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Malaysia: Der Islam und die Frauen

Auf ARTE lief am Sonntagabend [1] eine 360° Geo-Reportage, die sich vordergründig mit selbst bestimmten muslimischen Motorradfahrerinnen beschäftigt. Trotz vieler kritisch zu hinterfragender Darstellungen, trotz des Vorenthaltens wichtiger Fakten und trotz einer den Öffentlichen Sendern eigenen Schönfärberei des Islam wurden nebenher doch Fakten präsentiert, die selbst unter dieser gefilterten Darstellung erschreckend genug sind.

Sie zeigen (ab Minute 12:30) ein pervertiertes Bildungswesen, einen Missbrauch der jungen Menschen, die bereits in frühen Jahren gehirngewaschen werden. Im Anschluss an die Darstellung des Schulwesens wird ehrlicherweise dann auch gezeigt, wie die islamische Gesellschaft sich im Osten Malaysias schon jetzt entwickelt:

Der Islam ist Staatsreligion. Doch die Religionsfreiheit ermöglicht ein Nebeneinander der großen Weltreligionen. 6% der Bevölkerung sind Hindus, 20% Buddhisten, Muslime stellen über 60 %.

Von den Muslimen sind etwa die Hälfte gebürtige Malayen. Sie werden im Öffentlichen Dienst bevorzugt eingestellt.

Der Einfluss der Religion auf die malaysische Gesellschaft wächst. Das weltweite Erstarken des konservativen Islam ist auch in der vom westlichen Lebensstil geprägten Metropole Kuala Lumpur deutlich spürbar.

Heute wird Schatz’ fünfter Geburtstag gefeiert. Er besucht die Brainy Bunch Montessori Islamic Preschool, eine Privatschule, in der nach Montessori-Prinzip die Eltern Mitspracherechte haben. Schatz’ Schwester Sonja, die in dieser Schule das Internat besucht, feiert mit. Eine englischsprachige Ausbildung mit Cambridge-Zertifikaten ist Kiki für ihre Kinder ebenso wichtig wie ihre Erziehung zu frommen Muslimen.

Zum Lernen des Korans besucht Sonja ein Spezialprogramm. Ihr Tag beginnt um 4.30 Uhr. „Früh morgens lernen wir den Koran auswendig. Danach gehen wir zum Morgensport. Entweder wir machen etwas im Freien oder wir gehen joggen. Danach studieren wir wieder den Koran. Dann machen wir eine Stunde Mittagsschlaf. Das heißt ‚Koidela’“.

Von 2 bis halb 5 Uhr nachmittags unterrichtet Mohammad Aleno Deen, Lehrer und Direktor der Schule, Arabisch. Dies ist Teil des Dream Cafes [?]-Lehrprogramms. Ein Angebot der Schule, bei dem sich die Kinder ein Jahr lang ausschließlich auf das Erlernen von Arabisch und dem [Fehler im Arte-Text] Rezitieren des Korans konzentrieren. Mit allen anderen Fächern wird pausiert.

Auch islamische Moralvorstellungen werden gelebt. So sitzen Mädchen hinter Jungen, damit diese nicht abgelenkt werden, weder beim Beten noch beim Lernen. Dass sie sich den Raum teilen und miteinander sprechen können, gilt als liberal und ist in nicht allen muslimischen Ländern erlaubt.

[…]  Ziel der Schule sind hoch qualifizierte und strenggläubige Schulabgänger, die den Koran nicht nur auswendig können, sondern verinnerlicht haben. Wir versuchen unseren Schülern zu vermitteln, dass sie überall hingehen können, um den Islam zu verbreiten, auch nach Europa. Was meinen wir mit verbreiten?

Es geht nicht darum zu predigen, sondern sich wie ein guter Muslim zu verhalten. Niemals zu diskriminieren oder rassistisch zu sein, sondern immer friedvoll.

[…]  Kota Bharu ist Hauptstadt von Kelantan, Sultanat und konservativster Bundesstaat Malaysias an der Ostküste. 95 % der Einwohner sind Muslime. Hier werden die Gesetze des Islams strikter interpretiert als an der Westküste. Männer, Frauen und Familien bezahlen [im Supermarkt] ihre Waren an separaten Kassen. Inzwischen ist es hier Gesetz, nach Geschlechtern getrennt anzustehen. Unter der seit den 1990er Jahren regierenden Pas-Partei wurden auch alle Kinos und Karaoke-Bars geschlossen.

Ein Wechsel der Religion ist in Malaysia möglich, man darf zum Islam übertreten. Die andere Richtung ist verboten und wird – staatlicherseits sanktioniert – mit Arbeits- oder Umerziehungslager [2] bestraft.

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