1

Düsseldorf: Polizei kann Demozug durch Innenstadt nicht stoppen

Am Samstag fanden bundesweit 16 Demonstrationen unter dem Motto „Es reicht“ statt, unter anderem in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. „Heute ist kein versammlungsrechtlicher Aufzug bestätigt. Es wird in der Stadt KEINEN versammlungsrechtlichen Aufzug geben. Was es nicht geben wird, ist ein Aufzug durch die Innenstadt.“ (Video hier) Aber es gab ihn dann doch…

Hier ein kurzer Rückblick auf den Demo-Verlauf (Quelle: Facebook-Seite von Dominik Roeseler):

Um 14 Uhr begann die angemeldete Demonstration planmäßig im Hofgarten, Höhe Inselstraße. Zu diesem Zeitpunkt war die ursprünglich vorgesehene Versammlungsfläche bereits überfüllt. In der angrenzenden Parkanlage waren weitere Teilnehmer. Schwer einzuschätzen, wie viele es insgesamt waren. Dazu gleich mehr.

Die Veranstalter haben dann – auf Druck der Polizei – erst den Demozug abgesagt und kurz danach die Versammlung für beendet erklärt. Zeitgleich mit der Kesselung einer Gruppe, die auf den Great Reset aufmerksam machte und von der Polizei fälschlich als störende Gegendemonstranten eingestuft wurde, entstand eine Eigendynamik und die Masse setzte sich in Bewegung.

Ohne Führung, ohne festes Ziel, aber fest entschlossen und der Schwarmintelligenz folgend begann ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Diese konnte nicht überall sein.

Daraus entwickelten sich zwei voneinander unabhängige Demozüge in ungefähr gleichstarker Größe. Hier kann man die Teilnehmerzahl kumuliert auf ca. 2000 schätzen. Einzelne Teilnehmer und Kleingruppen waren ebenfalls noch am ursprünglichen Kundgebungsort bzw. in der Innenstadt unterwegs.

Die beiden Demozüge bahnten sich ihren Weg durch Düsseldorf: Innenstadt, Altstadt, Rheinpromenade, angrenzende Stadtviertel und Landtag. Machte die Polizei eine Straße dicht, wich die Menge sofort in eine andere aus und war so für die Polizei nicht zu stellen – ohne Gewalt, ohne Eskalation, einfach clever.

Einen Zusammenschluss konnte die Polizei zwar verhindern, dafür musste sie aber die endgültige Kontrolle aufgeben. Selbst die Absicherung an stark frequentierten Straßen übernahmen die Teilnehmer. Auch das funktionierte ohne vorher eingeteilte Ordner hervorragend.

Eine Gruppe wurde gegen 17.30 Uhr am Landtag gestoppt und aufgelöst. Also nach rund drei Stunden Demozug durch Düsseldorf. Die andere war erst später zurück im Hofgarten.

Ein gelungener Demotag.