Flüchtlingswelle aus Nordafrika

Flüchtlingswelle aus NordafrikaWährend hierzulande die ekstatische Freude über den Sturz Mubaraks keine Grenzen kennt, machen sich zunehmend viele Menschen aus Nordafrika auf den Weg nach Europa. Laut Bild-Online sind in den letzten Tagen 5.000 Flüchtlinge alleine auf der italienischen Insel Lampedusa angekommen. „Ja, wir haben Ben Ali verjagt, aber bis Tunesien ein ziviles Land wird, werden zehn Jahre vergehen“, so ein tunesischer Flüchtling.

Bild-Online berichtet:

Tausende junge Menschen fliehen aus Nordafrika. Sie kommen zumeist aus Tunesien. Ihr Ziel Europa.

Italien schlägt Alarm. Allein in den vergangenen Tagen sollen 5000 Flüchtlinge die Insel Lampedusa erreicht haben. Angesichts der ruhigen See rechnen die Behörden mit einem weiteren Ansturm. Auch heute kamen wieder Boote mit Flüchtlingen an.

Der Grund für die Flucht: Sie haben keine Perspektive in ihrem eigenen Land. Armut und Arbeitslosigkeit vertreiben sie.

Dabei ist vor allem in Tunesien die Hoffnung groß, dass sich etwas ändert. Nach dem Rücktritt von Machthaber Ben Ali (74) steht das Land vor einer Neuausrichtung. Doch die jungen Männer sind pessimistisch.
„Ja, wir haben Ben Ali verjagt, aber bis Tunesien ein ziviles Land wird, werden zehn Jahre vergehen.“
In Italien wächst die Angst, dass man künftig von einer Flüchtlingswelle aus Nordafrika überrollt wird.

Wenn in Italien die Angst wächst, sollten die Deutschen aufhorchen. Denn Probleme werden in der EU – das ist offensichtlich – zunehmend sozialisiert. Interessant ist auch, dass die Umstürze in Nordafrika, die hierzulande so ekstatisch bejubelt werden, dort zu einer neuen Flüchtlingswelle führen. Das Vertrauen in eine Verbesserung der Lage scheint also nur bei denen besonders ausgeprägt, die keine Ahnung haben: hiesigen Politikern. Diejenigen aber, die in Ländern wie Tunesien und Ägypten aufgewachsen sind, scheinen weniger zuversichtlich. Vielmehr sind die Proteste für sie ein guter Grund, zumindest aber ein Vorwand, davon zu laufen.

Das Ziel ist, wie immer, Europa. Ob der „Alte Kontinent“ aber auch dauerhaft ein Ort ziviler Gesellschaften bleiben wird, ist mehr als fraglich. Die hiesige politische Linke tut jedenfalls alles in ihrer Macht stehende, um das zu ändern.