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Nato provoziert Russland immer offensiver und stärker

Am 30. November gab es eine neue Drohung in Richtung Russland. Auf einem Treffen der Nato-Außenminister in Riga wurde Russland gedroht, es werde für „aggressives Verhalten“ hart bestraft. US-Außenminister Antony Blinken sagte, „jede neue Aggression würde schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen“. Das ist bemerkenswert, denn die Nato behauptet ständig, Russland sei permanent aggressiv. Aber mir fällt nichts ein, was man in den letzten zum Beispiel fünf Jahren als „aggressives Verhalten“ Russlands bezeichnen könnte.

Ich erinnere mich lediglich an ständige Vorwürfe und Warnungen der Nato in Richtung Russland, aber an keine russische Aggression. Im Mai hat die Nato zum Beispiel gewarnt, Russland würde die Ukraine angreifen wollen. Diese Vorwürfe der Nato haben seit 2014 Tradition, aber Russland hat das nie getan. Die Nato behauptet, aber mehrmals jährlich, ein russischer Einmarsch in die Ukraine stehe unmittelbar bevor. Und so ist es mit allen Warnungen der Nato vor Russland: Die Nato behauptet etwas, das nicht eintrifft, und wiederholt die Behauptungen danach immer wieder…

Am 1. Dezember warnte das russische Außenministerium vor einem ukrainischen Angriff auf den Donbass und teilte mit, nach seinen Informationen sei die Hälfte der ukrainischen Armee inzwischen im Donbass aufmarschiert und stationiert. Gleichzeitig meldete die OSZE eine massive Zunahme der Verstöße gegen die Waffenruhe im Donbass.

Dass die Nato zuvor die Entsendung von Truppen in die Ukraine in Aussicht gestellt hat, macht die Lage umso gefährlicher…

Auch an den russischen Grenzen marschiert die Nato auf. Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat in Interviews mitgeteilt, dass die Nato die Zahl ihrer Streitkräfte an der russischen Grenzen im Baltikum und im Schwarzen Meer erhöht hat. Das bezeichnete der russische Außenminister Lawrow am 1. Dezember als gefährliche Provokationen, denn Russland sei dadurch gezwungen, seine eigene Truppenstärke an seinen Grenzen zu erhöhen, was die Gefahr eines militärischen Zusammenstoßes erhöhe. Lawrow warnte, dass das Verhalten der Nato zu einem bewaffneten Konflikt führen könnte…

US-Außenminister Blinken erklärte am 1. Dezember hingegen, die USA hätten „Beweise“ für russische Pläne für einen Einmarsch in die Ukraine. Natürlich legte Blinken wieder keinerlei Belege für seine Behauptungen vor. Was man von „Beweisen“ halten muss, die die USA nach eigenen Angaben angeblich haben, weiß man spätestens seit dem Irakkrieg vor knapp 20 Jahren…

Ebenfalls am 2. Dezember warnte der russische Außenminister Lawrow, dass das „albtraumhafte Szenario einer militärischen Konfrontation“ nach Europa zurückkehre. Lawrow wies darauf hin, dass die Nato alle russischen Vorschläge zur Deeskalation ablehnt und stattdessen – wie die Nato selbst verkündet – immer mehr Truppen an die russischen Grenzen bringt. …

Und so weiter und so fort. Auszüge aus dem Russland freundlichen Blog Anti-Spiegel, [1] dessen Autor Thomas Röper in Russland lebt und die falschen oder fehlenden Berichte der westlichen Medien mit teilweise langen Übersetzungen aus dem Russischen zurechtrückt. Als langjährigem politischen Beobachter kommt mir die Seite sehr ehrlich vor, und was der Westen veranstaltet als durchsichtige Lüge, um Putins Russland klein zu machen.

Es sei daran erinnert, dass Putin noch vor 20 Jahren im Bundestag eine deutschsprachige Rede über das Ende des Kalten Krieges [2] hielt, für die er parteiübergreifend Standing Ovations bekam.

