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Bericht über Vergewaltigung: Interessiert das noch jemanden?

Von EUGEN PRINZ |“Habt ihr schon gehört, es wurde wieder eine Frau vergewaltigt!“ verkündet die Mitarbeiterin des kleinen Lebensmittelgeschäfts, in dem ich öfters einkaufe.

„Wo?“

„Na, hier in Landshut!“

Conny (sie heißt in Wirklichkeit anders) holt ihr Handy heraus, ruft den entsprechenden Bericht der pnp auf und liest vor. Eine Kundin, sowie die Inhaberin des Ladens und meine Wenigkeit hören ihr zu.

Wir erfahren, dass am frühen Samstagmorgen zwischen 4 Uhr und 4.30 Uhr in Landshut eine 31-Jährige vom Bahnhof kommend in Richtung Oberndorfer Straße unterwegs war. Ein Unbekannter folgte der Frau und zog das sich heftig wehrende und um Hilfe rufende Opfer kurz nach der dortigen Fußgängerunterführung in ein Gebüsch. Dort vergewaltigte er die 31-Jährige. Anschließend entfernte sich der Täter in Richtung Wolfgangssiedlung. Die Frau musste sich aufgrund der Verletzungen, die ihr der Täter bei der Vergewaltigung zugefügt hatte, in ärztliche Behandlung begeben.

Nachdem sie den Bericht vorgelesen hatte, ratterte Conny noch die Personenbeschreibung herunter: 30 Jahre alt, 175 cm groß, athletische Figur und …. wie das Amen in der Kirche folgte dann die übliche Floskel „südländisches Aussehen“. Ausnahmsweise mal kein Deutscher? So ein Wunder, wer hätte das gedacht. Oder bringe ich jetzt da was durcheinander?

„Um diese Zeit läuft man dort aber auch nicht mehr herum“, wirft Gitte, die Ladeninhaberin ein.

Ist das so? Wäre das in Polen ein Problem? In Tschechien, Ungarn, der Slowakei? Sicherlich gibt es auch in diesen Ländern Vergewaltiger, wie überall auf der Welt. Aber diese Staaten haben halt nicht eine Million Männer einer Altersgruppe, die für Straftaten besonders relevant ist, aus einem frauenfeindlichen Kulturkreis importiert und sind deshalb vielleicht ein ganz klitzekleines bisschen weniger mit solchen Dingen belastet….

Ich überlege kurz, ob ich überhaupt über die Vergewaltigung berichten soll. Wenn du da einen Artikel schreibst, das lockt doch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor, denke ich mir.

Ja, so weit sind wir schon im Merkel – Deutschland des Jahres 2018, dass eine Überfallvergewaltigung keine großartige Nachricht mehr ist, weil sie mittlerweile so häufig vorkommt. Eine Überfallvergewaltigung, die noch vor dem Jahr 0, vor der Grenzöffnung, im „alten Deutschland“ eine eher seltene Variante dieses Sexualdeliktes war. Meist kannten sich da nämlich Täter und Opfer.

Also was tun?

Natürlich darüber berichten! Denn alles andere wäre eine Kapitulation vor den herrschenden Verhältnissen und eine Respektlosigkeit gegenüber dem Opfer. Und nicht nur berichten, sondern auch mahnen: Gewöhnt euch nie daran und tut alles dafür, dass es in Deutschland wieder so wird, wie vor dem Jahr 0!