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Gedanken als terroristische Vereinigung

merkeljuntaGlaubt man den amtlichen Verlautbarungen der EU, dann wird in Bälde die eigene Meinung zu einer gefährlichen Waffe, werden verschiedene gedankliche Prämissen zu einer kriminellen Vereinigung, und wird schließlich der Akt des öffentlichen Verlautbarens logischer Schlussfolgerungen via Internet zu einem Akt des Terrorismus. Vergehen, die die öffentliche Ordnung, die Bürger, den Staat und somit uns alle in Gefahr bringt.

(Von G. Andreas Kämmerer)

Meinungsverbrechen

Terroristische Handlungen sind nach der Lesart der EU-Bürokraten sinngemäß: ernsthafte Verletzung der universellen Menschenwürde, Verletzung der Grundsätze der Gleichheit, Verletzung der Solidarität sowie Verletzung des gegenseitigen Respektes der Grundsätze, auf denen die EU gegründet sind. Die EU scheint also erfinderisch. Denn was Gesetz werden soll, ist nichts weniger als fundierte EU-Regierungskritik als „Meinungsverbrechen“ über die „Hassrede“ zu einer terroristischen Handlung verallgemeinern zu wollen. Die Pointe: Dem Bürger wird vom Staat eine Macht als negative Wirkung zugebilligt, von der er in positiver Weise sich nie hätte träumen lassen. Konsequenterweise werden PI-Autoren in Zukunft mit dem Umzug in einen Hochsicherheitstrakt gedankliche Freundschaft schließen müssen, wie auch das Medium selbst, PI, der Verteilung terroristischer Meinungsverbrechen beschuldigt, dann mit staatlicher Hilfe aus dem deutschen Internet verbannt werden müsste.

Und die neuen Meinungsverbrecher, nun in negativer Moral zu Meinungsterroristen geadelt, können das Privileg genießen, in einer staatlichen Hochsicherheitseinrichtung beschützt zu sein vor der zunehmenden Explosion (bei zunehmenden Verheimlichung) von roher Gewalt gegen Schutzlose im öffentlichen Raum. Eine entsprechende öffentliche Äußerung, „der Meinungs-Terrorist sei im Gefängnis beschützt vor den Kollateralschäden der multikulturalistischen Kriegsführung des Staates gegen die eigene Bürger“, wäre demnach durchaus geeignet, die EU-Kriterien für „Gedanken als terroristische Vereinigung“ zu erfüllen.

Fünf Unterstützer einer terroristischen Vereinigung

Führt man sich den EU-Gesetzentwurf zu Gemüte – in dem u.a. auch ein erfolgloser Buchhändler aus Deutschland seinen Fantasien freien Lauf gelassen haben soll – dann werden in der Tiefe jedoch substanzielle Defizite sichtbar. Zur Verbesserung der Effizienz der EU-Richtlinie für Nationalstaaten, staats- und somit hauptsächlich EU-kritische Bürger auf die Höhe eines EU-Scheines zusammenfalten zu können, wäre die Berücksichtigung folgender fünf Hauptverdächtiger zur Unterstützung einer terroristischen Gedanken-Vereinigung zu bedenken:

1. Die Prämisse. Wer kritische Mutmaßungen über die Menschenwürde, Gleichheit, Solidarität in die Welt setzt, also Gedanken, die zutreffen können oder nicht, macht sich im Grunde schon verdächtig. Denn wem sollen Gedanken dienen, die in den meisten Fällen ohne Nutzen, für viele Menschen aber von Schaden sind?

2. Die Konklusion. Wer kritische Gedanken über die Menschenwürde, Gleichheit, Solidarität fortgesetzt produziert, der erzeugt durch diese Handlung keine Wichtigkeit. Wer also mehr als einen Gedanken, also viele Gedanken zu einer Schlussfolgerung zusammenbaut, der muß sich der Frage stellen, welches Motiv ihn denn eigentlich bewegt, mit viel Aufwand und Arbeit seine Gedanken hinter anderen Gedanken zu verbergen. Ist denn die Wahrheit nicht einfach? Und wenn die Wahrheit einfach ist, warum muss man sie hinter komplizierten Gedankenfolgen verbergen?

3. Intersubjektivität. Wer eine große Sammlung von Schlussfolgerungen mit anderen Sammlungen von Schlussfolgerungen vergleicht, und dann behauptet, die eine oder andere Schlussfolgerung sei nun bewiesen, nur weil eine Mehrheit von Menschen dieser zustimmt, der muß sich dem Verdacht aussetzen, künstlich „Wissenschaft“ zu erzeugen, damit seine private Wahrheit, die er schon mit seinen Schlussfolgerungen und Prämissen nicht besser fundieren konnte, nun auf diesem Wege doch noch Recht erhält.