Seither hat sich das deutsch-russische Verhältnis von Boykott zu Boykott verschlechtert und verschlechtert. Und das ist eindeutig nur die Schuld des Westens, an Putin lag es nie. Putin konnte sich damals sogar einen Beitritt Russlands zur NATO vorstellen. Der Westen hat allein und ohne Not alle diese Chancen versaut. Warum? Will man Krieg? (Kewil)

» Siehe auch PI-NEWS-Beitrag vom 2.12.: Will Biden Krieg mit Russland? [3]

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Video: Demo in Wien gegen Impfpflicht und Coronadiktatur

geschrieben von libero3.1 am in Video | 169 Kommentare

Zehntausende Demonstranten sind heute wieder auf Wiens Straßen, um gegen den kommenden Impfzwang und die Corona-Diktatur zu protestieren. Mütter appellieren: „Schützt unsere Kinder – Kinder aus den Schulen!“ Der Staat präsentiert sich von Anfang an repressiv. Strafen wegen Nicht-Maskentragens wurden verhängt. Der Kundgebung am Heldenplatz wurde sogar der Strom abgedreht. Zur Stunde machen sich die Massen zum Marsch über den Ring auf.

Auch in Hamburg, Frankfurt/M. und Ansbach sind tausende Menschen unterwegs:

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Video: Zweitägiges Treffen europäischer Patrioten in Warschau

geschrieben von libero3.1 am in Patriotismus,Video | 11 Kommentare

Wenn es eine Zeit gab, in der europäische Kooperation notwendig gewesen ist, dann ist es die jetzige. Unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes breiten sich immer totalitärere Strukturen in den Ländern aus, die arabisch-afrikanische Invasion Europas hält ungebremst an, die schleichende, versteckte Enteignung der Bürger Europas über die Inflation und die nahezu bizarre Inkompetenz so ziemlich aller Regierungen in der EU erzwingt eine gesamteuropäische Lösung. Von der Öffentlichkeit wenig beachtet trafen sich am 26. und 27. November Vertreter von Vlaams Belang (Filip Dewinter und Anke Van Dermeersch), der AfD (in Person von MdB Steffen Kotré), der slowakischen Republika (Milan Uhrik und Milan Mazurek) und von der einladenden polnischen Konföderation der polnischen Krone, vertreten durch den bekannten Filmemacher Grzegorz Braun, in Warschau zu strategischen Gesprächen. Der slawische YouTuber _vlad war vor Ort und berichtet über das Treffen der europäischen patriotischen Opposition.

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Pseudokonservative blenden nur Kurz

geschrieben von libero3.1 am in Österreich | 67 Kommentare

Von WOLFGANG HÜBNER | Aufstieg und Fall des österreichischen Politikers Sebastian Kurz sind ein Lehrstück für alle, die sich immer noch einen bürgerlich-konservativen Erlöser vom rot-grünen Elend wünschen sollten. Denn diesen Erlöser wird es nicht geben. Das liegt weniger daran, dass sich nicht auch in Deutschland vielleicht mal jemand für diese Rolle anbieten könnte.

Die peinliche Affäre um den falschen Doktor Karl-Theodor zu Guttenberg ist ja noch nicht ganz vergessen. Sondern es ist das mittlerweile erreichte Stadium der Entartung und Machtkonzentration in Demokratien wie Deutschland oder Österreich, die solchen sich als bürgerlich-konservativ anbietenden Figuren nur dann eine Chance zur großen Karriere gibt, wenn sie Blender und Täuscher sind.

Da der wirkliche Charakter der zu Guttenbergs und Kurz‘ aber in der Regel recht schnell erkennbar wird, währt ihre Zeit an der Spitze nur kurz, aber lang die Enttäuschung hernach bei den Betrogenen. Es sei daran erinnert, wie viele durchaus nicht naive, eher konservativ oder sogar rechte Zeitgenossen auch hierzulande in dem Wiener Wunderknaben ein wertvolles Geschenk gesehen zu haben glaubten, das sie am liebsten gleich ins Berliner Kanzleramt geschickt hätten. Selbst nach der inszenierten Ibiza-Affäre und der skrupellosen Reaktion von Kurz mit seinem Wechsel zu den Grünen als Koalitionspartner gab es genug Stimmen, immerhin mache er ja seinen Staat dicht gegen die Migrantenflut.

