„Was glotzt du so blöd? Scheiß Deutsche!“

MichaelibadMünchens U-Bahnen ziehen Einzelfälle an wie ein Magnet. Wieder wurden „Scheiß-Deutsche“ Opfer von Gewalt. Zunächst ein 24-Jähriger, dem Alter nach kein postfaschistischer Rentner, also vermutlich ein Neonazi, und dann ein 56-jähriges „Spießerproblem„, das helfen wollte. Die Opfer trugen Schädelprellung, Gehirnerschütterung, ein zertrümmertes Nasenbein sowie jede Menge Prellungen und blaue Flecke davon.

Gerhard Geßner war auf dem Weg zur Arbeit, als ihm am Freitagvormittag in der U 5 Neuperlach Süd ein großer kräftiger Kerl auffiel, der die Fahrgäste wüst beschimpfte. „Was glotzt du so blöd?“, fuhr er die Leute an. „Scheiß Pack“, „Scheiß Deutsche“, brüllte er sie immer wieder an.

An der Station Michaelibad flippte der Unbekannte schließlich völlig aus. Er stürzte sich auf der Rolltreppe auf einen 24-Jährigen. Mit Fäusten schlug er immer wieder auf sein Opfer ein. „Hören sie bitte auf“, felhte der 24-Jährige, doch das hielt den Angreifer nicht davon ab, weiter auf ihn einzuprügeln.

„Ein bisserl mulmig war mir schon“, gibt Gerhard Geßner ehrlich zu. Doch schließlich nahm der 1.72 Meter große Münchner all seinen Mut zusammen und schrie den fast einen Kopf größeren Fremden an, „lassen sie den jungen Mann in Ruhe!“ Zeitgleich drehte er sich um und fischte sein Handy aus der Jackentasche, um die Polizei zu rufen.

Sofort stürzte sich der Mann auf seinen neuen Gegner. Hinterrücks drosch er dem 56-jährigen Kaufmann die Fäuste gegen den Kopf. „Ich bin umgefallen wie ein nasser Sack“, erzählt Gerhard Geßner. Mit den Armen versuchte er seinen Kopf vor den Schlägen zu schützen. Schließlich ließ der Angreifer von ihm ab und rannte auf der Rolltreppe hoch. Gerhard Geßner versuchte ihn zu verfolgen: „Doch bis ich oben auf der Straße stand, war der Kerl schon verschwunden.“

Im Klinikum Neuperlach stellten die Ärzte später eine Schädelprellung, eine Gehirnerschütterung sowie jede Menge Prellungen und blaue Flecke fest. Das andere Opfer kam nicht so glimpflich davon. Der Schläger hatte dem 24-Jährigen das Nasenbein zerschmettert.

„Das müssen wir aushalten.“ (Marieluise Beck, Grüne)

(Spürnasen: Markus M., Karl Z., Erwin M. und viele andere)