Pack schlägt sich

nazis-rausBei 25 Schlägereien zwischen roten und braunen Faschisten im ersten Halbjahr 2009 in Berlin gingen 21 Angriffe von Linksextremisten aus und nur vier von Rechtsextremisten. Das gab Polizeipräsident Glietsch bekannt, und weil die Zahlen so ganz andere sind, als man sie gerne berichten würde, beeilt er sich zu erklären, dass an aller Gewalt doch letztendlich die Rechten Schuld sind. 

Denn selbst wenn sie, wie am letzten Wochenende,  angegriffen werden, wehren sie sich und emotionalisieren dadurch die Linken zusätzlich. Wenn Ihnen die Logik eines höheren Verwaltungsbeamten nicht einleuchtet, gibt es einen Tipp vom alten Lateinlehrer: Was man nicht versteht, lernt man einfach auswendig.

Der Tagesspiegel berichtet:

Die Zahl der gewaltsamen Angriffe von Linksextremisten auf Rechtsextremisten ist in Berlin im ersten Halbjahr 2009 deutlich höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies teilte Polizeipräsident Glietsch dem Tagesspiegel mit.

Die Polizei habe einen Anstieg von acht auf 21 Taten registriert, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Mittwoch dem Tagesspiegel. Gleichzeitig sei die Zahl der Angriffe von Rechten auf Linke auf vier zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2008 hatte die Berliner Polizei noch neun derartige Delikte festgestellt.

Glietsch äußerte sich vor dem Hintergrund der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Rechten und Linken am Sonntag im Stadtviertel Friedrichshain. Vier Rechtsextremisten hatten einen jungen Linken mit Schlägen und Tritten lebensgefährlich verletzt. Zuvor waren die Rechten mit einer Gruppe von zehn Linken aneinandergeraten. Dabei erlitt ein Rechtsextremist eine Platzwunde am Kopf.

Die Brutalität der rechten Gewalttat vom Wochenende habe offenkundig „die gewaltbereite linksextreme Szene weiter emotionalisiert und mobilisiert“, sagte Glietsch dem Tagesspiegel. In der Nacht zu Mittwoch hatten etwa 200 Autonome in Friedrichshain die Diskothek „Jeton“ attackiert, in der sich die vier rechten Schläger vor der Gewalttat vom Sonntag aufgehalten haben sollen.

Merke: Streit schlichtet man nicht, indem man eine Seite anfeuert. Gilt auch für politischen Extremismus und die damit immer einher gehende Gewalt.

(Vielen Dank den zahlreichen Spürnasen!)