500 Teilnehmer bei „Hamburg für Israel“-Demo

Hamburg Demo-TeilnehmerIch war früh da und hatte sogleich ein Gespräch mit einem älteren Herrn (68er?) mit Schlapphut und Zigarre. Ich wollte wissen, ob hier so eine mehr linke Veranstaltung sei. Er sorgte sich um die nicht vorhandene Streitkultur in Deutschland und outete sich als Kommunist.

(Bericht von PI-Leserin Jutta)

Ich wollte ihm als Diskussionsgrundlage das Flugblatt mit Chaim Nolls „Die Aura der Angst“ geben. Nun wollte er sich doch lieber nicht streiten und bilden. Das aber sagte er noch: „Gegen solche Pro Köln-Leute muss man Gewalt anwenden.“

Wohl so 500+ Menschen hatten sich versammelt. Der Platz war mit Gittern und durch Polizei gesichert. Hinter dem Gitter gab es Hamas-Anhänger inklusive Palästina/Hamas-Flaggen – aber an Zahl und hörbarer Stimme kaum der Rede wert.

Zu Beginn wurde in vier Sprachen begrüßt: Israelisch, Deutsch, Arabisch und Russisch. Danach wurde eine Schweigeminute für alle zivilen Opfer abgehalten. Nun wurden Reden gehalten, eine Frau Feingold zitierte Golda Meir, was wir ja auf PI schon längst gemacht haben. Ich versuchte, das Flugblatt zu verteilen, und es lief. Ein paar PI-ler halfen dabei – dafür vielen Dank. Einige fragten nach, was das sei? Man war fast immer beeindruckt von der Aktion für die israelischen Soldaten, aber einige, auch junge Leute, schienen sich doch für Chaim Noll zu interessieren. Nur dreimal sagte man, das ist doch von PI, diesem rechten Blog, das will ich nicht.

Wenn man zurückfragte, warum man den pro-israelischen Blog mit unterschiedlichsten Lesern in diese mysteriöse rechte Ecke drängen
wollte, kam immer nur die Antwort: na, die machen doch mit den Rechten rum. Wenn man dann fragte, was für sie denn Rechts sei, und sie würden ja rassistisch ausgrenzen, kam immer keine Antwort – nur nee, will ich nicht. Bezeichnend war, dass die Flugblattverweigerer durchweg für die Abschaffung Deutschlands waren – wörtlich.

Maria JepsenUnter den Anwesenden war auch Bischöfin Jepsen von Hamburg (Foto l.), der ich sagte, sie möge alles ihren islamischen Freunden berichten. Zum Schluss hat noch ein Orthodoxer ein Gebet gesprochen. Ich kenn mich da nicht aus, war fast ein Lied. Aber neben und vor mir sagten sie zum Schluss: Amen.

Unter schwungvoller Klezmer-Musik lichtete sich der Platz. Die Gegendemonstranten waren schon weg. Ein paar junge Leute gingen unbehelligt mit großen Israel-Fahnen Richtung Bahnhof, sie kamen auch an arabischen Kulturbereicherern mit Hisbollah-Fahne vorbei. Die riefen auch – ich sah, wie ein Polizist ein Calm down-Zeichen zu einem anderen Polizisten machte. Mir schien, dass sie aus dem Duisburger Skandal gelernt hatten: sie ließen die Israel-Fahne laufen und stellten sich nur dazwischen.