Doch das wird sein Nachnachfolger schon deshalb ebenso tun, weil ihm die FPÖ unter dem glaubwürdigsten Politiker nicht nur Österreichs, Herbert Kickl, andernfalls ganz schnell im Nacken sitzen wird. Dazu braucht dieser Nachnachfolger kein Charisma, das Kurz so gerne angedichtet wurde, sondern nur politisches Nützlichkeitskalkül. Ansonsten wird der neue Kanzler in Wien wieder eine jederzeit austauschbare Charaktermaske innerhalb der politischen Klasse sein.

Das Verhängnis von Kurz war dessen Ehrgeiz, mehr scheinen zu wollen als sein zu können. Aber die Machtkartelle in westlichen Staaten, die im Virusgeschehen immer weniger Demokratien sind, haben keinen dringenden Bedarf für eitle Solotänzer auf dem politischen Drahtseil, sondern neuerdings eher für Corona-Generale. Deshalb kann sich Sebastian Kurz jetzt mit viel Zeit und materiell bereits bestens abgesichert um seinen frischgeborenen Nachwuchs kümmern.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner [4] schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite [5] und seinen neuen Telegram-Kanal [6] erreichbar.

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Das Aussteigerbuch für Linke

geschrieben von libero3.1 am in Buch-Tipp | 51 Kommentare

Wir leben in einer rundum linken Welt. Mal treten sie als Lehrer am realitätsfernen Provinzgymnasium, mal als gewalttätige Linksradikale auf. Doch alle Linken haben eine Gemeinsamkeit: Sie spielen nicht nach unseren Spielregeln. Logik, Anstand, Fairness, die Kraft des guten Argumentes, der rationale Austausch von Ideen und Meinungen – all das sind Eigenschaften, die für moderne Linke keine Bedeutung mehr haben. Stattdessen setzen sie alles daran, die Welt nach ihren Vorstellungen zu formen.

Leider glauben Bürgerliche, Liberale, Konservative noch immer, dass man Linke nur überzeugen müsse und schon würden sie die eigenen Meinungen annehmen. Das ist grundlegend falsch: Stattdessen fordern Linke mehr und mehr Zugeständnisse von ihnen. Sie haben genau zwei Optionen: Entweder, Sie beugen sich dem Diktat der modernen Linke und werden selbst ein Linker – oder Sie werden als “Nazi” gebranndmarkt, weil Sie nicht über ihr Stöckchen springen.

Das erste Krautzone-Buch [7] hat es in sich: In 20 kurzweiligen Kapiteln nimmt Autor Maximilian Kneller die “linke Welt” auseinander, erklärt, wie Linke ticken, und was man als rechtschaffener Bürger dagegen tun kann. So ist das Buch für zwei Gruppen von Leuten geeignet: Diejenigen, die bereits ein rechtes Weltbild besitzen, aber denen es an Argumenten gegen die linke Dialektik und Dauermanipulation fehlt, und dem gemäßigten liberalen Bürgertum, das sich schleichend zum Linken wandelt.

Vor allem zur Weihnachtszeit liegt allerdings ein weiterer Verwendungszweck auf der Hand: Schenken Sie es einem Linken in Ihrer Familie. Wieso nicht mal eine Diskussion mit der Frage anfangen: „Weshalb bist Du eigentlich links? Hattest Du eine schwere Kindheit oder wie kommst Du zu so merkwürdigen Ansichten? Naja, wie auch immer. Ich habe hier etwas für Dich. Das wird Dir helfen, dieses Laster endlich abzulegen.“ Ganz so wird das ganze in der Realität natürlich nicht ablaufen, aber Munition für die Konfrontation mit den „Bessermenschen“ finden Sie in dem Buch allemal.

