Türkei: 10-Jährige vor Rassistengericht

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Als großen Sieg der Demokratie feierten grüne Menschenrechtsverräter wie Claudia Roth den Wahlsieg des muselmanischen Extremisten Erdogan in der Türkei. Eine Gefahr erkennen Linke traditionell nur in dem pro-westlichen Militär des Landes. Jetzt steht im demokratischen Musterländle ein zehnjähriges Mädchen vor einem Rassistengericht. Der Vorwurf: Das Kind habe anderen Kindern die kurdische Sprache beigebracht.

Der Nachrichtensender n-tv berichtet:

Die türkische Justiz ermittelt gegen ein zehnjähriges Mädchen, weil es anderen Kindern kurdischen Sprachunterricht erteilt haben soll.

Wenn das Mädchen vor Gericht erscheinen müsse, werde sie auch dort Kurdisch sprechen, weil sie ohnehin kein Türkisch könne, kündigte Medya Örmek aus dem südostanatolischen Diyarbakir nach Medienberichten.

Medya hatte im Rahmen eines lokalen Kulturprojekts in ihrem Stadtteil zehn anderen Kindern in ihrem Elternhaus Kurdischkenntnisse beigebracht. Trotz mehrerer politischer Reformen in den vergangenen Jahren sind private Kurdischkurse nur unter strengen Auflagen erlaubt. Stadtteil-Bürgermeister Abdullah Demirbas verteidigte das Mädchen jedoch mit den Worten, sie sei lediglich einem Aufruf der Verwaltung gefolgt. „Sie ist unschuldig, sie hat nichts Verbotenes getan.“

Das Ermittlungsverfahren erregt in der türkischen Presse nicht nur Aufsehen, weil es sich gegen ein Kind richtet, sondern auch, weil es zu einer Zeit eingeleitet wurde, in der sich die Regierung in Ankara um eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikt bemüht.

Erdogans Regierung kündigt seit geraumer Zeit Zugeständnisse an die Kurden an, ohne bisher Details des Plans bekanntgemacht zu haben. Im Kern geht es vor allem darum, die kulturellen Rechte der Kurden zu stärken. So sollen Verbote für die Verwendung der kurdischen Sprache aufgehoben werden.

Ankündigung und Realität, das sollte man beachten, müssen bei muslimischen Extremisten wie Erdogan nicht zwingend identisch sein. Dennoch tritt SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier entschieden für die Aufnahme des sympathischen Landes in die EU ein. Bereits letztes Jahr waren kurdische Kinder vor Gericht gezerrt worden, weil sie das Missfallen des Türkenführers erregt hatten (PI berichtete).

(Spürnase: Volker)