Susanne Zeller-Hirzel ist tot

Diese Nachricht erschütterte uns kurz vor Weihnachten: Susanne Zeller-Hirzel, die beste Freundin von Sophie Scholl und aktive Mitstreiterin in der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“, ist am 4. Dezember nach kurzer schwerer Krankheit überraschend gestorben. Am 7. Juli hatten wir noch zusammen die Weiße Rose wiedergegründet, wobei sie sich für ihre 91 Jahre als erstaunlich rüstig und engagiert erwies. Ihr Gedächtnis war enorm und sie erzählte uns viele spannende Geschichten aus der damaligen Widerstandszeit. Mit ihr verliert Deutschland eine couragierte Kämpferin für Recht, Freiheit und Gerechtigkeit.

(Von Michael Stürzenberger)

Am kommenden Sonntag wollten sich die Mitglieder der wiedergegründeten Weißen Rose eigentlich bei Susanne in Stuttgart treffen, um gemeinsame Aktionen zu besprechen. Als ich sie telefonisch tagelang nicht erreichen konnte, bot sich eine Mitstreiterin aus Stuttgart an, bei ihr nachzusehen. Von einer Nachbarin erfuhr sie dann die traurige Nachricht. Wir sind zutiefst betroffen, denn wir dachten, noch einige gemeinsame Jahre als Freunde und Aktivisten in der Weißen Rose verbringen zu können.

Susanne war immer schon eine überzeugte Patriotin, was auch in dem Interview „Deutschland war ihr wichtig“ deutlich wurde, das sie vor 10 Jahren der Jungen Freiheit gab. Eine differenzierte unideologische Geschichtsbetrachtung lag ihr ebenfalls am Herzen, weswegen sie 1998 das Buch „Vom Ja zum Nein“ veröffentlichte.

Bis ins hohe Alter las Susanne viel. Sie beschäftigte sich u.a. mit der Euro-Krise und der islamischen Gefahr. Voller Überzeugung trat sie in die Bürgerbewegung Pax Europa ein, da sie den Islam als eine mit dem National-Sozialismus vergleichbare totalitäre Bedrohung erachtete. Ihre tiefen Überzeugungen stellte sie in dem Gespräch „Die Weiße Rose und der Counter-Djihad“ mit dem BPE-Geschäftsführer Conny Axel Meier klar.

Ein Jahr später zeichneten wir ein ausführliches Video-Gespräch mit dieser bewundernswerten Frau auf. Sie war sich der Gefährlichkeit bewusst, die im Islam steckt und alle Nicht-Moslems auf der Welt massiv bedroht.

Am 11. September 2010 nahm sie an der Gedenkveranstaltung der BPE zu 9/11 in Stuttgart teil. Dort erzählte sie uns spannende Details aus ihrer Widerstandszeit im Dritten Reich, was ebenfalls auf Video festgehalten ist.

Der 7. Juli dieses Jahres bedeutete einen Meilenstein: Wir gründeten mit dieser mutigen Widerstandskämpferin die Weiße Rose neu.

Man konnte ihr stundenlang zuhören, denn ihr Langzeitgedächtnis war enorm.

Mit Sophie Scholl (links) besuchte Susanne (rechts unten) gemeinsam eine Schulklasse:

Zusammen schwammen sie in der Iller, da sie dort sicher sein konnten, von der Gestapo nicht abgehört zu werden. So konnten sie ihre kritischen Gedanken ungestört austauschen.

Susanne dachte oft an ihre außergewöhnliche Freundin, die voller Überzeugung den Widerstand gegen die National-Sozialisten führte und dies mit ihrem Leben bezahlen musste.

Susanne wurde ebenfalls verhaftet, da auch sie die Flugblätter der Weißen Rose verteilt hatte. Aber sie hatte das Glück, nicht auf frischer Tat ertappt worden zu sein und galt nicht als Rädelsführerin.

Man sperrte sie in die gleiche Zelle, in der Sophie ihre letzten Tage verbringen musste. Susanne besaß aber einen enormen Überlebenswillen und wollte sich nicht wie ihre beste Freundin von den Nazi-Schergen köpfen lassen. Sie konnte vor dem Blutrichter Freisler entscheidende Dinge verheimlichen und kam letztlich mit einer fünfmonatigen Haftstrafe davon.

Susanne war eine äußerst begabte Musikerin. Am Tag der Wiedergründung der Weißen Rose spielte sie uns auf dem Klavier vor, was wir bald auch auf Video zeigen werden.

Sie beherrschte auch das Violoncello und hatte hierzu ein Lehrbuch veröffentlicht:

Wir werden Dein Erbe fortzuführen versuchen, Susanne

Die Weiße Rose wird viel zu tun bekommen, denn es gibt heutzutage jede Menge unpatriotische, extremistische und totalitäre Kräfte, die unser Land massiv gefährden.

Weitere Bilder einer deutschen Heldin:

Susanne, wir werden Dich nie vergessen.

(Fotos: Roland Heinrich)