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Wie faschistisch ist die „kritische Rassentheorie“?

Von C. JAHN | Mit ihrer bekennend antihumanistischen Stoßrichtung ist die „kritische Rassentheorie“ eindeutig keine „linke“ Denkschule, wie sich im ersten Teil dieser PI-NEWS-Serie erkennen ließ. Bewegt sich die „kritische Rassentheorie“ mit ihrer Schwerpunktsetzung auf der Thematik der „Rassen“ also im Fahrwasser des Faschismus?

Die „kritische Rassentheorie“ („critical race theory“) entwickelt sich in den USA aktuell immer mehr zu einer Art neuen Staatsideologie. Es sind mehrere Gesichtspunkte der „kritischen Rassentheorie“, die gerade aus deutscher Sicht zu denken geben:
Grundsätzlich erscheint bereits die politische Einteilung von Menschen nach Kategorien der „Rasse“ problematisch („die Schwarzen“, „die Weißen“). Die politischen Warnsysteme sollten aber vor allem dann anschlagen, wenn aus dieser Einteilung in „Rassen“ die Forderung abgeleitet wird, diesen „Rassen“ unterschiedliche Rechte zu gewähren. Genau dies tut die „kritische Rassentheorie“ mit ihrer Forderung nach einer auf dem Merkmal der „Rasse“ gründenden Gesetzgebung zur gezielten Diskriminierung von „Weißen“ und ebenso gezielten Priviligierung von „Schwarzen“. Es ist genau dieses Kernmerkmal der „kritischen Rassentheorie“, die Ableitung gesetzlicher Ungleichbehandlung für unterschiedliche „Rassen“, an der diese Theorie fast nahlos an die Denkschulen aus der Zeit des Faschismus anknüpft.
Eine einheitliche Definition, was genau unter „Faschismus“ zu verstehen ist, gibt es bekanntlich nicht. Als Grundlage aller faschistischen Ideologien aber gilt gemeinhin ein übersteigerter Nationalismus bei gleichzeitiger Abwertung anderer Nationen (wie sie der „Patriotismus“ nicht kennt). Von „Faschismus“ statt „Nationalismus“ wird allgemein dann gesprochen, wenn dieser Nationalismus einhergeht mit einer Ablehnung freiheitlich-demokratischer Staatsgrundsätze (freie Wahlen, freie Rede). Weiterhin charakteristisch für den historischen Faschismus war in der Tat die Übernahme bestimmter Denkweisen des „Rassismus“, d.h. einer Selbstaufwertung nicht nur aufgrund nationaler, sondern auch biologischer, „rassischer“ Merkmale (Hautfarbe, Gesichtszüge etc.) bei gleichzeitiger Abwertung von Menschen mit anderen biologischen Merkmalen: Derartiges Denken begegnet uns vor allem im deutschen, aber auch japanischen Faschismus und zumindest in Ansätzen im italienischen Faschismus der Weltkriegszeit.

Die Parallelen zur „kritischen Rassentheorie“ in den heutigen USA lassen sich schnell erkennen: Wir sehen die stark vom Gedanken der „Rasse“ durchdrungene Geisteswelt der „kritischen Rassentheoretiker“, wir sehen, wie diese Theoretiker politische Gruppierungen aufgrund biologischer Merkmale zu konstruieren versuchen, diesen Gruppierungen dann unterschiedliche charakterliche Eigenschaften zuschreiben – „Rassisten“ die einen, keine „Rassisten“ die anderen – und sie tendenziell feindselig einander gegenüberstellen. Nichts anderes haben auch die deutschen NS-Theoretiker getan, als sie eine „arische Rasse“ einer „jüdischen Rasse“ politisch gegenüberstellten, der „jüdischen Rasse“ dann alle Schlechtigkeit der Welt zuschrieben und letztlich unterschiedliche Rechte für beide „Rassen“ forderten. Derartiges Denken der „kritischen Rassentheorie“ erinnert also nicht nur auf eher vage Weise an die Geisteswelt der Nationalsozialisten, sondern knüpft geradezu nahtlos an ein Kerncharakteristikum des deutschen NS-Staates an. Solche Gemeinsamkeiten zwischen den geistigen Grundlagen des NS-Staates und den auf „Rassen“ fixierten Denkschulen in den heutigen USA erklären daher auch, weshalb manche Hollywood-Machwerke der letzten Jahre, in denen aus ideologischen Gründen gezielt „Weißen“ die Rolle der Bösewichter zugewiesen wird, bei vielen Betrachtern in Deutschland Erinerungen an bekannt-berüchtigte NS-Filme mit ähnlicher Regieführung wecken, denken wir etwa an „Jud Süß“.
Charakteristisch für den Faschismus war aber neben derartigen geistigen Anleihen beim klassischen Rassismus auch die Ablehnung der freiheitlichen Gesellschaft, insbesondere der Meinungsfreiheit. Auch hier lassen sich deutliche Überschneidungen zwischen Faschismus und „kritischer Rassentheorie“ erkennen: Es ist ja ganz offen erklärtes Ziel dieser Theorie, dass bestimmte Meinungen in den USA nicht mehr sanktionslos geäußert werden dürfen. Sanktioniert werden sollen insbesondere Meinungen, die die Grundüberlegungen der „kritischen Rassentheorie“ in Frage stellen: zum Beispiel, ob der wirtschaftliche Rückstand der „Schwarzen“ gegenüber den „Weißen“ (aber auch anderen „Rassen“, die in der „kritischen Rassentheorie“ allerdings ausgeklammert werden) denn tatsächlich auf „Rassismus“ der „Weißen“ zurückzuführen ist oder nicht doch in erster Linie auf eine im eigenen Elternhaus vermittelte mangelnde Leistungsfreude, beginnend bereits in der Grundschule. Insofern tritt die „kritische Rassentheorie“ bekennend totalitär auf: demokratische Meinungsvielfalt wird ganz offen nicht gewünscht, im Gegenteil. Auch in dieser Hinsicht reichen sich die „kritische Rassentheorie“ und der bekennend freiheitsfeindliche Faschismus der 30er und 40er Jahre geistig die Hände.

Fazit:

Im ersten Teil dieser PI-NEWS-Serie ließ sich bereits erkennen, dass die „kritische Rassentheorie“ aufgrund ihrer antihumanistischen Stoßrichtung auf keinen Fall der kommunistisch-linken Geistestradition zuzuordnen ist – auch wenn sie sich im Auftreten als „linke“ Bewegung zu inszenieren versucht. Sehr viel näher als dem universellen „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ der Kommunisten stehen die „kritischen Rassentheoretiker“ der USA heute ihren Vordenkern aus Zeiten des europäischen Faschismus. Die „kritische Rassentheorie“ mag hinsichtlich ihrer Ablehnung eines freiheitlichen Staatswesens, ihrer Forderung nach totalitären Maßnahmen und zum Teil auch ihrer Befürwortung von Straßengewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen – Stichwort BLM – Gemeinsamkeiten mit kommunistischen Traditionen aufweisen. Aber die Eingruppierung von Menschen in „Rassen“, die Zuschreibung bestimmter charakterlicher Eigenschaften dieser „Rassen“ und die daraus schließlich abgeleitete Forderung nach unterschiedlichen Rechten dieser „Rassen“, zum Vorteil der einen und Nachteil der anderen „Rasse“ – solche geistigen Ekelhaftigkeiten waren historisch immer nur das Markenzeichen des Faschismus.