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„Pandemie der Ungeimpften“ ist Verhetzung

Von WOLFGANG HÜBNER | Sowohl in den Medien als auch in der Politik macht ein böses Wort die Runde: „Pandemie der Ungeimpften“. Auch der Neumilliardär Ugur Sahin, Gründer von BioNTech, hat sich in einem aktuellen Interview mit dem SPIEGEL entsprechend ausgedrückt: „Das Virus breitet sich fast nur noch unter den nicht geschützten Menschen weiter aus. Wir werden es in den kommenden Monaten mit einer Pandemie der Ungeimpften zu tun haben.“

Mit Blick auf die Situation in Israel und Island lässt sich zwar nur sehr fragwürdig behaupten, dass das Virus bzw. dessen Mutationen sich fast nur noch unter den nicht geimpften Personen ausbreiten. Doch von einer „Pandemie der Ungeimpften“ zu sprechen, ist – ob nun bewusst oder nicht – eine abstoßend verhetzende Ausdrucksweise.

Denn so werden Ungeimpfte gleichgestellt mit dem potentiell tödlich wirkenden Virus, das mit Impfen und anderen Maßnahmen bekämpft und unschädlich gemacht werden soll. Wer tatsächlich sagen will, dass die Pandemie nur noch oder hauptsächlich Ungeimpfte gefährdet, der muss sprachlich wie sachlich korrekt von einer „Pandemie unter Ungeimpften“ reden. Das ist aber etwas ganz anderes als eine „Pandemie der Ungeimpften“.

Letztere Ausdrucksweise drängt den Verdacht auf, dass nicht Viren, sondern Ungeimpfte das eigentliche Problem sind. Und jeder, der sich – ob bewusst oder nicht – so ausdrückt, beteiligt sich an der gesellschaftlichen Ausgrenzung und Verteufelung von Nichtgeimpften, die diese Entscheidung in Selbstverantwortung getroffen haben. „Pandemie der Ungeimpften“ ist die Rede derer, die Millionen Menschen in Deutschland brandmarken wollen. An ihrem menschenfeindlichen Sprachgebrauch sind sie zu erkennen.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen neuen Telegram-Kanal erreichbar.