Brief an Kristina Schröder: Bieten Sie Paroli!

Sehr geehrte Frau Schröder, wann hat ein (vollzeitbeschäftigter) Bundesbürger wie ich schon Zeit, seinen Volksvertretern einmal einen Brief zu schreiben? Doch höchstens dann, wenn ihm so der Kamm schwillt, dass er sich abreagieren muss. Wenn ich Ihnen trotz Zeitmangel nun schreibe, dennoch aber keinerlei Kritik vorzubringen habe – sondern ganz im Gegenteil – wie ist das zu erklären? Damit, dass ich glaube, es brennt im Land lichterloh und es bleibt nur noch wenig Zeit, das Ruder für unser Wohl und das Wohl unserer Kinder herumzureißen.

(Von Le Waldsterben)

Vor allem auch, weil ich sehe: es gibt es kaum noch Persönlichkeiten, die es wagen, gegen den Mainstream anzugehen und persönliche Nachteile zuhauf zu riskieren, da doch das Schwimmen mit dem Strom so einfach ist und so sehr honoriert wird.

Sie sind eine dieser wenigen Persönlichkeiten, dafür möchte ich Ihnen hier zunächst meinen Dank und meine außerordentliche Hochachtung aussprechen.

Ich lese soeben, dass Sie von einer großen Schar Schreibtischtätern der Süddeutschen Zeitung angeschossen und von einer Riege intellektueller Feiglinge, die sich ‚Wissenschaftler‘ zu nennen belieben, im Stich gelassen werden, weil Sie zum Thema ‚Zwangsheiraten‘ den Finger in genau die richtige Wunde legen.

Über feige (Pseudo-)Wissenschaftler rege ich mich nicht auf, die haben bei uns traurige Tradition – und dickbebrillten Bücherwürmern passt ein Zorro-Outfit ohnehin nicht. Dass aber ein solches Lügenblatt wie das völlig zu Recht so bespöttelte „Neue Süddeutschland“ sich auf Sie einschießt, ärgert mich hingegen massiv, weil dort auf keinen Fall Feigheit das Handeln bestimmt. Gerade für dieses schreckliche Blatt gilt das Brecht-Zitat: „Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“

Denn dort handelt man offensichtlich mit Absicht.

Vielleicht mag es bei Gelegenheit für Sie hilfreich sein, Sie auf einen Umstand hinzuweisen, der die verlogene Vorgehensweise dieser medialen Schandtäter so nachvollziehbar beleuchtet, dass sogar ein ganz normaler Durchschnittsbürger wie ich sofort erkennt, was für ein mieses Spiel man in den Redaktionsstuben dort spielt.

Entweder das, oder die Betreffenden sind so unglaublich untauglich für den medialen Beruf, dass das Blatt das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt wird.

Man hat sich dort nämlich kürzlich einer entweder sträflich fahrlässigen oder sogar völlig bewussten Beihilfe der Vorbereitung des nächsten Holocausts schuldig gemacht. Die ‚Süddeutsche‘ entblödete sich nicht, folgende Meldung zu verbreiten:

Kein Satz wird so häufig mit dem amtierenden Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, assoziiert wie dieser: Israel muss von der Landkarte radiert werden. Das Problem ist nur – er hat diesen Satz nie gesagt. Ahmadinedschad hat die Worte für “map” und “wipe off” nie benutzt.

– zugleich aber diese Meldung zu unterschlagen:

Khamenei, das geistliche Oberhaupt Irans, äusserte sich auf einer propalästinensischen Konferenz in Teheran. «Wir fordern Freiheit für Palästina, nicht für Teile von Palästina», sagte er. «Jeder Plan, der Palästina teilt, wird zurückgewiesen.» Palästina erstrecke sich vom Jordan bis zum Mittelmeer. Mit einer Zwei-Staaten-Lösung würde man den Forderungen der Zionisten nachgeben, erklärte Khamenei weiter. Israel bezeichnete er als Krebsgeschwür.

SO arbeitet man dort!

Sowohl gegen Israel, als auch gegen Sie, als auch gegen alles, was nicht in das verquere verprantlte Weltbild dieser Schande des bundesdeutschen Journalismus passt, sprich: gegen Freiheit, Demokratie und eigenständiges Denken!

Solange Persönlichkeiten wie Sie dem Paroli bieten, ist aber noch nicht alles verloren. Mögen Sie die Kraft behalten, dies so lange wie möglich durchzuhalten, auch wenn das innerhalb einer Partei mit einem derartigen Linksrutsch immer schwerer wird.

Zu Letzterem geht mir gerade ein kleiner Tagtraum durch den Kopf: Olaf Henkel lässt die Idee einer neuen Partei wahr werden. Thilo Sarrazin gibt sich einen Ruck und verlässt die SPD, um diese unterstützen zu können. Beide schaffen es, Sie zu überreden, sich der neuen Bewegung anzuschließen …

Bitte – nicht wecken! Dieser Traum ist noch viel schöner als der, in dem ich meiner perfekten Traumfrau begegne …

Ihnen alles Gute! Dem Land alles Gute!

Es grüßt Sie freundlich

(…)