Kindesmissbrauch an hessischer Privatschule

Die Kindesmissbrauchsfälle in der katholischen Kirche rufen zurecht Empörung hervor. Nur wird diese Empörung von Politik und Medien in der Regel weniger auf den Missbrauch als solchen, als auf auf die verhasste katholische Kirche fokussiert. Besonders empört geben sich die Grünen, die in den eigenen Reihen bekanntlich sehr großzügig mit Kindesmissbrauch umgehen. In einer von „Reformpädagogen“ gegründeten hessischen Privatschule soll es eine ganze Serie von Kindesmissbrauchsfällen gegeben haben.

Die Schule hatte eine Reihe prominenter Schüler, unter ihnen den früheren BDI-Chef Tyll Necker, den Schriftsteller Klaus Mann, den Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit und einen Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Der Spiegel scheibt:

Auch an einer hessischen Privatschule sind Schüler sexuell missbraucht worden. Der Vorstand der Odenwaldschule, einer Unesco-Modellschule in Heppenheim, habe den jahrelangen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Pädagogen eingeräumt, berichtet die „Frankfurter Rundschau“. Schulleiterin Margarita Kaufmann sagte der Zeitung: „Es ist für mich eine Tatsache, dass hier mindestens seit 1971 sexueller Missbrauch stattgefunden hat.“

Ehemalige Schüler berichteten der Zeitung davon, wie sie von Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als „sexuelle Dienstleister“ für ganze Wochenenden eingeteilt und zu Oralverkehr gezwungen wurden.

Einzelne Pädagogen hätten ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen, schreibt die „FR“ weiter. Lehrkräfte hätten Schutzbefohlene geschlagen, mit Drogen und Alkohol versorgt oder beim gemeinschaftlichen Missbrauch eines Mädchens nicht eingegriffen.

Erste Vorwürfe gegen den langjährigen Rektor Gerold Becker, der die Schule von 1971 bis 1985 leitete, waren der Zeitung zufolge vor gut zehn Jahren publik geworden. Seinerzeit berichteten ehemalige Schüler von massiven Übergriffen Beckers gegen 13-Jährige. Die Vorwürfe wurden aber nur halbherzig aufgegriffen. „Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat“, sagt Kaufmann, die seit 2007 im Amt ist.

Sie selbst sei im vergangenen Jahr erneut von Altschülern angesprochen worden, die fürchteten, die Schule werde sich auch bei der 100-Jahr-Feier im April 2010 wieder ihrer Verantwortung entziehen. Daraufhin habe sie etliche Gespräche mit Ex-Schülern geführt und dabei erst „das wahre Ausmaß“ des Skandals erahnt. Kaufmann geht von mindestens drei Lehrern aus, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben sollen. Von Zeugen habe sie „die Namen von 20 Opfern gehört“. Nach „FR“-Recherchen gehen die betroffenen Altschüler von 50 bis 100 Missbrauchsopfern aus.

Derweil geht die Politik weiter auf die katholische Kirche los. Es wäre ehrlich, wenn sie diese Empörung über Kindesmissbrauch gerecht auf alle Fälle verteilen würde – unabhängig davon, wer sie verübt hat. Das wäre auch den kindlichen Opfern gegenüber nur fair. Denen ist es nämlich egal, wer sich an ihnen vergeht.

(Spürnase: Liberal)