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Kuba-Tourismus – vergnügt geplündert werden?

DSCF1000c [1]Daß im Sozialismus auch manch harmlose Alltagseigentümlichkeiten vorkommen, müßte den Deutschen aus eigener Geschichte noch in deutlicher Erinnerung sein – und dieses ganz abgesehen vom brutalen Selbsterhaltungskern des Sozialismus mit Repression, offener Unterdrückung und Bautzen-Gulag. Umso mehr verwundert es, mit welcher Gleichgültigkeit die (deutschen) Touristen nach Kuba in den Urlaub strömen und sich vorsätzlich vergnügt Absonderlichkeiten und Zumutungen im sozialistischen Urlaubsland aussetzen. Von den sozialistischen Verbrechen gegen die Menschenrechte [2] einmal ganz abgesehen.

(PI-Impressionen mit Photos aus Havanna/Kuba von Mr. Merkava)

Vorsichtshalber ohne viel Gegenworte lassen die vom Langstreckenflug erschöpften Touristen gleich die erste Narretei über sich ergehen: eine mit strengen Gesichtern von Uniformierten ausgeführte Handgepäck-Sicherheitskontrolle nach der Ankunft im relativ schäbigen Touristen-Terminal am Flughafen Havanna. Beim uniformierten Sozialismus weiß man ja nie – also besser keine genervten Bemerkungen gemacht:

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Nachdem man bereits vor der Abreise die ersten staatlich-stattlichen Euros für eine sog. „Touristenkarte“ für Kuba zwangsentrichtet hat – im Unterschied zu einem Visum ohne jeglichen anderen Zweck als bereits vorweg die ersten harten Devisen zu kassieren – geht es dann auch in dem Tempo weiter: praktisch das gesamte Tourismuswirtschaftssystem [5] ist nach der Abschaffung des US-Dollars als harte Parallelwährung im Jahre 2004 auf eine doppelte Preisstruktur [6] ausgerichtet, die den Hauptzweck hat, Touristen nicht am echten, nämlich niedrigen Kurs des kubanischen Peso teilhaben zu lassen, sondern ihn überhöht in „CUC“ (konvertibler kubanischer Peso) zahlen zu lassen. Dieses sozialistisch-komplizierte System [7] scheint aber in naher Zukunft, nicht zuletzt durch den moderateren, seit 2008 weniger ideologisch regierenden Castro-Bruder Raúl [8], den Bach runter zu gehen. Wohin ist allerdings noch nicht völlig klar. Diese Kunstwährung führt zu amerikanischen Preisen, die bei dem was geboten wird, allerdings völlig überzogen sind:

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In Havanna sind über die sozialistischen Jahre viele schöne alte Gebäude verfallen und das wohl nicht nur „wegen des Embargos [13]“. Wie in vielen Ländern der 2. Welt wird sich neuerdings auch hier allerdings vorsichtig auf das „koloniale Erbe“ besonnen. Dieses weniger wegen einer ideologischen Umkehr, sondern aus der richtigen Erkenntnis, daß ästhetische historische Gebäude ein für Touristen attraktives Flair einbringen – und Tourismus in Kuba ist noch vor Zucker, Schnaps, Zigarren und Ärzten einer der größten Devisenbringer:

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Anders die sozialistischen, stets auf Hochglanz gebrachten Prachtbauten – immer noch gefeiert mit alten Bekannten der zum Glück gescheiterten Weltrevolution:

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Der dort angesprochene Revolutionsführer und langjährige kubanische Staatslenker Fidel Castro [25], der in seinem Wirken in der Tat von bewundert über zwiespältig bis verbrecherisch [26] gesehen wird, müßte aber statt geehrt auf Geburtstagsfeiern eher vor einem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte [27] präsent sein. Dazu wird es aber wohl kaum kommen.

Notgedrungen haben sich die Kubaner bis auf weiteres in dem System ihren Alltag eingerichtet, der im günstigsten Fall meist eher Lada als Straßenkreuzer bedeutet:

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Man versucht, so viel es eben geht, vom Tourismus zu profitieren und an die begehrten „CUC“ heranzukommen – sei es über das Karibik-Flair oder das fröhliche Folklore-Feiern mit Erinnerungen an Hemingway per Mojitos, Daiquiris und kubanischer Zigarren:

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Und trotz verordneter, aber nicht wirklich erzwungener sozialistischer Tugend verdienen auch die Angebotssegmente Prostitution, Strichjunge und dunkelhäutige, männliche Mätresse für angejahrte weiße Frauen im Tourismus mit.

Die Stadt ist belebt, touristisch und fast im Aufbruch; die Menschen in Havanna sind freundlich, karibisch, heiter – allerdings auch stark auf „CUC“ fixiert und zwar nicht nur die Gauner [37]:

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Zum Schluß geht es wieder in einem überteuerten „CUC“-Taxi zum Flughafen, dort noch eine letzte Abzocke und dann aber, husch, wo anders hin:

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