1

Muslime sind nicht die neuen Juden

[…] Es gibt keine Probleme mit dem Judentum, mit dem Islam schon. Es gibt zu viele verstörende Dinge im In- und Ausland, die man im Zusammenhang mit dem Islam wahrnimmt. Das Ergebnis war kürzlich in einer Umfrage zu lesen: 51% der Menschen in Deutschland haben eine negative Meinung über den Islam. Unter solchen Umständen ist die Parallele zum Antisemitismus schnell bei der Hand. Schreibt man den Juden nicht auch allerlei Sünden zu?

Jawohl, so war es und so ist es. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: die Brunnenvergiftungen und Ritualmorde, die jahrhundertelang als Anlass für Judenpogrome, Verbrennungen und Vertreibungen dienten, waren allesamt erfunden; die Berichte vom Islamischen Staat und von „Ehrenmorden“ sind dagegen leider eine schreckliche Realität. Ob man diese Realität dem Wesen des Islams zurechnen darf oder nicht, ist umstritten. Ganz voneinander trennen kann man beides jedenfalls nicht.
Nun leben wir zum Glück in einem toleranten Land. Außer einigem Unbehagen und ein paar bösen Kommentaren im Internet halten sich die Reaktionen auf die aktuellen Ereignisse in Grenzen. Keine Demos mit Aufschriften „Kindermörder Islam“ und Sprechchören „Moslem, Moslem, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein.“ Keine Moscheen, die rund um die Uhr beschützt werden müssten. Keine Halal-Läden, die gestürmt und demoliert wurden. Nicht einmal wurden Muslime Opfer von Attentaten fanatisierter Anhänger der von ISIS, Al-Kaida, Boko Haram oder Al-Shabaab verfolgten Glaubensgemeinschaften. (Sehr guter Kommentar in den Potsdamer Neuesten Nachrichten)