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Autokartell: Spiegel zu blöd zur Recherche im eigenen Archiv

Von KEWIL | Klaus Kleber sabbert mit hängenden Lefzen was von „organisierter Kriminalität“, der FOCUS freut sich auf „Milliardenstrafen“ und baldige „Insolvenz“, und die gesamte autofeindliche, grüne Journaille von FAZ bis HASEPOST überbietet sich mit düsteren Prognosen zur Autoindustrie. Es geht um die herbeigeredeten Kartellvorwürfe des SPIEGEL vom Wochenende.

Vielleicht sollten die überforderten Recherche-Pfeifen im SPIEGEL erst mal im eigenen Blatt suchen, ein Blick ins Archiv genügt:

Fünf deutsche Autohersteller machen gemeinsame Sache: bei der Reinigung von Abgas.

Erwin Teufel zeigte sich doppelt verzückt. „Froh und glücklich“ erklärte sich der baden-württembergische Ministerpräsident vergangenen Freitag über ein neues Forschungsprojekt, für das die Stuttgarter Landesregierung der deutschen Autoindustrie auch etwas Taschengeld überweisen wird: 7,5 Millionen Mark. Dafür soll sauber getüftelt werden.

Audi, BMW, Mercedes, Porsche und VW wollen sich künftig gemeinsam für die Reinhaltung der Luft einsetzen. Im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach bei Stuttgart eröffneten sie das neue Abgaszentrum der Automobilindustrie (ADA). Ein Dutzend Ingenieure, abgesandt von den fünf Herstellern, ersinnen dort nun unter Geschäftsführer Wulf Sebbeße, 55, die „vorwettbewerbliche Vorausentwicklung von Abgasreinigungssystemen“.

Die erste vereinte Grundlagenforschung in der Geschichte der deutschen Autoindustrie soll die Investitionen verteilen, die nötig sind, um künftige strengere Abgasnormen zu erfüllen, etwa die ULEV-Kriterien (Ultra Low Emission Vehicle) im smoggeplagten Kalifornien…

Und so weiter. Der Spiegel-Artikel ist vom 22.1.1996 und online. Er enthält keinerlei Gift, schildert die Zusammenarbeit der Autokonzerne neutral, und Presse und Politik sind glücklich und zufrieden, dass das Abgasproblem nun gemeinsam angegangen wird.

Dies war allerdings die Zeit vor dem Euro- und EU-Taumel, als Politiker und  Journalisten noch für die deutsche Industrie eintraten, während heute ein vaterlandsloses Pack sich heimlich und offen umso mehr freut, je dreckiger es der eigenen Wirtschaft und ihren Beschäftigten geht, siehe Merkel, die jetzt schon weiß, dass die Autoindustrie in ihrer heutigen Form nicht überleben werde.

Gleichzeitig bedauert das Kartell von Politik und Medien jeden Arbeitslosen von Timbuktu bis Tuvalu, der noch kein E-Bike hat, will Afrika mit Milliarden verschwendeter Euro hochpäppeln und jedem eine Solarzelle für seinen Kochofen spendieren. Wobei die NGO-Bande selber in dicken SUVs durch die Dritte Welt brettert.