Dem Autor gelingt es, den Linken endlich den schmutzigen Fleck auf ihrer vermeintlich ja so weißen Weste zu verpassen, den sie verdienen. Sprachlich und inhaltlich zeigt Kneller klare Kante, wenngleich das Buch trotzdem vor sachlichen Argumenten strotzt. Oder wussten Sie, dass Veganismus eigentlich ungesund ist und das Tempolimit keine Auswirkungen auf die Unfallhäufigkeit hat?

Wenn Sie also Ihre Argumente gegen Linke ordnen und unterfüttern oder schlicht einem Linken eine „besondere Freude“ zum Fest der Liebe machen wollen, haben Sie mit dem Buch „20 Gründe, mit dem Linkssein aufzuhören“ auf jeden Fall eine sinnvolle Anschaffung getätigt. Von uns gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Bestellmöglichkeit:

» Maximilian Kneller: „20 Gründe mit dem Linkssein aufzuhören“, 180 Seiten, 15 Euro – hier bestellen [7]

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Der Unbeugsame: Nachruf auf den Südtiroler Freiheitskämpfer Sepp Mitterhofer

geschrieben von libero3.1 am in Österreich | 14 Kommentare

Von REYNKE DE VOS | Man nennt sie, die der Volksmund „Bumser“ hieß, gemeinhin Aktivisten des BAS (Befreiungsauschuss Südtirol), mitunter auch Widerstandskämpfer. In den Augen von Italienern und leider auch von Antifa-Zeitgenossen sowie Italophilen, wie sie nicht selten auch in ihrer Heimat zu finden sind, waren/sind es – milde ausgedrückt – Attentäter, im politisch-korrekten italo-römischen Jargon indes Terroristen. Ich hingegen scheue mich nicht, sie so zu nennen, wie sie sich selbst sahen und von heimatbewussten deutsch-österreichischen Patrioten als solche erachtet werden – Freiheitskämpfer.

Sepp Mitterhofer, der unlängst im 90. Lebensjahr verstorbene Obstbauer vom Unterhasler-Hof in Meran-Obermais, war deren einer der letzten, die sich einst mit dem legendären BAS-Gründer Sepp Kerschbaumer, einem Greißler und Kleinbauern aus Frangart, zusammengetan hatten, um in konspirativen Klein- und Kleinstgruppen daran mitzuwirken, die Welt(öffentlichkeit) auf die vom „demokratischen“ Nachkriegsitalien in nach wie vor totalitärer Gebärde sowie partiell fortgeltender faschistischer  (Un-)Gesetzlichkeit betriebene Entnationalisierung  ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Rom hatte trotz der zwischen seinem Regierungschef Alcide DeGasperi und dem österreichischen Außenminister Karl Gruber 1946 in Paris vereinbarten Autonomie-Übereinkunft für das seit  dem (Unrechts-)Vertrag von Saint-Germain-en-Laye 1919 Italien zugesprochene südliche Tirol, dem die Siegermächte sowohl nach dem unglückseligen Ersten Weltkrieg, als auch nach dem verhängnisvollen zweiten Weltenbrand die Selbstbestimmung verweigert hatten, die unter Mussolini ins Werk gesetzte systematische Italianisierung des Landes zwischen Brenner und Salurn unablässig fortgeführt. Erbarmungslos ließen die Bozner Statthalter der italienischen Staatsmacht die angestammte Bevölkerung partiell unterjochen.

Die Aktivisten des BAS verlangten, worauf kein Geringerer als Sepp Mitterhofer in vielen seiner späteren öffentlichen Mahnrufe stets hinwies, nämlich die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts durch den in einen wesensfremden Staat gezwungenen Tiroler Volksteil. Sie wandten sich in Wort und ersichtlicher wie vernehmbarer Tat – woran es den meisten seiner Volksvertreter  aufgrund realpolitischer, von Rom bestimmter Fakten und Maßnahmen zwangsläufig, zum Teil aber auch aus einer gewissen Selbstfesselung mangelte – gegen die römische Verfälschung jenes Gruber-DeGasperi-Abkommens, worin den Südtirolern die Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten in Form einer statuarisch festgelegten Landesautonomie zugestanden worden war.