4. Logik. Wer Prämissen, Konklusionen und Relationen nach Regeln in eine bestimmte Beziehung zusammenbaut, die kaum ein normaler Mensch versteht, der kann niemals den Anspruch haben, für das Volk oder für den Bürger etwas Gutes tun, denken oder handeln zu wollen. Vielmehr ist der Verdacht mehr als überdeutlich, dass Werkzeuge, die nur in einer Geheimsprache zu bezeichnen sind, nicht dem Volk und dem Bürger, sondern feindlichen Interessen dienen.

5. Mathematik. Wer Operatoren, Operanden, Relationen, Prämissen, Konklusionen und so fort in vorgeblich guter Absicht verwendet, dem ist auch zuzutrauen, dass er mit Zahlen und Statistiken eine „Wahrheit“ beweisen will, die weder das Volk noch der Bürger versteht, weil diese Wahrheit keine Wahrheit ist. Mit Zahlen zu arbeiten, ist nur die Pervertierung der Logik, die wiederum das teuflische Werkzeug ist, unbewiesene Gedanken aus dem Nichts beweisen zu wollen.

Wehret den Gedanken

Das Vorkommen von Prämissen, Schlussfolgerungen, Logik und Mathematik in Verbindung mit kritischen Äußerungen bezüglich universeller Menschenwürde, Gleichheit, Solidarität, usf. sollten daher konsequent als Anfangsverdacht von Meinungs-Terrorismus in einer Art Rasterfahndung im Internet regelmäßig überprüft werden.

Ein Vorhaben das auch ohne semantische KI über Keywords wie „Schlussfolgerung“, „daraus folgt“, „daher“, „weil“, „denn“ und so fort leicht von automatisierten Such-Algorithmen in Textvorkommen des Internets und der sozialen Netzwerke zu erledigen wäre.

Dabei ist es durchaus bedenkenswert, zusätzliche objektive Kriterien für Meinungs-Terroristen zu finden. So hat der Autor dieser Zeilen diesen Artikel in seiner Mittagspause erdacht, und dabei auf einen IQ zurückgegriffen, dessen Höhe und Denkgeschwindigkeit durchaus von den EU-Denkwerkzeugen als Kriterium für die Gefährlichkeit von Meinungs-Terroristen gelten könnte. In Umkehr dieses zu erschaffenden Prinzips, könnten alle Menschen – die über einen „nur“ zweistelligen IQ verfügen – einen staatlichen Freifahrschein erhalten, de facto für Meinungs-Terrorismus ungeeignet zu sein.

Würde man diesen IQ kleiner als 100 mit der IP-Adresse und somit Internetzugang des Nutzers koppeln, hätten die staatlichen Aufsichtsbehörden, also der Staatsschutz, ein valides Werkzeug, nur noch jene Internet-Nutzer überwachen und verfolgen zu müssen, deren IQ nur 10% oder weniger der EU-weiten Bevölkerung ausmacht.

Das Merkel-Teilchen des Bösen

Als oberste Richtschnur für alle staatliche Vorsorge sollte das vorbildliche Verhalten und Kommunizieren von Frau Dr. Angela Merkel am 20.11.2016 in ihrer öffentlichen Darstellung bei Anne Will als ethische Richtschnur gelten. Die Bundeskanzlerin Deutschlands vermochte es wie kein 2. Staatsoberhaupt in der Welt, auf kongeniale Weise knapp 30 Minuten zu sprechen, ohne eine einzige Prämisse, Schlussfolgerung, Theorie, Beweis oder logische Figur oder Argumente zu bemühen – eine historische Wendemarke.

Diese semantische Entropie-Effizienz (die methodische Vermeidung jeder Aussage bei gleichzeitigem kontinuierlichem Redefluss) der promovierten Physikerin gleicht in seiner bewundernswerten Schlichtheit daher einem Perpetuum Mobile, bekanntlich eine Maschine, die Energie aus dem Nichts erzeugen soll.

Die Physikerin Frau Dr. Merkel verkörpert nun das deutsche Wunder der größtmöglichen Kopplungskonstante von Nichts und Bedeutung zu repräsentieren; ein Prozess-Zustand der Fluktuation, der das unsichere mentale Merkel-System innerlich in einen neuen stabilen, wenn auch halbflüssigen Aggregat-Zustand überführt: In politischen Klebstoff ohne Substanz, das Merkel-Teilchen.

Verantwortet nun jene klebrige Arglosigkeit seit Jahrzehnten das Leid und den Schmerz und den Tod ungezählter Opfer, die in Deutschland auf den blutigen Altären des Multikulturalismus eiskalt geopfert wurden und werden, offenbart sich in den EU-Plänen und der deckungsgleichen Merkel-Physik eine unerträgliche Verhöhnung von Vernunft, Anstand, Ordnung und Sitte: der Rechtsstaat als die Fratze des Bösen.