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Uups, den „Tagesthemen“ rutscht die Wahrheit durch

Von MANFRED ROUHS | Lügen ist anstrengender als die Wahrheit zu sagen. Denn zur Struktur der Lüge gehört die Konstruktion einer Parallelwirklichkeit, die ständig gegen die Realität verteidigt werden muss. An ihr zerrt das wirkliche Leben beharrlich, bis irgendwann das ganze Lügengebäude wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt.

Insofern sind die Kommentatoren von ARD und ZDF um ihren Job nicht zu beneiden. Einfach auf die Straße gehen und vom wirklichen Leben berichten – das reicht für ihre „Arbeit“ bei weitem nicht aus. Gilt es doch, den öffentlich-rechtlichen Erziehungsauftrag zu erfüllen und täglich einen Beitrag zur Rechtleitung der Bevölkerung zu leisten, auf dass sich der politisch-mediale Konsensbetrieb noch möglichst lange selbst reproduzieren möge.

Am Abend des 22. Juni 2020 erhob in einem Kommentar der „Tagesthemen“ wieder einmal die Wahrheit ihr hässliches Haupt. Thomas Berbner äußerte sich zu den Ausschreitungen in Stuttgart und nannte Ross und Reiter: „Bei jungen Einwanderern verbreitet sich eine gefährliche Haltung: ‚Ihr habt uns gar nichts zu verbieten!‘“

In den Tagen zuvor trug sogar die Stuttgarter Polizei den Versuch mit, einer ethnischen Eingrenzung des Problems zu begegnen. Sie schob die Täterschaft an den Ausschreitungen, an denen nach ihren eigenen Angaben rund 500 Personen beteiligt waren, in die Schuhe einer „Party- und Eventszene“, von der „Focus“-Redakteur Ulrich Reitz schreibt, das sei „ein seltsamer Begriff“. Der Journalist hat allerdings Verständnis für die Notlage der Beamten:

„Dass die Stuttgarter Polizei ihn benutzte, um den Urhebern der Gewalt gegen sich selbst einen Gruppennamen zu geben, ist nur dadurch zu erklären, dass sich die Polizei nicht angreifbar machen wollte. Deshalb stellte sie auch heraus, es habe in der Stuttgarter Nacht keine politischen Motive gegeben. Dass die Polizei sich so äußerte, hat einen Grund: sie hat Angst.“

Angst vor Politik und Medien, deren Scheinwelt die Polizei angreift, wenn sie Begriffe wie „Zuwanderer“ und „Gewalt“ in einem Atemzug nennt. Ulrich Reitz bemerkt:

„Wer ‚Rassismus‘ ruft, wenn ein Polizist einen dunkelhäutigen Drogendealer unter Einsatz seines Körpers dingfest macht, kann das Gefühl haben, sich in einem linksradikalen Mainstream zu bewegen.“

So ist das in der schönen neuen Welt des Multi-Kulturalismus.

Bleibt nur zu hoffen, dass Thomas Berbner seinen lichten Moment gut übersteht und nicht im Mühlrad des öffentlich-rechtlichen Medienbetriebs zermahlen wird.


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming und hat die Broschüre Coronazeit – Leben im Ausnahmezustand“ herausgegeben. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig und vermittelt Firmengründungen in Hong Kong.