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74 Syrer mit „getürkten“ Pässen in Portugal

SyrerWie viele syrische Flüchtlinge sich derzeit in der Türkei aufhalten, weiß wohl niemand so genau. Vize-Premier Besir Atalay sprach vor einigen Wochen von rund 600.000 Flüchtlingen, Nichtregierungsorganisationen hingegen sprechen schon von mehr als einer Million Menschen. Die Türkei sucht nach Auswegen. Geschäftemacher sorgen nun dafür, dass die Syrer weiterreisen können. Ausgestattet mit falschen türkischen Pässen landeten 74 Flüchtlinge in Portugal und beantragten dort auch sofort Asyl.

(Von L.S.Gabriel)

Laut UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sind 6,5 Millionen Menschen auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien. Bisher lehnte die Türkei die Unterstützung internationaler Hilfsorganisation im Land ab. Erst vor kurzem forderte sie dann doch Hilfe für die Flüchtlinge vor Ort an.

Nicht alle Syrer sind völlig mittellos – wer kann, bleibt nicht in einem der Camps, sondern sucht sich selbst eine Unterkunft. Für einige Türken wird die Flüchtlingsflut offenbar zu einem neuen einträglichen Geschäftszweig. Wer die Möglichkeit hat, vermietet Wohnraum. Dass sich 16 oder mehr Personen eine Wohnung zu Wucherpreisen teilen, ist so keine Seltenheit. „Wir werden hier ausgenommen. Von uns Syrern verlangen die Hauseigentümer das Vierfache des üblichen Mietpreises“, klagt ein Familienvater.

Wer also kann, sucht das Weite. Oder versucht gleich nach Europa zu kommen, wenn auch nicht ganz ohne türkisches Zutun, offenbar.

n-tv berichtet:

Sie gaben vor Türken zu sein, kamen aber aus Syrien: 74 Menschen aus dem Bürgerkriegsland sind in Portugal mit falschen türkischen Pässen gelandet und haben in dem EU-Land Asyl beantragt. Die 38 Männer, 15 Frauen und 21 Kinder würden nun in Sozialwohnungen auf die Entscheidung der Behörden warten, teilte die Präsidentin des nationalen Flüchtlingsrats, Teresa Tito Morais, mit. Sie waren aus dem westafrikanischen Guinea-Bissau an der Atlantikküste gekommen, das über 10.000 Kilometer von Syrien entfernt liegt.

Die portugiesische Zeitung „Diario de Noticias“ berichtet online, dass die Flüchtlinge die Besatzung der Maschine bedroht hätten, um mitgenommen zu werden. Die portugiesischen Behörden strichen daraufhin die Flugverbindungen zwischen Guinea Bissau und Portugal – bis das westafrikanische Land wieder die Sicherheit der Flüge garantieren könne, hieß es.

Am Flughafen Lissabon war dann Endstation, dort wurden die falschen Papiere als solche erkannt. Die Syrer gaben an, sich die Pässe in der Türkei besorgt zu haben. Beim Zwischenstopp in Marokko sind sie wohl gar nicht kontrolliert worden.

Teresa Tito Morais ist zuversichtlich. Sie erwartet positive Asylbescheide für die illegal eingereisten syrischen Kriminellen, da die Lage in Syrien ja doch so schwierig sei und Portugal und Europa die Millionen Flüchtlinge nicht gleichgültig sein sollten.

Als Lohn für Betrug, Erpressung und die Androhung von Gewalt gibt es eine Eintrittskarte nach Europa, wo der Bevölkerung dann auch noch ein Willkommensdiktat für die neuen europäischen Mitbürger auferlegt wird.