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Merkelland, immer einen Schritt hinterher

Von WITTICH | Von allen Ländern in Europa hat Deutschland in der aktuellen Corona-Krise immer als letztes reagiert. Dieser Schlafmützigkeit verdankt Merkelland nun den fragwürdigen Platz 5 auf der weltweiten Rangliste der meisten Corona-Kranken, gleich hinter China, Italien, Iran und Spanien. Man fragt sich: Hätte man nicht auch in Merkels Reich ein koordiniertes, planmäßiges und vorausschauendes Vorgehen der Behörden erwarten können?

Versammlungsbeschränkungen, Schulschließungen, Grenzsschließungen – immer waren unsere Nachbarn schneller. Selbst in einem traditionell schlecht organisierten Land wie Italien war bei 9000 Kranken bereits alles dicht – in Merkelland wird bei der gleichen Krankenzahl immer noch herumdiskutiert. In Österreich gibt es schon seit Wochen klare Vorgaben, die Schulen sind längst zu, Gebiete werden komplett unter Quarantäne gestellt, Gruppen über fünf Personen von der Polizei aufgelöst.

Sogar in Frankreich hat sich die naheliegende Erkenntnis durchgesetzt, dass man eine tödliche Krankheit, die sich über Ansteckung zwischen Menschen verbreitet, am besten dadurch in den Griff bekommt, indem sich weniger Leute auf der Straße tummeln. Und in Sachen Grenzschließung waren die osteuropäischen Länder sowieso wieder am schnellsten.

Nur Merkels Reich hinkte immer hinterher. Trotz drei Monaten Vorwarnzeit aus China traf das Virus bei uns auf eine komplett unvorbereitete Regierungstruppe. Klare Konzepte für den Fall der Fälle, vorbereitende Abstimmung zwischen den Behörden, die Beschaffung von genügend Schutzkleidung für die Ärzte, Desinfektionsmitteln für die Bevölkerung – um all das hätte man sich monatelang kümmern können.

Erst bei einem aktuellen Stand von fast 10.000 Kranken kommt Spahn jetzt auf die Idee, sich mit den Kliniken zusammenzusetzen und ein konkretes Konzept auszuarbeiten – na bravo. Merkel tauchte – wie üblich – erstmal wochenlang ab und meldete sich dann per Video mit ein paar vagen Andeutungen, wie es denn nun weitergehen soll. So ganz genau scheint man das auf Regierungsebene immer noch nicht zu wissen – in der vierten Woche seit dem exponentiellen Ausbruch der Krankheit in Deutschland.

Proaktives Handeln scheint nur dann zu den persönlichen Eigenschaften unserer größten Kanzlerin aller Zeiten zu gehören, wenn es um Merkels private Lieblingsthemen geht: jugendliche Herumtreiber aus Arabien ins Land zu holen, ohne sich mit seinen europäischen Nachbarn abzustimmen, zum Beispiel.

Oder Kernkraftwerke von heute auf morgen still zu legen und aus der Kohle auszusteigen, ohne vorab die Energieversorgung zu sichern. Oder die Automobilindustrie aufs Kreuz zu legen, ohne dass man eine vergleichbare andere Industrie im Land entwickelt hat, um unseren Wohlstand zu bewahren – bei all solchen grünen Modethemen ist Merkel mit ihrer Truppe immer ganz vorne mit dabei.

Aber wenn es ausnahmsweise mal um eine altbackene, klassische Kernaufgabe einer Regierung geht, die Bevölkerung nämlich vor äußeren Katastrophen zu schützen, dann ist Merkelland ist immer einen Schritt hinterher.