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Dortmund: Nazimob stört Fußballspiel

w-Luedo Fussball Netanja gegen WestauswahlAm Dienstag hat ein Nazimob von 14 Leuten aus dem Umfeld der Partei „Die Rechte“ ein Fußballspiel zwischen einer Dortmunder Vorortmannschaft und dem israelischen Zweitligaclub Maccabi Netanya gestört. Netanya ist die israelische Partnerstadt Dortmunds. Die rechtsextreme Gruppe hat antisemitische Parolen gebrüllt und Palästinenserfahnen geschwungen, doch der Veranstalter des Spiels war auf einen derartigen Zwischenfall vorbereitet, denn der Dortmunder Westen, zu dem auch der Austragungsort Lütgendortmund gehört, gilt als Nazihochburg.

Die WAZ schreibt:

Ein Sicherheitsdienst und die Polizei waren anwesend. Die Mitglieder der Partei „Die Rechte“ wurden des Platzes verwiesen.

Der Zwischenfall mit den Neonazis sei eine Randerscheinung gewesen, so Reinhard Sack, Chef der Interessengemeinschaft. „Keiner von uns hat sich deshalb die Freude an der Begegnung verderben lassen.“ Rund 300 Zuschauer waren gekommen, darunter 200, die bereits Netanya besucht haben, darunter auch der Rabbiner der jüdischen Kultusgemeinde mit seiner Familie.

Die Rechtsradikalen waren einzeln durch den Einlass gekommen und für das Personal an der Kasse als Neonazi-Gruppe nicht zu erkennen. Auf dem Zuschauerrang haben sie dann zwei Palästinenserflaggen sowie eine Fahne des Deutschen Kaiserreichs entrollt und Parolen skandiert wie „Juden raus aus Palästina. Nie wieder Israel“ oder „Mörder“. Die Polizei mahnte sie erst ab und führte sie in der Halbzeit vom Sportplatz.

„Die Jugendlichen waren sehr erstaunt und erschüttert“, berichtet Zwi Rappoport, Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde in Dortmund. „Sie waren nicht darüber informiert, dass es hier Neonazis gibt und haben uns gefragt, ob wir keine Angst hätten. Wir haben ihnen versichert, dass dem nicht so ist, und ihnen erklärt, dass es sich um eine Randerscheinung handelt.“

Solidarität mit Palästina und den Opfern kenne man auch in Israel. „Das ist in Ordnung“, sagt Zwi Rappoport. Auch friedliche Demonstrationen seien zu begrüßen. „Doch denen ging es nicht um Palästina, das war blanker Judenhass. Sie haben eine Bühne gesucht, um ihre rassistischen Sprüche loszuwerden.“

Es ist leider zu erwarten, dass sich derartige Vorfälle häufen, je länger der Konflikt zwischen den übergriffigen Arabern Gazas und dem sich wehrenden Israel dauert. Auch ist zu erwarten, dass die tätlichen Übergriffe in Deutschland auf Juden in dem Maße noch heftiger werden, in dem von Politik und Justiz der offen ausgetragene Judenhass als harmlose Meinungsäußerung abgetan und kleingeredet wird.