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Marion Maréchal-Le Pen bleibt zu Hause

Posted By PI On 23. Januar 2013 @ 12:13 In Deutschland,EUdSSR,Frankreich | Comments Disabled

[1]Wie PI berichtete [2], kam es im Zusammenhang mit der Einladung der französischen Parlamentarier zur Feier des Elysée-Vertrags in Berlin zu Unstimmigkeiten. Unsere links-mittigen Blockparteien im Bundestag sendeten schon im Vorfeld unterschwellige Signale nach Paris, dass man sich mit seiner Rolle als Gastgeber für die mit eingeladenen Parlamentarier des rechten Front National schwer tue. Die Quittung kam nun – wie bei swissinfo.ch [3] nachzulesen ist – postwendend: Marion Maréchal-Le Pen entschied für sich einfach zu Hause zu bleiben. Sie twitterte:

“Wir werden die Vertreter derer sein, die sich gegen den Zwangsmarsch des deutsch-französischen Paares Richtung europäischem Föderalismus wenden.”

Unterdessen kritisierte ihre Tante, die FN-Parteichefin Marine Le Pen scharf die angeblich beherrschende Rolle Deutschlands in Europa.

“Alles in allem ist es das deutsche Europa, das man uns heute auffordert zu feiern”

Das Ergebnis sei eine “systematische Unterwerfung Frankreichs unter Deutschland”. Die Sichtweise der Deutschen werde den übrigen Europäern in allen Bereichen aufgezwungen, von der EU-Osterweiterung über den Euro bis zum Fiskalpakt, schrieb sie am Dienstag in einer Mitteilung zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags.

Wenigstens äußerte sie noch einschränkend:

“Das Problem ist nicht Deutschland, das mit Recht seine nationalen Interessen verteidigt, sondern die französischen Eliten, die darauf verzichten, ihr eigenes Land zu verteidigen”

Außerdem bezeichnete sie immerhin den Elysée-Vertrag als “grossen Vertrag”, der eine “fruchtbare Zusammenarbeit” zwischen Deutschland und Frankreich ermöglicht habe.

Der Front National ist in Frankreich auch in den Medien ein fester Bestandteil des politischen Diskurses. Wohl 15-20% der Wahlberechtigten – und vor allem viele junge Menschen – stehen ihm nahe. (Bezogen auf die Bio-Franzosen spricht der FN wohl bald mehr oder weniger für ein Drittel der Wähler.)

Dass Deutschland wieder einmal durch seine spießbürgerliche Untertanenkultur einen historischen Zug verpasst weil es brav keine freiheitlich-konservative oder auch „rechte“ Formationen in seine Parlamente schickt, könnte sich noch bitter rächen. Unserer Politik fehlt damit nicht nur die Stimme, sondern auch die Antenne für den in ganz Europa massiv vorhandenen Euro-Skeptizismus. Dadurch verfügen wir über keine parlamentarische Brücken und Ansprechpartner zu den um uns herum in allen Ländern erstarkenden Europa-Kritiker.

Die Gefahr ist darum auch von dieser Seite her gesehen groß, dass ein revidiertes Europaprojekt zwar durch die Euro-Falle mit unserem Geld aber unter weitgehendem Ausschluss unserer Interessen stattfinden wird.


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[2] Wie PI berichtete: /2013/01/le-pen-enkelin-im-bundestag/

[3] swissinfo.ch: http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Le_Pen_veraergert_ueber_Unterwerfung_Frankreichs_unter_Deutschland.html?cid=34795166