Iran: Urananlage durch ‚Hand Gottes‘ explodiert?

Dass im iranischen Isfahan nicht nur Teppiche geknüpft werden, sondern auch atomwaffenfähiges Uran angereichert wird, hat die Internationale Atom-Energie-Behörde IAEA erst letzten Monat bestätigt. Und wem Ahmadinedjad als Erstes mit atomarer „Auslöschung“ droht, falls gerade kein Übersetzungsfehler vorliegt, braucht hier nicht extra erläutert zu werden.

(Von Conny Axel Meier, BPE)

Nun ist anscheinend eine dortige Uran-Anreicherungsanlage aus unerfindlichen Gründen mit einem lauten Knall explodiert, obwohl Teheran deren (vormalige) Existenz nach wie vor abstreitet. Satellitenbilder, die THE TIMES vorliegen sollen, werden als Beweis genannt. Nur konnte ich keinerlei Hinweis darauf in irgendwelchen deutschsprachigen Massenmedien finden. Da muss man dann schon in Australien fündig werden. Robert Spencer griff die Nachricht auf Jihadwatch auf. Sonst wüsste man wohl kaum darüber. Hier eine Übersetzung des Artikels aus THE AUSTRALIAN:

Eine iranische Atomanlage wurde von einer gewaltigen Explosion erschüttert, die zweite derartige Explosion innerhalb eines Monats, was zu Spekulationen darüber führt, dass Teherans militärische und atomare Anlagen gezielten Angriffen ausgesetzt sind.

Satellitenbilder bestätigen, dass eine Explosion, die die Stadt Isfahan am Montag erschütterte, die Urananreicherungsanlage betraf, trotz Dementis aus Teheran.

Die Bilder zeigten deutlich die Rauchschwaden und die Zerstörungen, was die Behauptung Teherans von gestern widerlegt, dass es keine solche Explosion gegeben hätte. Israelische Geheimdienstmitarbeiter bestätigten gegenüber THE TIMES, dass es „keinen Zweifel“ gäbe, dass die Explosion der Nuklearanlagen in Isfahan „kein Zufall“ sei.

Die Explosion in Irans drittgrößter Stadt passierte just zu dem Zeitpunkt, als gerade Satellitenbilder auftauchten, die die Schäden zeigten, die durch eine Explosion einer Militärbasis außerhalb von Teheran vor zwei Wochen entstanden, bei der etwa 30 Mitglieder der Revolutionsgarden getötet wurden, darunter General Hassan Moghaddam, der Leiter des iranischen „Abwehr“-Raketenprogramms.

Iran behauptet, dass die Teheraner Explosion während des Tests eines neuentwickelten, gegen Israel gerichteten Waffensystems passierte. Aber einige israelische Beamte haben bestätigt, dass die Explosion vorsätzlich herbeigeführt wurde und Teil der Bemühungen sind, die sich gegen das iranische Atomwaffenprogramm richten.

Am Montag berichteten Isfahaner Einwohner von einem Knall um 14.40 Uhr, der die Hochhäuser in der Stadt erschütterte und von einer Rauchwolke über der Atomanlage am Rande der Stadt.

„Dies führte zu Schäden an den Anlagen in Isfahan, insbesondere auf die Teile, von denen wir glauben, in denen sich die Lagerung von Rohmaterial befand“, sagte eine Geheimdienst-Quelle.

Er würde Israels Beteiligung an der Explosion weder bestätigen noch dementieren, statt dessen würde er sagen, dass „viele verschiedene interessierte Stellen derzeit versuchen, das iranische Atomwaffenprogramm zu sabotieren, zu stoppen oder den Iran zu zwingen, es selbst zu stoppen“.

Iran begann hektisch zu leugnen, als gestern die Nachricht von der Explosion in Isfahan die Runde machte. Alireza Zaker-Isfahani, die Gouverneur von Isfahan, behauptete zuerst, dass die Explosion eine militärische Übung in der Gegend gewesen wäre, aber staatliche Stellen in Teheran bestritten diese Geschichte und gaben eine Regierungserklärung heraus, die in Abrede stellt, dass überhaupt eine Explosion stattgefunden hätte.

Am Montag sagte der israelische Geheimdienst-Minister, Dan Meridor dazu: „Es gibt Länder, die wirtschaftliche Sanktionen verhängen, und es gibt Länder, die auf andere Weise mit der iranischen nuklearen Bedrohung umgehen.“

Generalmajor Giora Eiland, Israels ehemaliger Direktor der nationalen Sicherheit, meinte im israelischen Armee-Radio, dass die Isfahaner Explosion wohl kein Zufall war. „Es gibt nicht viele Zufälle, wenn es so viele ähnliche Ereignisse gibt, steckt wahrscheinlich eine Art von führender Hand dahinter, vielleicht ist es die Hand Gottes“, sagte er.

Ein ehemaliger israelischer Geheimdienstler zitiert mindestens zwei weitere Explosionen, die im Zusammenhang mit iranischen Abschussbasen der Shahab-3-Mittelstreckenraketen stehen, die nukleare Sprengköpfe tragen könnten, „und die erfolgreich neutralisiert“ wurden. „Da ist etwas passiert, was jeder im Westen sehen wollte“, fügte er hinzu.

Iran hat wiederholt die Existenz eines Atomwaffen-Programmes geleugnet und verurteilte die Internationale Atom-Energie-Behörde für den Bericht im letzten Monat, in dem Iran vorgeworfen wird, zu versuchen, eine Atomwaffe zu bauen.

Dazu passen auch heutige Meldungen, wonach der Iran plante, amerikanische Streitkräfte auf deutschem Boden anzugreifen. Ohne atomar bestückte Mittelstreckenraketen wird ein Angriff für den Iran dementsprechend schwieriger. Ist Heidelberg also dank der „Hand Gottes“ nochmal davongekommen?