Rasmussen: Türkei stimmt zu, stimmt nicht zu…

Die Türkei akzeptiere Rasmussen doch, freuen sich die Qualitätsmedien und zitieren freudig den türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül, der findet, dass man nicht zuviel über Religionen reden solle. Eine Ansicht, die allerdings der türkische Ministerpräsident Erdogan nicht teilt.

Nach Kopenhagener Rundfunkangaben teilte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan seinem Kollegen in Kopenhagen diese Bedenken in einem Telefonat persönlich mit. Er widersprach damit indirekt Staatspräsident Abdullah Gül, der den Dänen am Vortag in Brüssel uneingeschränkt gelobt hatte.

Erdogan erklärte in einem Interview mit dem TV-Sender NTV, es gebe «erhebliche Irritation in islamischen Ländern» wegen Rasmussens Rolle nach Veröffentlichung der umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen. Aus diesen Ländern erhalte die Türkei die Aufforderung, ihr Veto gegen die Ernennung Rasmussens zum zivilen NATO-Chef einzulegen.

Außerdem sei Dänemarks Regierung nicht der türkischen Aufforderung nach Schließung des kurdischen Sender Roj TV in Kopenhagen nachgekommen. Erdogan sagte für seine islamische Partei AKP: «Sie hat Prinzipien, denen ich nicht zuwiderhandeln kann.»

Schöne Aussichten: Die islamische Welt bestimmt den NATO-Generalsekretär und Herr Erdogan und seine AKP legen fest, was man in Dänemark im Fernsehen anschauen darf.

(Spürnasen: Thomas D. und Falk H.)