lebensfreude“, die uns „bereichert“. Und wer das anders sieht, der ist Rassist. So einfach ist das.

Feindbild moderner Luftverkehr

Beim Luftverkehr jedoch sieht das völlig anders aus. Sicher, ein Mensch mit gesundem Menschenverstand würde das Recht der mehrheitlichen Bevölkerung auf Mobilität gegenüber den Rechten jener, die ausgerechnet in der Nähe internationaler Verkehrsflughäfen wohnen wollen, als vorrangig bezeichnen. Und es toll finden, dass marktwirtschaftlicher Wettbewerb in Verbindung mit technischem Fortschritt dazu geführt hat, dass wir heutzutage für wenig Geld schnell und sicher von A nach B düsen können. Ganz zu schweigen davon, dass der Wohlstand der Exportnation Deutschland ohne den modernen Luftverkehr in dieser Form gar nicht denkbar wäre. Aber für linke Redakteure, die sich ohnehin noch nie gefragt haben, wo unser Wohlstand eigentlich herkommt, ist all das bedeutungslos.

Für unsere linkspolitisch korrekten Medien ist der moderne Luftverkehr das Feindbild schlechthin; unablässig wird beklagt, wie laut und umweltschädlich Flugzeuge doch seien. Dass jede neue Flugzeug-Generation leiser und emissionsärmer als die jeweils vorherige ist, wird nicht einmal zur Kenntnis genommen. Anstatt Flugzeughersteller und Fluggesellschaften für ihre enormen Bemühungen um leiseren und emissionsärmeren Luftverkehr zu loben, werden ununterbrochen Forderungen nach noch mehr Steuern und noch mehr Restriktionen erhoben. So zerschlagen Medien und Politik den Luftverkehrs-Standort Deutschland, unter anderem mit dem Ergebnis, dass unbemerkt von der Öffentlichkeit alleine in diesem Jahr drei deutsche Fluggesellschaften Insolvenz anmelden mussten.

Man mag es seltsam finden, dass ausgerechnet jene linken Redakteure und Zeitungen, die (deutschen) Opfern von Lärm, Randale oder gar Gewalt mit geradezu aufreizender Gleichgültigkeit gegenüberstehen, täglich bemüht sind, Opfer des marktwirtschaftlichen Systems und/oder des technischen Fortschritts zu beklagen und damit indirekt nach Deindustrialisierung zu rufen. Oder einfach nur dumm. Aber wenn man von der Annahme ausgeht, dass linke Redakteure nichts lieber tun, als täglich lustvoll an jenem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen, dann ergibt das zumindest einen logischen Sinn. Leider jedoch haben wir es hier mit jener Art von Logik zu tun, die für die Zukunft unseres Landes nichts Gutes verheißt.