Hatten die BAS-Akteure zunächst noch die Hoffnung, dass sich nach der machtvollen Demonstration von 30.000 Südtirolern auf Schloss Sigmundskron 1957 und mehrmaligen Vorstößen Wiens – so der Intervention des damaligen Außenministers Bruno Kreisky vor den Vereinten Nationen zugunsten der Südtiroler 1960/61 – die starre Haltung Roms ändern könnte, so sahen sie sich alsbald getäuscht. Die Geduld wich daher zugunsten der Tat der idealistischen Kämpfer des BAS. Ihr „großer Schlag“, das Sprengen von annähernd 40 Strommasten in der sogenannten „Feuernacht“ (11. auf 12. Juni 1961) – allein Sepp Mitterhofer und seine Kleingruppe hatten deren zehn mit Zündern und Sprengstoff „geladen“ – wurde nicht nur im weiten Rund um Bozen sowie an Eisack und Etsch, sondern weit darüber hinaus gehört. Nicht zuletzt dieses Fanal der Verzweiflung gab – wider anderslautende Auffassungen, Deutungen und geschichtspolitische Interpretationen – den Anstoß für Verhandlungen der beteiligten Konfliktparteien, woraus schließlich das zwischen 1969 und 1972 staatsrechtlich inkraft gesetzte neue Autonomie-Statut hervorging, auf dessen Grundlage die heutige (gesellschafts)politische Verfasstheit Südtirols ruht.

Bis es soweit war, begleiteten zahlreiche Rückschläge den Verhandlungsprozess zwischen Wien sowie Bozen und Rom. Und die BAS-Aktivisten durchlitten ein von der italienischen Staatsgewalt legitimiertes Purgatorium, das wider die Menschenrechte verstieß und eines demokratischen Rechtsstaates gänzlich unwürdig war. Südtirol wurde in Belagerungszustand versetzt und von Sicherheitskräften förmlich überzogen, sodass mehr als 20.000 Soldaten, Carabinieri sowie Spezialisten der Geheimdienste den verhängten Ausnahmezustand zu gewährleisten und jede „feindliche Regung“ zu unterdrücken hatten. 150 Freiheitskämpfer des BAS wurden als „bombardieri“ beziehungsweise „terroristi“ inhaftiert, die meisten von Angehörigen einer Spezialeinheit gefoltert, denen Italiens Innenminister Mario Scelba die „Carta bianca“ für ihr barbarisches Tun erteilte.

Sepp Mitterhofer, der Obstbauer und Vater von vier Kindern aus Meran-Obermais, war unter den Gefolterten. In einem aus dem Gefängnis geschmuggelten, an Landeshauptmann Silvius Magnago gerichteten Brief hat er das Unfassbare geschildert, das er erleben musste. Einige Auszüge: „Im Ganzen musste ich zwei Tage und drei Nächte strammstehen ohne etwas zu Essen, Trinken und zu Schlafen. […] Mit Fußtritten wurde ich an den Füßen und am Hintern bearbeitet und auf den Zehen herumgetreten. [….] Am meisten geschlagen wurde mir ins Gesicht, dass ich so verschwollen wurde, dass ich später nicht mehr den Mund aufbrachte zum Essen. Die Arme wurden mir am Rücken hochgerissen, dass ich laut aufschrie vor Schmerz. Einmal musste ich mich halbnackt ausziehen, dann wurde ich so lange mit Fausthieben bearbeitet bis ich bewusstlos zusammenbrach. […. ] Öfters musste ich stundenlang vor brennende Scheinwerfer stehen und hineinschauen bis mir der Schweiß herunter rann und die Augen furchtbar schmerzten. Man zog mich an den Ohren und riss mir Haare büschelweiße vom Kopf. [… ] Der Rücken musste glatt an der Mauer angehen, kaum, dass ich mich rührte oder mit den Zehenspitzen etwas herausrutschte, so schlug mich ein Carabiniere der vor mir stand, mit dem Gewehrkolben auf die Zehen oder auf den Körper.“

Eine Reaktion von Seiten des Adressaten blieb aus.

