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Die Heuchler zu Pfingsten

heuchler_kircheDrei bedeutende Kirchenvertreter meldeten sich über Pfingsten zu Wort und gaben den Gläubigen die Richtung vor – der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Bedford-Strohm und die Kardinäle Marx und Lehmann von der katholischen Kirche. Die Botschaften lauteten:

Marx:  Eigene Identitätsfragen überwinden, auf andere zugehen:

München (dpa/lby) – In seiner Pfingstpredigt hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx die Gläubigen dazu aufgerufen, eigene Identitätsfragen zu überwinden und auf andere zuzugehen. Das Pfingstwunder sei auch ein „Wunder der Kommunikation“ gewesen, sagte er nach Mitteilung des Ordinariats […]

Bedford-Strohm:  Mehr zuhören und Verstehen-Wollen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, fordert mehr „echte Kommunikation“ zwischen den Menschen. Vor allem in den sozialen Medien finde heutzutage „nur noch ein Abladen der eigenen Befindlichkeiten, das Herauslassen der eigenen Frustrationen statt“, sagte er in seiner Pfingstpredigt am Sonntag in München.

Laut Bedford-Strohm tritt das Zuhören und Verstehen-Wollen zunehmend in den Hintergrund. Daher brauche es dringt ein „Kommunikationswunder“.

Lehmann: Keine Grundlage für einen Dialog mit der AfD

Der scheidende Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, sieht derzeit keine Grundlage für einen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der AfD. Das „nationalistische Gerüchlein“ der rechtspopulistischen Partei sei ihm zu groß, sagte der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Also noch einmal: man soll auf andere zugehen, eigene Identitätsfragen überwinden, mehr zuhören, mehr verstehen wollen, so die Ansprüche der beiden Kirchen. Was ist aber, wenn zur Identität auch die der nationalen Zugehörigkeit gehört?

Darf man mit solchen dann noch reden, zum Beispiel mit Franzosen, deren Nationalfahnen man sogar in den Kirchen sehen kann? Mit europäischen Nachbarn, die sich als Polen, Niederländer, Briten, Tschechen, Basken oder Korsen fühlen? Darf man mit Kurden reden, die eine kurdische Identität und Kultur pflegen wollen oder mit Tibetern, die sich als Tibeter fühlen? Darf man mit Arabern reden, die sich als „Palästinenser“ empfinden, obwohl sie weder eine eigene palästinensische Sprache noch Geschichte noch Kultur haben? Geht das? Und darf man mit Deutschen reden, die sich als Deutsche empfinden?

Mit allen würden sie reden und häufig genug dabei verzückt die Augen verdrehen, aber nicht mit Deutschen. Das „nationalistische Gerüchlein“ nennt Lehmann das, was ihn stört und den Dialog verweigern lässt. Es ist ein Totschlagargument, hört sich negativ genug an, und muss nicht weiter begründet werden. Der geistige (und geistliche) Anspruch wäre nicht kleiner, wenn er sagen würde, die sind „böse“ oder „so äääh“.

Der Anspruch, Positionen zu überdenken, besteht nur gegenüber den deutschen Gläubigen, die dem neuen Flüchtlingskult oder dem Fetisch Islam kritisch gegenüber stehen oder seinen unangreifbaren Status (Tabu) thematisieren oder gar in Frage stellen. Das ist die Pfingstbotschaft der christlichen Kirchen in Deutschland.

Es ist ein großer übel riechender Gestank, den sie da parfümiert auf die Gläubigen versprühen, von denen sie durchgefüttert werden. Das gleichzeitige Fordern und Ablehnen von Dialog ist Heuchelei in Reinform und eher die Botschaft des Antichristen, die sie da verkündigen. Sie wird zu weiteren Austritten aus den christlichen Kirchen beitragen, zur Verkleinerung der christlichen Gemeinde, zu einem Anti-Pfingsten.