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Erdogans Truppenbesuch: Dumm gelaufen!

Von SELBERDENKER | „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Moscheekuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ (Erdogan 1998)

Mit unbequemen Wahrheiten ist das so eine Sache. Wer sie zuerst verkündet, wird in der Regel mit aller Macht bekämpft. Das ist kostenlos und bequem. Wer bestehende Probleme verdrängt, weil sie politisch nicht korrekt sind oder nicht ins eigene Wunschdenken passen, macht es sich kurzfristig leicht. Verdrängung und Verteufelung politisch inkorrekter Themen bietet zudem noch die Gelegenheit, sich auf Kosten der Verkünder unbequemer Wahrheiten selbst zu erhöhen, ohne eine gedankliche Leistung bringen zu müssen.

Wie man plötzlich „böse“ wird

Vor etwa zehn Jahren war ich politisch noch grün hinter den Ohren – und habe auch so gewählt. Am Rudolfplatz habe ich damals andächtig Joseph Fischer gelauscht, der dort eine seiner leidenschaftlichen Reden gehalten hat. Die lockere Art fand ich gut. Die GRÜNEN retten zudem unseren Planeten – habe ich gedacht. Sie haben zwar einige verquere Ideen – aber wenigstens sind sie für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen. Ich war damals ein typisches Opfer güner Weltuntergangspropaganda. Für meine Verhältnisse habe ich damals Unsummen an Naturschutzorganisationen gespendet.

Heute glaube ich, dass die GRÜNEN mehr zerstört als gerettet haben und das Grüne an den Grünen nur Mittel war, sich zu etablieren und an Macht zu gewinnen. Umweltschutz – ja – aber bitte rational!

Scharfschützen auf der Erdogan-Kaserne (Screenshot aus der Phoenix-Reportage).

In meinem eher linken Umfeld konnte ich damals über alles Mögliche diskutieren und hielt den freien Austausch von Argumenten für eine eher „linke“ Tugend. Bei der Einwanderungs- und Islamproblematik lief ich allerdings unerwartet gegen Beton. Warum gab es mit islamischen Migranten mehr Probleme? Die Frage war unzulässig. Diskussion völlig unmöglich! Empörung! Verstörtes Entsetzen! Diskussionsabbruch!

Argumentiert wurde auch vor zehn Jahren schon nicht. Die Nazi-Keule reichte schon damals völlig aus. Das war nicht mehr rational – und Sprechverbote machen ein Thema gerade erst besonders interessant. Irgendwann wird man gezwungen, sich selbst zu informieren und sich des eigenen Verstandes zu bedienen, wenn man mit dem Umfeld darüber nicht diskutieren kann. So wird man „Selberdenker“, wie viele hier – und landet wegen der damals geplanten Großmoschee in Ehrenfeld unweigerlich bei PI-NEWS.

„Kein Kölsch für Nazis!“

Man muss sich vor Augen führen, dass schon die Diskussion über das geplante Bauprojekt damals unerwünscht war. Allein wer die Bezeichnung „Großmoschee“ verwendete, galt bereits als Scharfmacher oder „verbreitete Panik“. Erdogan war der edle türkische Freund aller deutschen Gutmenschen, wobei der Begriff Gutmensch noch nicht sehr etabliert war.

Der damalige Kölner CDU-Oberbürgermeister Fritz Schramma kuschelte und klüngelte eng mit der DITIB und musste viel zu spät einsehen, dass er von den türkischen Nationalisten über den Tisch gezogen wurde.

Gratismut made in Kölle.

Schramma und der gesamte etablierte Kölner Filz aus Politik und Medien prügelte mit aller Kraft auf die Kritiker der DITIB-Moschee ein. Die übliche karnevalistische und künstlerische Superkölnerschaft stimmte natürlich ein. Ganz Köln konnte im wohligen Einklang mal wieder „gegen die Naaahzis“ schunkeln und saufen. Nä wat is dat schön! Prost! Selbst Kölsch wollte man an Kritiker der Moschee nicht ausschenken. An Kneipen und Brauhäusern wurden Schilder angebracht, mit der Aufschrift: „Kein Kölsch für Nazis!“ So tolerant ist Köln wirklich.

Ein Vorreiter der Islamkritik

Dann schaltete sich ein alter Schriftsteller in die „Naahzi“-Debatte ein, einer, der die echten Nazis und deren Schikane als Sohn einer Jüdin überlebt hatte. Man kann vielleicht sogar sagen, dass Ralph Giordano all die Freunde und Befürworter der Großmoschee damals erst zu einer halbwegs sachlicheren Debatte gezwungen hat. Ein Highlight dieser kritischen Auseinandersetzung war das Streitgespräch zwischen ihm und dem Dialogbeauftragten der türkisch islamischen Union DITIB, Bekir Alboga, am 16. Mai 2007.

Besonders erwähnenswert ist, dass Giordano mit seiner Position lange Zeit als Schriftsteller relativ alleine stand, von Kollegen und anderen „Intellektuellen“ lieber heftig angefeindet wurde – und trotzdem nicht von seiner Kritik abwich.

Böser Erdogan – und weiter?

Heute, nach unzähligen Problemen, Unverschämtheiten und Unzuverlässigkeiten von Seiten der DITIB, nachdem sich alle Befürchtungen bewahrheitet haben, nachdem der Despot vom Bosporus seine Maske abgelegt hat, ist es nun nicht mehr „naahzi“ Erdogans Großmoschee zu kritisieren. Doch mit welchem Ergebnis, mit welchen Konsequenzen?

Die Kanzlerin macht Deutschland weiterhin von ihm abhängig und erpressbar, die Deutschen zahlen sich für diese faulen Deals dumm und dusselig, unser beschämender Bundespräsident rollt ihm den roten Teppich aus und unsere Bundeswehr erweist dem unverschämten Despoten militärische Ehren.