Wie anderen BAS-Aktivisten wurde auch Mitterhofer in Mailand der Prozess gemacht. Das Urteil lautete auf zwölf Jahre Gefängnis. Die Verurteilten wurden auf verschiedene Haftanstalten verteilt.  BAS-Gründer Kerschbaumer verstarb während des Strafvollzugs in Verona. Seine und Mitterhofers Mitstreiter Franz Höfler (aus Lana) und Anton Gostner (aus St. Andrä bei Brixen), Vater von fünf Kindern, ließen ihr Leben in unmittelbarer Folge von Folter-Torturen in Kasernen von Meran beziehungsweise Brixen und Bozen.  Es erscheint mir eine denkwürdige Koinzidenz – wenn nicht eine metaphysisch-überirdische Fügung – zu sein, dass Sepp Mitterhofer just in den Stunden verstarb, da man Höflers vor 60 Jahren erlittenen Foltertods in Südtirol gedachte.

Nach sieben Jahren und elf Monaten Gefängnisaufenthalts war Mitterhofer entlassen worden. Folter und Haft hatten ihn ebensowenig brechen können wie ihn die davongetragenen gesundheitlichen Schäden und lebenslangen Beeinträchtigungen nicht verbitterten. Im Gegenteil: Er setzte sich erfolgreich für die ehemaligen politischen Häftlinge ein. Mit Beistand namhafter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens konnte dank unermüdlichen Einsatzes die Löschung der Hypotheken des italienischen Staates, welche auf dem Besitz ehemaliger politischer Häftlinge lasteten, und deren Wiedererlangung der bürgerlichen Rechte erreicht werden. Sepp Mitterhofer führte auch unerschütterlich den Kampf für Freiheit und Einheit Tirols mit politischen Mitteln weiter und übernahm den Vorsitz im Südtiroler Heimatbund (SHB), an dessen Gründung er zusammen mit anderen ehemaligen politischen Häftlingen beteiligt gewesen war.

Ziel des SHB ist „die Durchsetzung des seit 1919 verwehrten Selbstbestimmungsrechts, das die Entscheidung über die Wiedervereinigung des geteilten Tirol bis zur Salurner Klause zum Gegenstand hat. Die angestrebte Wiedervereinigung soll entweder durch einen einzigen Volksentscheid oder durch schrittweisen Vollzug verwirklicht werden.“ Der „politische Arm“ des SHB, die oppositionelle Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, deren Mitgründer er war, vertritt dieses Ziel im Südtiroler Landtag und in allen öffentlichen Auftritten gemäß Sepp Mitterhofers Credo, wonach „Süd-Tirol nicht Italien“ ist und dass allein das ursprüngliche Ziel „Los von Rom“ das 1919 gesetzte historische Unrecht auslöschen könne.

Diesem großen Sohn Tirols ist weder von den Institutionen der beiden Landesteile in Bozen und Innsbruck, noch von denen Österreichs, dessen politische Repräsentanten in Sonntagsreden Südtirol stets „eine Herzensangelegenheit“ nennen, jemals eine formelle Würdigung für seinen heimattreuen Lebenseinsatz zuteil  geworden. Auch blieb ihm – aus politischer Rückgratlosigkeit und weil das meist „ausgezeichnet“ genannte österreichisch-italienische Verhältnis nicht getrübt werden sollte – ein offizieller Ehrerweis versagt. Dies nenne ich eine erbärmliche Schande.

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HallMack: 1935 & 2021 hat niemand kommen sehen

geschrieben von libero3.1 am in Video | 104 Kommentare

„Hallo liebe Zuschauer und herzlich Willkommen zu den Kurznachrichten 03/12. […] Wer von euch erinnert sich denn an die Aussagen von denen Menschen, die die Anfangszeit von den Nazis miterlebt haben und dann nach dem Krieg kleinlaut sagten: Das konnten wir ja nicht wissen, das hat uns keiner gesagt und sowas konnte doch niemand voraussehen…“ (Fortsetzung im Video von „HallMack, dem Gorilla aus der Pfalz“. Wer seine neuesten Satire-Clips nicht verpassen will, sollte HallMacks Youtube [8]– und Telegram-Kanal [9] abonnieren)

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